SG Bad Wildungen/Friedrichstein mit Frühstart, SG Goddelsheim/Münden mit Schlussspurt

Derby in Goddelsheim 3:3 nach Wildunger 3:0

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Routinier gegen Youngster: Der Bad Wildunger Carsten Laun liefert sich ein Laufduell mit dem Goddelsheimer Fynn Butterweck. Rechts beobachtet Janis Schuldt die Aktion, links Schiedsrichter Christian Krafft.

Goddelsheim – Punkt gewonnen, Punkte verloren? Nach dem 3:3 (1:3) nach umkämpften 95 Minuten im Gruppenliga-Derby machte sich sowohl bei der SG Goddelsheim/Münden als auch bei der SG Bad Wildungen/Friedrichstein ein bisschen Ratlosigkeit breit.

Als Erster versuchte sich Jörg Schäfer an einer Erklärung. „Einen Punkt in Goddelsheim hat uns sicherlich kaum jemand zugetraut“, meinte der Gästetrainer, „doch in der Nachspielzeit zwei Punkte zu verlieren ist bitter“. Während das Remis dem Schlusslicht nicht wirklich weiterhilft, konnten die favorisierten Lichtenfelser nach einem 0:3-Rückstand schon eher mit dem Zähler leben. 

Die Partie war gerade mal 100 Sekunden alt, da lagen die Gastgeber schon mit 0:1 hinten. Toni Duwe hatte sich über die rechte Seite prima durchgesetzt, seine Hereingabe verlängerte Carsten Laun geschickt zum völlig freistehenden Jan Kramer, der aus kurzer Distanz einschob. „Da haben wir völlig gepennt“, kritisierte SG-Trainer Andrè Gutmann seine Defensive. Der Tiefschlaf hielt auch noch in der sechsten Minute an. Wieder ein schneller Angriff der Gäste, das durch ein „völlig unnötiges Foulspiel“ (Gutmann) unterbunden wurde. Laun zirkelte den 18-Meter-Freistoß unhaltbar zum 0:2 ins Netz.

Gäste aggressiv, Lichtenfelser im Tiefschlaf

Die Badestädter beeindruckten in dieser Anfangsphase mit einer großen kämpferischen Leistung und aggressivem Forechecking. Die Gastgeber hatten große Mühe, schienen aber nach 16 Minuten wieder im Spiel zu sein. Aber der ansonsten so treffsichere Mirco Grosche scheiterte mit einem an ihm selbst verwirkten Foulelfmeter an Keeper Christian Seibert. „Ein Anschlusstreffer zu diesem Zeitpunkt hätte uns sehr geholfen“, haderte Gutmann. 

Und für die Gastgeber kam es noch schlimmer, in der 29. Minute traf Carsten Laun aus der Distanz ins Schwarze; ob Kai Döhring im Zentrum noch am Ball war oder nicht, war den Gästen egal. „Die machen drei gefährliche Angriffe und führen 3:0“, ärgerte sich Gutmann. Sein Team zeigte freilich Moral und nach schöner Vorarbeit von Fynn Butterweck verkürzte Kevin Vesper nach 34 Minuten. Fünf Minuten später scheiterte Fynn Butterweck am glänzend reagierenden Seibert.

Die letzte Chance vor der Pause hatten die Gäste, als Jan Kramer sich auf der Außenbahn durchgesetzt hatte, aber im Strafraum Anspielstationen suchte, anstatt selbst abzuschließen. „Wir haben unsere Konter nicht sauber zu Ende gespielt“, erklärte Schäfer, „wenn das vierte Tor für uns fällt, sollte die Partie gelaufen sein und verlassen wir den Platz als Sieger.

Mirco Grosche ohne Nerven vom Punkt aus

Im zweiten Abschnitt wurde mit zunehmender Spielzeit der Druck der Gastgeber immer stärker. Zunächst scheiterte Göbel am Gästespieler Schäfer (54.), zwei Minuten später Jonathan Vach an der Querlatte. Der Anschlusstreffer in der 66. Minute ging auf das Konto des aufgerückten Steffen Butterweck nach einem Freistoß von Mirco Grosche und beflügelte die Lichtenfelser zusätzlich.

Die Gäste wurden nun in und um den eigenen Strafraum eingeschnürt. Göbel (81.) und Vach (82., 84.) ließen gute Möglichkeiten liegen, ehe in der Nachspielzeit doch noch der Ausgleich fiel. Daniel Butterweck wurde im Strafraum umgerissen und erneut trat Mirco Grosche an. Nervenstark traf er zum 3:3-Endstand. So durfte sich der Favorit doch noch freuen, obwohl er sich im Vorfeld natürlich mehr ausgerechnet hatte. (bb)

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