Eintracht triumphiert mit 5:3 in Bad Wildungen

Klose jubelt nach Edertaler Derby-Sieg: „Geile Truppe“

Einfach unhaltbar: Alen Muratovic, zweifacher Edertaler Torschütze, auf dem Weg zum Anschlusstreffer zum 2:3. Kai Döhring (links) und Jan Leimbach (verdeckt) haben das Nachsehen
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Einfach unhaltbar: Alen Muratovic, zweifacher Edertaler Torschütze, auf dem Weg zum Anschlusstreffer zum 2:3. Kai Döhring (links) und Jan Leimbach (verdeckt) haben das Nachsehen.

Bad Wildungen. Nach dem Abpfiff tanzten sie und sangen laut: „Derbysieger, Derbysieger.“ Man kann das verstehen. Mit 5:3 (2:3) hatten die Gruppenliga-Fußballer von Eintracht Edertal gerade spektakulär das erste Südderby der Liga bei der SG Bad Wildungen/Friedrichstein gewonnen.

„Absolut verdient“, jubelte Trainer Günter Klose fast am meisten, „herrliche Kulisse und acht Tore, was will man mehr.“

Die 400 Zuschauer rund um den Kunstrasen mussten zwar eine Weile auf richtig Betrieb warten. Mit dem Kopfball des freien Iven Krüger aus zehn Metern zum 1:0 nach Flanke von Jan Kramer (15.) nahm die Partie aber Fahrt auf. Und wie.

Abwehrreihen oft in Verlegenheit

Streckenweise zu einem Spektakel wurde das Spiel, weil beide Offensiven die Abwehrreihen von einer Verlegenheit in die andere stürzten. Giulian Braun verpasste den schnellen Ausgleich (18.), den kurz danach Alen Muratovic besorgte; er verwandelte selbst einen von Nico Schäfer an ihm verursachten Strafstoß (20.). Wiederum zwei Minuten später scheiterte Braun scheiterte frei durch an Torwart Niclas Köhler.

Dann war wieder die SG dran – und machte es viel besser. Kramer vollendete erst nach Direktspiel des im ersten Durchgang starken Krüger über Toni Duwe (25.), um dann nach Doppelpass mit Krüger leichtfüßig und zu schnell für die Eintracht-Verteidiger auf 3:1 zu stellen (28.).

Klose stellt rechtzeitig um

„Ich muss mich bei meiner Mannschaft für mein System entschuldigen“, reagierte Klose. Er stellte auf eine Spitze um und brachte Adrian Radig, den er eigentlich wegen muskulärer Probleme schonen wollte, für Cengiz Sarigül. Fortan waren die Löcher, beginnend im defensiven Mittelfeld, weitgehend gestopft.

Gleichzeitig hatte Muratovic den Rücken frei und avancierte zum Matchwinner. „Überragend“, lobte Klose den Spielmacher. Der düpierte in der 38. Minute im Strafraum Jan Leimbach, Julian Schneider und Kai Döhring und schoss zum Anschluss ein. „Die erste Halbzeit geht komplett an uns mit drei überragend herausgespielten Toren“, analysierte SG-Trainer Simon Lieber, „allerdings haben wir dem Gegner auch zwei geschenkt.“

Am Ende zweimal Radig

Der zweite Durchgang bescherte 20 Minuten Magerkost. Waren die Akteure bei warmem Wetter schon müde? I wo. Klose, der sich in der Kabine sicher gewesen war, „dass wir hier heute gewinnen“, rief nach 65 Minuten seine Spieler zum Gasgeben auf – drei Minuten später erzielte der starke Braun das 3:3.

Die Badestädter versuchten noch einmal das Tempo anzuziehen, aber ihre Fehlpassquote wuchs und trotz der Hereinnahme von Waldemar Schubert wurden sie nicht mehr gefährlich. 

Lieber: Zweite Halbzeit peinlich

Die Gäste zeigten mehr Einsatz und den größeren Willen. Der oft nur noch durch Fouls zu bremsende Muratovic scheiterte nach super Kombination über vier Stationen an Köhler (70.). Dann leiteten er und Braun das verdiente 3:4 durch den aufgerückten Adrian Radig ein (81.).

Fünf Minuten später war die Messe gelesen. Artur Radig luchste Lukas Baumann das Leder ab, tankte sich auch gegen Nico Schäfer durch: 5:3 für Edertal. „Eine geile Truppe“, strahlte Klose. Und sein Gegenüber Simon Lieber? „Die zweite Halbzeit war peinlich. Punkt.“

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