Sitzung der Vereinsvertreter diskutiert Verzicht auf Gespanne

Gruppenliga gehen die Schiedsrichter aus

Bei der Sitzung der Gruppenliga in Wabern kündigte Klassenleiter Horst Riemenschneider (2.v.l.) für das Jahr 2020 seinen Rücktritt an. Das Bild zeigt ihn mit den Kollegen (v.l.) Willi Reinemann, Peter Bauschmann und Ewald Wollert.
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Bei der Sitzung der Gruppenliga in Wabern kündigte Klassenleiter Horst Riemenschneider (2.v.l.) für das Jahr 2020 seinen Rücktritt an. Das Bild zeigt ihn mit den Kollegen (v.l.) Willi Reinemann, Peter Bauschmann und Ewald Wollert.

Wabern. Kein Spielausfall in der Fußball-Gruppenliga bis zur Winterpause: Wann gab es das zuletzt? In diesem Punkt zeigte sich Klassenleiter Horst Riemenschneider mit dem bisherigen Saisonverlauf zufrieden, wie er bei der Wintersitzung in Wabern den Vereinsvertretern mitteilte.

Von Armin Hennig

Einziges Ärgernis sei der möglicherweise verfrühte Spielabbruch der Partie VfR Volkmarsen gegen TSV Mengsberg wegen starken Regens durch den Schiedsrichter gewesen. Ein weiterer Kritikpunkt: Die Trainer seien gegenüber der Vorsaison am Spielfeldrand wieder unruhiger geworden.

In Sachen Fairness erwiesen sich die Aufsteiger als Maßstab, an dem sich einige Teams orientieren sollten. Gudensberg, Edertal und Buchenberg/Ederbringhausen führen die Fairnesstabelle an; keiner der drei stehe unten drin.

Verzicht auf Gespanne?

Das möglicherweise größte Problem der Gruppenliga, auch zukünftig, griff Schiedsrichteransetzer Willi Reinemann auf: „Die Schiedsrichter-Misere holt uns nun ein.“ Der Pool von Referees in Reserve werde immer kleiner und die jüngeren Unparteiischen seien immer weniger bereit, über ihre zwölf Pflichtspiele hinaus zu pfeifen. Diese Zahl war beim letzten Verbandstag festgelegt worden und sie erweist sich nun als Eigentor. Die Entscheidung lässt sich erst beim nächsten Verbandstag im Jahr 2020 korrigieren.

Der Klassenleiter plädierte dafür, dass ein Schiedsrichter eine Mindestanzahl von Spielen im Monat absolvieren müsse. Als kurzfristige Lösung schlug Reimann vor, auf die Gespanne in der Gruppenliga zu verzichten. Die Mehrzahl der Vereinsvertreter lehnte das ab und wünschte sich, das Schiedsrichtertrio so lange wie nur irgend möglich beizubehalten.

Eine weitere Lösung wäre laut Reimann eine eingleisige Gruppenliga. Die ist seit Jahren Fakt in den Regionen Fulda und Marburg. Dort sei der Pool der Reserve-Schiedrichter noch mit 100 oder 500 Referees gefüllt, so Reinemann.

Vier Spiele Speere die höchste Strafe

Die eingleisige Gruppenliga könnte frühestens beim Verbandstag 2020 beschlossen werden. Dann werde es auch einen großen personellen Einschnitt geben, kündigte Riemenschneider an. Außer ihm würden drei weitere Kollegen aus der Region aufhören, damit müssten vier von fünf Posten neu besetzt werden.

Bei 33 Einzelrichterurteilen, von denen 14 auf die Gruppe 1 entfielen, war Einzelrichter Ewald Wollert halbwegs zufrieden mit dem bisherigen Saisonverlauf – zumal nur in Gruppe 2 eine längere Sperre verhängt worden sei. In Gruppe 1 waren vier Spiele Sperre das Maximum. Bei strittigen Fällen empfahl Wollert die schriftliche Kommunikation, um jegliches Missverständnis auszuschließen.

Digitaler Pass 2020

Auch in der Rechtspflege tut sich möglicherweise ab 2020 eine Personallücke auf. Harald Kulle ist nach Düsseldorf gezogen. Er ist für elektronische Kommunikation mit dem Vorsitzenden des Regionalsportgerichts Kassel zuständig, der in dieser Saison bislang in zwei Fällen gefordert war. Mit Hilfe des elektronischen Postfachs würden Wollert und Kulle bis zum Verbandstag weiterarbeiten.

Der digitale Spielerpass ist laut Riemenschneider ab 2020 auch für die Gruppenliga verpflichtend. In den höheren Ligen sei er ab 2019 Standard. Natürlich gebe es Spieler, die ihr Bild aus beruflichen Gründen nicht veröffentlichen wollten. Das sei für die Vereine aber kein Grund, es nicht zu tun, denn es gebe eine Funktion, die das Bild im Spielerpass nur für Schiedsrichter und Offizielle freischalten würde.

Spielfreie Ostertage winken

Die Saison wird am 10. März 2019 fortgesetzt. Da bislang kein Nachholspiel angesetzt werden musste, ist Ostern bis auf Weiteres frei. Die Vereine könnten die Feiertage allerdings bei ähnlich guten Verhältnissen wie im vergangnen Herbst für Spielverlegungen nutzen, sagte Klassenleiter Riemenschneider. Letzter Spieltag ist Samstag, 25. Mai, Anpfiff um 17.30 Uhr. 

Bei einer ungeraden Zahl von Absteigern würden die Viertletzten aus beiden Gruppen am Donnerstag, 30. Mai aufeinandertreffen und in einem Spiel auf neutralem Platz den Klassenerhalt untereinander ausspielen. Am selben Tag wird auch die erste Begegnung der Aufstiegsrelegation zur Verbandsliga angepfiffen. Die weiteren Spieltermine sind der 2. und 8. Juni. Die Maximalzahl der Absteiger bleibt bei vier Mannschaften je Staffel Sollte es vermehrten Abstieg aus der Verbandsliga Nord geben, würde die Gruppenliga mit 17 Teilnehmern starten.

So geht's am 10. März weiter: Buchenberg/Ederbringh. - Wabern Melsunger FV - TSV/FC Korbach Eintr. Edertal - VfR Volkmarsen Bad Wildungen/Fr. - Kirchberg/L. Goddelsh./Münden - Gudensberg FC Homberg - SG Brunslar/Wo. FC Körle - TSV Mengsberg Schwalmstadt II - Felsberg/L./N.

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