Wintertagung der Gruppenliga

Riemenschneider: Reform des Spielsystems kommt

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Saßen zum letzten Mal einer der Gruppenliga-Tagung vor (von links): Schiedsrichter-Beauftragter Willi Reinemann, Klassenleiter Horst Riemenschneider, Waldecks Kreisfußballwart Peter Bauschmann, Vorsitzender Sportgericht Ewald Wollert. 

Die Gruppe 1 der Fußball-Gruppenliga ist in dieser Saison eine Art Vorzeigeklasse der Region Kassel. Doch ihre Tage sind gezählt.

Volkmarsen – „Problemlos“ nannte Liga-Chef Horst Riemenschneider bei der Wintertagung der Liga-Vereine am Samstag im Clubhaus des VfR Volkmarsen das Management der Staffel bisher. Das Wort gilt selbst für den Strafenkatalog. 

Die Verschmelzung mit der Gruppe 2 zu einer Liga, gegen die sich der Norden – vor allem mit dem Argument der langen Fahrtwege – trotz Interventionen aus anderen Regionen stets erfolgreich gestemmt hat, wird umgesetzt. Aber nicht sofort. „Ich denke, vor der Saison 2022/23 wird die eingleisige Liga nicht kommen“, sagte Riemenschneider.

Bald zwei Verbands- und sechs Gruppenligen?

Der scheidende Liga-Chef erwartet den Schritt als Teil einer generellen Reform des Spielsystems im Hessischen Fußball-Verband (HFV). Riemenschneider entwarf dieses Szenario: eine Hessenliga, zwei Verbands- und darunter sechs Gruppenligen – das heißt, dass neben Kassel auch Frankfurt eine Gruppenliga-Staffel einbüßen würde. Beschlossen sei nichts.

Einen Preis für die andauernde Zweiteilung in der Region Nordhessen zahlen oft genug die Verbandsliga-Aufsteiger. „Das Leistungsniveau ist nicht so hoch“, sagte Riemenschneider. Der sofortige Abstieg ist nicht selten programmiert. Aktuell dürften sich beide Aufsteiger aus der Gruppe 1, Melsunger FV und FC Körle, nicht über die Saison hinaus in der höheren Klasse halten. 

Großer Umbruch bei den  Funktionären

Eine veränderte Liga-Hierachie würde sich auch auf die Kreisoberligen der Region auswirken. Riemenschneider ließ erkennen, dass er sie von fünf auf drei reduzieren würde. Vor allem, damit die Zahl der Absteiger einer künftigen Gruppenliga, selbst bei einer Aufstockung auf 17 Teams, im überschaubaren Rahmen bleibt.

Aber Riemenschneider wird darüber nicht mehr befinden. Der 71 Jahre alte Kasseler wird nach fast 30 Jahren in verschiedenen Ehrenämtern beim HFV, darunter acht als Regionalbeauftragter, mit Ende der Saison aufhören. Er verabschiedete sich mit Dank an die Vereine: „Wir haben immer einen Konsens gefunden. Es war eine schöne Zeit.“

Der personelle Umbruch, der sich bei den kommendem Kreisfußballtagen vollzieht, betrifft nicht nur den Mann an der Spitze. Auch der Schiedsrichter-Beauftragte Willi Reinemann (Vellmar) gab in Volkmarsen seine Abschiedsvorstellung. Ebenso Peter Bauschmann, Riemenschneiders Stellvertreter und Waldecks Fußballchef. Er berichtete, von den fünf Kreisfußballwarten der Region wollten vier im Frühjahr nicht mehr kandidieren.

Wenig Strafen verhängt

Nicht zuletzt kündigt sich auch der Abschied von Ewald Wollert (Korbach) an; der Waldecker Vorsitzende des Kreissportgerichts stellte der Liga am Samstag noch mal ein gutes Zeugnis aus: „Alle haben sich recht gut benommen.“ In Zahlen heißt das: Von den bisher 35 Einzelricher-Urteilen, die in der Gruppenliga insgesamt verhängt wurden, entfielen nur zwölf auf die Gruppe 1. „Wenn es in der Rückrunde auch so läuft, wird es eine ruhige Saison“, sagte Wollert.

Willi Reinemann zeigte sich zuversichtlich, dass wie bisher schon auch die Spiele der Restrunde mit Gespannen besetzt werden können. Mit eigenen Kräften schafft das die Region aber nicht, sie ist auf die Hilfe ihrer Nachbarn Gießen-Marburg und Fulda angewiesen.

Nur sieben Partien noch nachzuholen

Lediglich sieben Nachholspiele hat die Liga in der Restrunde noch abzuarbeiten. „Damit können wir leben“, sagte Riemenschneider. Vier Hängepartien sollen am 29. Februar/1. März stattfinden, dem ersten Spielwochenende des Jahres. 

Noch unklar war, wann der TuSpo Mengeringhausen und der FC Homberg ihre im November abgesagte Begegnung nachholen. Den Termin 30. April wollte Riemenschneider nicht akzeptieren. Offen blieb auch das Datum für das Spiel zwischen der FSG Gudensberg und dem VfR Volkmarsen. Am ursprünglichen Termin 17. Mai hat der VfR, der 2020 groß sein hundertjähriges Bestehen feiert, die Traditionsmannschaft von Schalke 04 zu Gast.

Die Saison endet für alle am Pfingstsamstag (30. Mai). Falls es sieben Absteiger geben sollte, würde das Entscheidungsspiel zwischen den Viertletzten beider Gruppenligen auf neutralem Platz am Donnerstag, 4. Juni, ausgetragen. Am selben Tag könnte die Aufstiegsrunde zur Gruppenliga starten, einen Tag früher die Extrarunde zur Verbandsliga.

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