Am Sonntag kommt der TSV/FC, doch Favorit sind wohl die Gastgeber 

SG Bad Wildungen: Ende des Korbach-Fluchs?

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Wie immer: Im Hinspiel siegte Korbach klar mit 4:1, Kevin Staniek (vorn) erzielte das vierte Tor. Hier versucht ihn der Bad Wildunger Stefan Jobs vom Ball zu trennen.

Bad Wildungen. Ob tabellarisch auf Augenhöhe oder weit auseinander: Bislang war stets darauf Verlass, dass die SG Bad Wildungen/Friedrichstein gegen den TSV/FC Korbach Nerven zeigt.

Auch in dieser Saison – sowohl im Sommer im Pokal wie im Herbst in der Gruppenliga (jeweils 1:4) blieben die Badestadt-Fußballer unter ihren Möglichkeiten. In das kommende Duell an diesem Sonntag (15 Uhr) vor eigenem Publikum gehen sie jedoch mit so viel Selbstvertrauen wie vielleicht nie.

TSV/FC nicht mehr das schlechteste Team der Rückrunde

Seit dem Hinspiel, bei dem die Badestädter eine schwache Korbacher Leistung mit einem noch schlechteren Auftritt unterboten, hat sich viel verändert. Beide Vereine wechselten die Trainer. Inzwischen ist Wildungen die beste Rückrundenmannschaft, der TSV/FC ist am Mittwoch mit dem ersten auf dem Platz errungenen Sieg im neuen Jahr den Titel der schlechtesten Rückrundenelf los geworden.

Grundlage für den Erfolg in Volkmarsen war nicht nur der frühe Treffer von Christoph Osterhold, sondern eine neue Stabilität in der Defensive durch den Einsatz von Gregor Mainusch. Urlaubsvertretung Michael Maron hatte ihn in die Innenverteidigung beordert. Zufall oder nicht: Mit der Verletzung des universell einsetzbaren und ballsicheren Spielers im Herbst bekam bewegte sich die Korbacher Bilanz Richtung Keller.

Gregor Mainusch überzeugt als Abwehrmann 

Hinzu kam ein Faktor, den Maron als Grundvoraussetzung für einen weiteren Erfolg auf Gegners Platz ansieht: „In Volkmarsen ist wirklich jeder für jeden gerannt, auch als die Kräfte nachließen. Sonst hätten wir das Tor nicht über die Zeit gebracht. Diese Einstellung hat zuletzt gefehlt“, sagt er, vergisst jedoch auch das psychologische Moment nicht: „Die Mannschaft weiß jetzt wieder, wie es sich anfühlt, wenn man gewinnt und wie man gewinnt.“

Mit der Devise „gemeinsam, nicht als Einzelkönner“, hofft der Trainer darauf, dass der Teamgeist auch beim nächsten Derby als Erfolgsfaktor erhalten bleibt.

Kein Gedanke an Pleitenserie

Vollkommen unvorbelastet und zuversichtlich durch die jüngste Erfolgsserie geht Simon Lieber ins Waldecker Derby. Der Wildunger Trainer verschwendet keinen Gedanken an die anhaltende Pleitenserie gegen Korbach. Zumal seine Elf zuletzt in Felsberg den Auswärtsfluch brechen und sich nach der Pause schonen konnte.

„Die zweite Halbzeit war sicher kein Fußball-Leckerbissen, aber wenn man mit 3:0 in die Pause geht, kann man gegen eine Mannschaft, der die Mittel fehlen, auch mal einen Gang zurück schalten“, sagt Lieber. Er weiß: „In einem Derby können wir uns das natürlich nicht leisten, es ist gut vorstellbar, dass die Entscheidung gegen Korbach erst spät fällt.“

Das zweite Mal ohne Gegentreffer

Der Wirkungstreffer in der Schlussphase erwies sich gewissermaßen als Markenzeichen der noch jungen Ära Lieber, in die zuletzt auch der erst zweite Wildunger Zu-Null-Sieg der Saison fiel.

Am Sonntag treffen die dritt- und die viertschlechteste Abwehr aufeinander, aber auch der dritt- und der viertbeste Sturm, von daher steht eigentlich ein torreiches Spiel ins Haus. Beim TSV/FC steht Tim Bialuschewski wieder an der Seitenlinie, während Michael Maron im Vorspiel der Reserven die Verantwortung trägt. Dank dieser Konstellation können beide Gegner, im Gegensatz zum Hinspiel, aus dem Vollen schöpfen.(ahi)

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