Aus nach nicht mal einem halben Jahr beim Fußball-Gruppenligisten 

TSV/FC Korbach entlässt Trainer Wetzstein

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Seine Uhr an der Hauer ist abgelaufen: Ralf Wetzstein.

Korbach. Ralf Wetzstein ist nicht mehr Trainer des TSV/FC Korbach. Der Fußball-Gruppenligist hat dem 52 Jahre alten Lizenzinhaber am Sonntag die Entlassung mitgeteilt.

Wetzstein selbst bestätigte die Trennung am Sonntagabend, Abteilungsleiter Martin Rinne an diesem Montag. Er nannte als Auslöser für die Entscheidung das bisherige Abschneiden der ersten Mannschaft. Mit 25 Punkten zur Winterpause muss sie nach wie vor auf den Abstiegskampf schielen. "Wir sind  zu dem Ergebnis gekommen, dass wir zu einer Veränderung kommen müssen", sagte Rinne. 

Der Spartenchef deutete außerdem Stress der Trainer untereinander an.  "Die Kommunikation innerhalb des Trainerteams führte dazu, dass die Harmonie nicht mehr gegeben war", sagte er. Schließlich hätten Gespräche mit den Spielern gezeigt, "dass unser mittelfristiges Ziel, wieder zu einer Spitzenmannschaft in der Gruppenliga zu werden, dann doch gefährdet ist".

Weniger als 50 Prozent Trainingsstunden

Das Wort von den Unstimmigkeiten im Trainerteam habe er "nicht so richtig verstanden", sagte Wetzstein, der erst im Sommer als Nachfolger von Jörg Büchse an die Hauer gewechselt war. Und seine sportliche Bilanz hält der Ex-Trainer angesichts der schwierigen Umstände keineswegs für so schlecht. 

Neben dem Ausfall verletzter Leistungsträger sah Wetzstein erfolgreiche Arbeit vor allem durch die  oft schlechte  Trainingsbeteiligung torpediert. 80 Prozent der Spieler, die am Ort oder im Umkreis wohnten, kämen auf weniger als 50 Prozent der Trainingsstunden, sagte er und folgerte: "Die Identifikation mit der eigenen Mannschaft ist nicht da." Einzelnen Spieler warf er zudem vor, nicht kritikfähig zu sein. Sein Eindruck sei, dass die Mannschaft keinen Trainer brauche, "sondern eher einen Psychologen oder Sozialarbeiter".

Spieler in der Verantwortung 

Auch Rinne nahm die Mannschaft in die Verantwortung, zumal man Wetzstein fachlich nichts vorwerfen könne: "Dass die Hinrunde gelaufen ist, wie sie gelaufen ist, schreibe ich zum großen Teil den Spielern zu." Rinne sagte aber auch, Wetzstein sei es nicht gelungen, sich wirklich auf die Bedingungen an der Hauer einzulassen. Er sei andere Strukturen gewohnt gewesen (Wetzstein kam aus der Jugendarbeit von RW Ahlen) und einen anderen Umgang mit seinen Spielern. "Mit der Art der Kommunikation untereinander geht der Amateur aber anders um als der bezahlte Fußballer."

Der TSV/FC sucht nun erneut einen Cheftrainer, wie Rinne bestätigte. Allerdings ist der zeitliche Druck nicht groß, Das bestehende Trainerteam könne die aktuelle Situation gut meistern.      

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