Etwas glücklicher 2:1-Erfolg in Sachsenhausen

Bad Wildunger SG müht sich zum Sieg in Überzahl

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Nein, das wird kein Tor: Kevin Wathling, Torschütze zum 2:1 für die SG Bad Wildungen, liegend in Position gegen Marvin Schneider; dazwischen Torwart Robin Heinemann (Freienhagen/Sachsenhausen).

Nach dem Abpfiff atmete Simon Lieber tief durch. Der Trainer der SG Bad Wildungen/Friedrichstein war nach dem 2:1 (0:1)-Erfolg bei der SV Freienhagen/Sachsenhausen erleichtert.

Gegen eine Halbzeit lang nur zehn Gastgeber hatte der Favorit sich zu einem Derby-„Dreier“ im ersten kompletten Saisonspiel der Fußball-Gruppenliga gemüht, der nichts Selbstverständliches hatte.

„Wir hätten aufgrund der ersten Halbzeit mindestens einen Punkt verdient gehabt“, stellte Timo Kiepe, Coach des unterlegenen Aufsteigers, mit einigem Recht fest. Knackpunkt war für ihn die Gelb-Rote Karte gegen Mittelfeldspieler Timo Heinemann direkt vor der Pause wegen eines unbeherrscht verübten Foul. „Ich bin fest davon überzeugt: Wenn wir mit elf Mann zu Ende gespielt hätten, hätten wir das Spiel gewonnen“, sagte Kiepe.

Duwe vergibt doppelt die Führung

Nun ist das mit den Konjunktiv so eine Sache. Als Führende hätten auch die stark beginnenden Gäste in die Halbzeit gehen können. Doch Toni Duwe erweis sich als doppelter Pechvogel. In der 11. Minute jagte er den Ball freistehend am langen Pfosten vorbei, bei nächster Gelegenheit (16.) passte er quer statt abzuschließen.

Die Angriffsherrlichkeit der SG hatte sich damit schon erschöpft. „In der ersten Halbzeit haben wir es einfach nicht gut gemacht“, sagte Lieber. Das Aufbauspiel war zu fehlerhaft, die Abwehr bei den oft langen Bällen nicht immer sicher. Sie begünstigte fast folgerichtig die Führung der SV.

Mannweiler wuchtig zum 1:0

Nach einem weiten Freistoß hielten Torwart Christian Seibert und Kai Döhring den Ball im Spiel statt ihn ins Aus gehen zu lassen. Heinemann bedankte sich mit einer Flanke, die zu Nico Mannweiler abgewehrt wurde. Der Kapitän holte aus und traf wuchtig aus 16 Metern flach zum 1:0 (17.)

Albert Reimer besaß die zweite Chance der SV, sein Schuss wurde abgefälscht (25.). Mehr drin war für Simon Schwechel. Er luchste nach einem langen Schlag von Nico Müller, bald mit Knieproblemen ausgewechselt, SG-Verteidiger Johannes Süring den Ball ab – um diesen vorbei zu schieben (35.).

Gäste nach der Pause taktisch neu sortiert

Die Wildunger verbuchten bis zur Pause ein Abseitstor, legten aber mit Wiederbeginn mehr Kreativität vor. Lieber wechselte Carsten Laun und Florian Bruder ein, stellte taktisch um auf Doppelsechs, und die Mannschaft stand nun höher. Der Erfolg kam schnell: Iven Krüger schloss nach Ballverlust der SV und herrlichem Pass von Tobias Becker von halblinks präzise zum 1:1 ab (48.).

Eine Minute später vergab Bruder, vor dem beim nächsten Vorstoß SV-Torwart Robin Heinemann nach Döhrings Hereingabe rettete (59.). Die Gastgeber verteidigten aber prima. „Sachsenhausen hat das mit zehn Mann wirklich gut gemacht“, anerkannte Lieber. Die SV startete zudem nicht ungefährliche Konter. Die beste Szene resultierte aber aus einer Ecke, die Sebastian Müller an die Latte schaufelte (57.).

Wathling macht's am Ende

Gleichwohl: Mehr Gefahr verbreitete der Gast. Bruders Aktion (75.) und Kevin Wathlings Versuch im Sprung (79.) verpufften, dann ging's ab durch die Mitte. Krüger legte Wathling herrlich vor, der schloss überlegt zum 1:2 ab (84.). „Unterm Strich ärgerlich“, befand Timo Kiepe. Das fanden die Wildunger natürlich überhaupt nicht.

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