0:2-Niederlage gegen den SC Waldgirmes

SC Willingen schreibt kein  neues Pokalmärchen

+
Machte im Angriff ordentlich Betrieb: Max Ullbrich (vorn), hier gegen Volkan Öztürk vom SC Waldgirmes. 

Willingen. Der SC Willingen wird in dieser Saison kein zweites Hessenpokal-Märchen schreiben. Anders als im Vorjahr scheiterte der heimische Fußball-Verbandsligist am Abend in der zweiten Runde mit 0:2 (0:1) am klassenhöheren SC Waldgirmes.

Trainer Uli Drilling lobte seine Mannschaft trotzdem. „Wir sind selbstbewusst aufgetreten und haben dem Hessenligisten die Stirn geboten“, sagte er, räumte aber ein: „Natürlich war der Sieg für Waldgirmes verdient.“ Das fand auch sein Kollege aus Mittelhessen, Daniyel Bulut, wies aber darauf hin, dass so ein Erfolg alles andere als selbstverständlich sei: „Wir haben ja selbst erlebt, dass man hier verlieren kann.“ Im Vorjahr ging die Partie mit 2:0 an die Willinger.

Beide Mannschaften waren sich mit Respekt gegenübergetreten. Waldgirmes hatte mehr Ballbesitz, war technisch stärker, aber die Gastgeber – ohne den wegen einer Fußprellung geschonten Christoph Keindl – spielten gut mit. Florian Heine und Max Ullbrich beschäftigten die Defensive der Gäste ordentlich, nur fehlte dem Spiel der Upländer oft der letzte Pass. Und manchmal auch das Quäntchen Glück.

Die Willinger Defensive steht gut

Zum Beispiel in der 6. Minute, als Jan-Henrik Vogel nach Vorarbeit von Heine und Max UIlbrich aus 22 Metern knapp das Tor verfehlte (6,). Drei Minuten später zeigte der Gast eine schöne Ballstafette; am Ende verzog Volkan Öztürk.

Insgesamt funktionierte die Willinger Defensivarbeit. „Wieder in die Ordnung“, forderte Co-Trainer Rainer Schramme die Spieler lautstark auf. Sie zwangen den Gegner immer wieder, den Weg „hintenrum“ zu suchen. Fast folgerichtig entsprang die nächste Torgefahr einem Freistoß von Tolgar Duran, Keeper Yannick Wilke lenkte ihn über die Latte (23.).

Drei Minuten später die beste Gelegenheit des heimischen SCW zur Führung: Rückkehrer Philipp Ullbrich passte auf seinen Bruder Max, dessen Ball Torwart Jan Dühring nach vorn abwehrte; den Nachschuss von Vogel konnte Dühring mit einem Reflex per Fuß klären. „Wenn wir etwas mehr Glück im Abschluss gehabt hätten, hätte das Spiel auch einen anderen Verlauf nehmen können“, meinte Trainer Drilling auch wegen dieser Szene.

Nach vorn geht lange Zeit wenig

Nach etwa einer halben Stunde erspielte sich Waldgirmes eine Dominanz. Die Führung war nicht unverdient. Nach einem Ballverlust von Vogel in einem Gewusel passte Duran lang und quer zum quirligen Marcel Siegel, dessen Hereingabe Nicolas Strack aus drei Metern leicht verwandelte (40.).

Das Niveau der ersten Hälfte retteten beide Teams nicht in die zweite, doch die Willinger verteidigten weiter aufmerksam und blieben engagiert gegen einen Gegner, der die ganze Breite des Platzes zu nutzen vermochte und Pässe in die Schnittstelle der Abwehr spielte. Nur nach vorn ging bei den Upländern wenig, der Versuch von Tobias Schumann war harmlos (57.)

Umstrittenes zweites Tor

Eine umstrittene Szene führte zum 2:0 für den Gast: Schumann bekam im Mittelfeld offenbar einen Schlag ins Gesicht, blieb liegen, ohne dass ein Pfiff erfolgte. Es ging nun ratz fatz und Ötztürks Hereingabe netzte Lucas Hartmann mühelos ein (70.). Die Gastgeber hätten ein Tor verdient gehabt. Die Chancen besaßen sie, doch weder der von Max Ullbrich schön bediente, für Fynn Kesper eingewechselte Sebastian Butz (73.) noch in der Schlussphase Eric Kroll (85.), Schumann (88.) und erneut Butz (89.) konnten prima Kombinationen vollenden.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare