SVH nach Quotientenregel Erster in der Kreisliga C

Meister Hillershausen: 13 Mal zu Null – mit Vorstopper im Tor

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Der SV Hillershausen, Meister der Fußball-Kreisliga C Waldeck – hintere Reihe von links: Trainer Carlos Ruivo, Jan Huneck, Steffen Becker, Timo Jackowski, Jan Zweig, Max Simon, Mohamed Alrefaai, Björn Lausen, Niklas Becker, Marc Padberg, Roland Kowalik; vordere Reihe von links: Christoph Harbecke, Christian Wilke, Steffen Löcker, Sebastian Schmidt, Marc Kuhnhenne, Till Müller, Paul Schulz, Nico Padberg. Es fehlen: Marcel Simons, Johannes Emde, Nico Canisius.

Zweimal waren sie Dritter. Diesmal auch. Doch dann kam Corona und die Quotientenregel. Und der SV Hillershausen ist Meister der Kreisliga C.

Als Carlos Ruivo vor knapp drei Jahren eines Abends um 22 Uhr die Nachricht auf sein Handy bekam, dass der SV Hillershausen einen Trainer sucht, dachte er zunächst, dass Absender Niklas Becker ihn „verarschen“ wollte. Doch die Anfrage des Schriftführers war ernst gemeint. 

Und nachdem Ruivo festgestellt hatte, „dass es da ziemlich viele junge Leute gibt, die begeistert dabei sind“, ließ sich der Portugiese nach dem Motto, „ich versuche mal aus Nichts etwas zu machen“, für ein Engagement beim C-Ligisten begeistern.

„Unser Ziel war seitdem der Aufstieg“, sagen Ruivo und Becker unisono. Die Mannschaft aus dem Korbacher Stadtteil hat es nach zwei dritten Plätzen nun in der wegen Corona abgebrochenen Saison erreicht.

Dabei profitierte der Tabellendritte von der Quotientenregel, die wegen der unterschiedlichen Anzahl von Spielen der Mannschaften angewendet wird. Der SVH ließ so neben dem zweitplatzierten SV Braunau auch noch Tabellenführer TuS Massenhausen mit 0,042 Zählern Vorsprung hinter sich.

Hatten einige Tore zu bejubeln: Die Kicker des SV Hillershausen, hier Torschütze Steffen Löcker, Jan Huneck (Nr. 11), Paul Schulz (3) und Timo Jackowski im Spiel gegen Edertal II.

„Wir hatten Glück, dass wir die Heimspiele im November gegen Hesperinghausen und Vöhl noch durchgezogen haben, sonst hätten wir in die Röhre geguckt“, bekennt Ruivo. Beide Partien gewann der SV mit 5:0, was ihm letztlich den Sprung in die Kreisliga B sicherte.

Ruivo: "Wir wären auch auf sportlichem Weg aufgestiegen"

„So richtig freuen können wir uns über den Aufstieg aber nicht, auch weil wir mit der Mannschaft wegen Corona keine Sause machen konnten. Wir hätten den Aufstieg lieber sportlich geschafft, aber jetzt waren eben höhere Mächte im Spiel“, sagt Ruivo.

Für den Ex-Coach der SG Eppe/Niederschleidern (1997 bis 2001) war es der vierte Aufstieg bei seiner siebten Trainerstation, nachdem er zuvor den TuS Medebach in die Bezirksliga und Blau Weiß Hesborn sowie Rot-Weiß Medelon in die A-Liga geführt hatte.

Der in Hesborn lebende Coach glaubt, „dass wir auch sportlich aufgestiegen wären“, obwohl seine Mannschaft Mitte September in Massenhausen mit 1:4 verloren hatte. „Da waren wir einfach nur schlecht. Ich kann mir bis jetzt noch nicht erklären, was da los war, aber zum Glück hat das Spiel nicht zu einem Knacks bei uns geführt“, sagt Ruivo. „Dennoch haben wir vor Massenhausen, die an dem Tag stark waren, keine Angst gehabt. Ich bin fest davon überzeugt, dass wir das Rückspiel gewonnen hätten“, fügt er noch an.

Hillershäuser holten zuletzt acht Siege in Folge

Nach der Pleite im Spitzenspiel holte Hillershausen bis zum Saisonabbruch acht Siege in Folge, nachdem der SV mit vier Erfolgen und 26:0 Toren nach vier Spielen bereits an der Tabellenspitze gestanden hatte, bevor es bei der SG Wesetal II (0:2) und beim 2:5 bei TuS Helsen, wo sich Abwehrspieler und Fußballobmann Steffen Harbecke einen Kreuzbandriss zuzog, auch wegen Personalproblemen zwei Niederlagen setzte.

Bei den drei Niederlagen des Meisters fehlte Sebastian Schmidt, den Ruivo vor der Saison „mit ganz viel Überzeugungsarbeit auch wegen seiner Statur vom Vorstopper zum Torwart“ umfunktioniert hatte. Mit dem 30 Jahre alten, 1,85 Meter großen und 85 Kilogramm schweren Spielführer im Gehäuse gewann Hillershausen alle seine 13 Saisonspiele zu Null (!), bei 64 eigenen Toren, und stellte mit nur elf Gegentoren die beste Abwehr sowie mit 74 Treffern auch den besten Angriff der Liga.

Ausgeglichenheit, auch bei den Torjägern

Dabei war Marcel Simons mit elf Toren am erfolgreichsten, wobei der SV mit sechs Schützen unter den besten 20 Torjägern der Klasse durch seine Ausgeglichenheit bestach. „Das ist unsere große Stärke“, sagt Ruvio. 

Er zählt seinen Spielmacher Steffen Becker, der in neun Einsätzen zehn Mal traf sowie die Sechser Christian Wilke (fünf Tore) und Steffen Löcker (3) als weitere Leistungsträger auf. Durch viel Torschusstraining habe sich das im Schnitt 25 Jahre alte Team im Abschluss sehr verbessert. „In den zwei Saisons vorher waren wir noch nicht reif“, sagt Ruvio. 

Der Arbeiter in einer Möbelfirma, der die Offensivkräfte, zu denen auch Marc Philipp Padberg (9), Roland Kowallik (7) und Björn Lausen (6) gehören, rotieren ließ, ist „überzeugt“, dass seine Mannschaft, die bis auf Offensivmann Mohamed Alrefaai (6/Studium) „zusammenbleibt“, in der B-Liga „den Klassenerhalt packt. (jh)

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