Edertaler zum Stellvertreter von Carsten Well gewählt

Fußball: Joachim Schmolt neuer „Kronzprinz“ im Jugendausschuss des Verbands

Joachim Schmolt beim Verbandsjugendtag des HFV in Grünberg.
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Neue Nummer zwei im Jugendausschuss des HFV: Joachim Schmolt beim Verbandsjugendtag in Grünberg.

Joachim Schmolt ist beim Verbandsjugendtag des Hessischen Fußballverbands (HFV) in der Sporthalle Grünberg in die Rolle des „Kronprinzen“ geschlüpft. Der 50 Jahre alte Edertaler wurde bei der Tagung am vergangenen Samstag für die nächsten vier Jahre zum Stellvertreter von Verbandsjugendwart Carsten Well (Romrod) gewählt.

Grünberg - Waldecks Kreisjugendwart, bisher der Jugendbildungsbeauftragte des Verbands, folgt auf Jürgen Best aus Erzhausen, der nicht mehr zur Wahl antrat. Well, der seit 20 Jahren im Spitzenamt steht, ließ auf WLZ-Anfrage offen, ob er 2024 noch einmal kandidieren will. „Aber wer als Stellvertreter kandidiert, will auch der Nachfolger werden“, sagte er mit Blick auf die neue Nummer zwei.

Neben Schmolt gehören zwei weitere Nordhessen neu dem Verbandsjugendausschuss an: Lena Nöding (Knüllwald) als Mädchenreferentin (für Ute Maaß) und Jens Alter (Schwalmstadt) als Obmann für den Schulfußball (anstelle von Herbert Stündl/Fernwald). Jürgen Uhlein (Offenbach) übernahm Schmolts Job bei der Bildung.

Der Edertaler hatte sich in seiner Amtszeit stets für Qualifizierung und Qualität stark gemacht. „Das sind keine Begriffe, die nur in beruflichen Feldern von großer Bedeutung sind.“ Schmolt zog nun ein positives Fazit seiner Bemühungen: „Erfreulicherweise konnten wir erneut die Teilnehmerzahlen auf und in allen Ebenen bei den verschiedensten Aus-, Weiter- und Fortbildungsmaßnahmen deutlich steigern.“

Carsten Well bekräftigte in seinem Bericht die Empfehlung des Jugendausschusses, wegen der Pandemie die Hallenrunden der Jugend abzusagen. Ein klares Bekenntnis gab er zu Funino ab „Spätestens im Jahr 2021/2022 soll Funino die bevorzugte Spielform im Kinderfußball sein.“

Als „Sorgenkind“ stellte Well den Spielbetrieb der A- und B-Junioren dar. In den meisten Kreisen sei die Anzahl der Spieler und Mannschaften in diesen Altersklassen „deutlich rückläufig“. Eine Studie sagt allerdings eine Trendwende voraus. „Man darf gespannt sein, ob die positiven Prognosen ab dem Jahr 2027 eintreffen und ab dann das Tal der Tränen durchschritten sein wird“, erklärte Well.

Durchaus auch skeptisch sieht Well die neuen Regelungen zum Schiedsrichtersoll, die der ordentliche Verbandstag am 28. November beschließen soll. Sie hätten für Vereine mit großen Jugendabteilungen und vielen Mannschaften die Konsequenz, dass deren Schiedsrichter mehr Spiele leiten müssten. „Man darf gespannt sein, ob dieser Umstand nicht dazu führt, auf die Meldung von weiteren Teams zu verzichten, weil das Pflichtsoll nicht erreicht werden kann.“ Grundsätzlich nennt Well den Ansatz, beim Soll der Vereine die Zahl der zu pfeifenden Partien zugrunde zu legen, „ein Stück weit gerechter“ als die aktuelle Vorschrift.

Antrag: Einsatz von 18-Jährigen bei Senioren begrenzen

Der Jugendverbandstag verabschiedete eine Reihe von Anträgen auf Satzungs- und Ordnungsänderungen; beschlossen werden müssen sie vom ordentlichen Verbandstag. Einer der wichtigsten Punkte betrifft die Spielberechtigung von A-Junioren des jüngeren Jahrgangs bei den Senioren.

Aktuell dürfen sie, wie auch die Spieler des älteren Jahrgangs, automatisch in Herrenteams kicken, sobald sie 18 Jahre alt werden (betroffen sind die Fußballer, die zwischen Januar und Mai Geburtstag haben). Der Verbandsjugendtag will diesem Automatismus einen Riegel vorschieben; er soll nur noch für Junioren von DFB- oder Verbands-Auswahlen gelten.

Well begründete den Vorstoß damit, dass gegen Ende einer Saison immer wieder A-Junioren-Teams zurückgezogen würden. Eine der Ursachen dafür: Die Spieler würden bei den Senioren eingesetzt. Um den Bestand an Mannschaften der A-Jugend zu schützen, müsse die generelle Möglichkeit des Einsatzes der 18-Jährigen „weitgehend unterbunden werden“.

Beschlossen wurde ein Antrag an den DFB. Danach sollen Ausbildungsentschädigungen schon beim Wechsel von E-Junioren fällig werden, und nicht mehr erst ab der D-Jugend. Der Kreis Hanau hatte sogar verpflichtende Zahlungen für alle Altersklassen durchsetzen wollen. Begründung: Bereits Spieler aus der F- und G-Jugend würden „aggressiv abgeworben“.

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