Interview mit dem Spielführer des Gruppenligisten

Kevin Wathling, warum punktet die SG Bad Wildungen nicht mehr?

+
Antreiber und Torschütze: Kevin Wathling kann beide Rollen. In dieser Szene hat der Torwart der SG Goddelsheim/Münden, Manuel Mitze, das Nachsehen.   

Bad Wildungen – Fünf Spiele, vier Niederlagen: Gruppenligist SG Bad Wildungen/Friedrichstein steckt in der Ergebniskrise. Die Ursache? Für Kevin Wathling in erster Linie zu viele Fehler.   

"Die individuellen Fehler haben uns oft um den Lohn gebracht", sagt der 29 Jahre alte Spielführer des Liga-Neunten. Wathling ist, oft auf der Sechser-Position eingesetzt, einer der Spielgestalter der SG, dazu siebenfacher Torschütze. Er ist in Fritzlar zu Hause, arbeitet als Elektroniker und hat in Bad Wildungen auch für die nächste Saison zugesagt.

Herr Wathling, man fragt sich: Was ist los mit der SG Bad Wildungen/Friedrichstein? Bis Ende März spielt sie eine wirklich gute Saison und dann holt sie aus fünf Spielen einen Punkt. 

Uns unterlaufen viele individuelle Fehler und uns hat auch das Quäntchen Glück im Abschluss oft gefehlt. Sonst hätten wir die Spiele auch mal in unsere Richtung drehen können. Stattdessen geraten wir immer mehr in Rückstand, und irgendwann geht dann leider das Selbstvertrauen weg.

Fehlt dann der Glaube, noch etwas bewirken zu können?

Nein, das trifft es nicht. Wir haben in den fünf Spielen, die wir nicht gewonnen haben, ja nicht schlecht gespielt, aber durch die individuellen Fehler haben wir uns dann selber um den Lohn gebracht. Der Glaube war schon da, und wir haben ja in der Hinrunde öfter gezeigt, dass wir auch mal einen Rückstand von zwei oder drei Toren aufholen können. Das wissen wir, nur im Moment funktioniert es nicht so gut.

Kann man da als Spielführer in irgendeiner Form einwirken?

Wir versuchen schon als Mannschaft, uns gegenseitig aufzubauen und den Kopf oben zu behalten. Aber wie gesagt: Wir machen im Moment zu viele einfache Fehler.

Ihrer Mannschaft fehlt jetzt zwar noch ein Punkt, aber zwischenzeitlich schien sie sicher die Klasse zu halten. Hat das die Einstellung beeinflusst?

Absolut nicht. Nach dem Sieg gegen Wabern waren wir ja auch noch voll im Aufstiegsrennen dabei, da ist keiner irgendwie mit einer laschen Einstellung an die Sache ran gegangen. Kein Ahnung, es ist dann einfach gegen uns gelaufen.

Die SG hat bereits 59 Gegentore bekommen. Ist diese hohe Zahl auch vor allem besagten persönlichen Fehlern geschuldet?

Wir sind eher eine offensiv ausgerichtete Mannschaft. Wir rechnen schon damit, dass wir Gegentore kriegen. es klappt halt im Moment leider nicht so gut, dass wir selbst welche schießen. Was dazu kommt: In der letzten Zeit kriegen wir viele Gegentore nach Standardsituationen. Vielleicht fehlt uns ein Stück weit auch die körperliche Größe oder die Entschlossenheit, mit voller Kraft zum Ball zu gehen, um das Tor verhindern zu wollen.

"Wir sind nach wie vor eine geschlossene Truppe"

Was ist derzeit positiv festzuhalten?

Wir sind immer noch eine der wenigen Mannschaften, die möglichst versucht Fußball zu spielen. und nicht die Bälle einfach rauszuschlagen. Wir haben eine gute Stimmung, wir sind eine geschlossene Truppe, trotz der letzten Ergebnisse. Wie gesagt, es fehlt ein bisschen das Selbstvertrauen, aber ansonsten ist alles in Ordnung.

Am Samstag wartet Eintracht Edertal, das Derby für beide Teams schlechthin. Wie gehen Sie mit Ihrer Mannschaft in dieses Spiel?

Wir wollen uns natürlich für die Hinspiel-Niederlage revanchieren und den Bock wieder umstoßen. Das ist unser Anspruch und unser Ziel. Wir wollen das Spiel unbedingt gewinnen.

Die Motivation ist am Samstag besonders groß.

Schon aufgrund der vielen Spieler, die zwischen den Vereinen hin- und hergewechselt sind. Es ist für uns, wenn man das so sagen kann, das größte Derby.

Vier Waldecker Gruppenligisten kämpfen noch gegen den Abstieg. Ist die Schwälmer Konkurrenz im Moment stärker oder ist die Situation auf die jeweils individuellen Defizite zurückzuführen?

Natürlich ist jede Mannschaft ein Stück weit für ihr eigenes Glück zuständig. Aber beim Vergleich der Spiele muss man schon feststellen, dass die Gegner aus dem Schwalm-Eder-Kreis manchmal über eine höhere Qualität verfügen. Vor allem spielerisch. Die Waldecker sind eher kämpferische Mannschaften.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare