Sommersitzung des Fußballkreises

Bis zu vier Absteiger aus der Kreisoberliga

Blick in die Henkelhalle Vöhl mit jeweils einzelnen Personen an den Tischen
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Weit auseinander: Diese Feststellung galt bei der Sommertagung des Fußballkreises nur für Sitzordnung.

Nach zwei Corona-Jahren ohne Absteiger hat die Kreisoberliga Waldeck ziemlich zugelegt. In der kommenden Spielzeit soll sie wieder schlanker werden.

Vöhl - Mindestens drei und höchstens vier der achtzehn Mannschaften müssen die Staffel am Schluss der Saison 2021/22 durch den Tabellenkeller verlassen. Kreisfußballwart und Klassenleiter Gottfried Henkelmann schrieb bei der Sommersitzung des Fußballkreises am Dienstag in der Henkelhalle Vöhl die Rückkehr zur Richtzahl 15 fest – diese gilt auch für die Kreisligen A und B.

Vier Kreisoberligisten müssen dann runter, wenn mindestens ein Waldecker Gruppenligist absteigt. Jeder weitere Zuwachs von oben würde eine größere Klasse und den Abschied von der Richtzahl bedeuten. Mehr als vier Absteiger aus der KOL seien nicht zumutbar, sagte Henkelmann dazu.

Der Modus, nach dem die Absteiger ermittelt werden, ist noch nie in Waldeck ausprobiert worden – und er passt nicht jedem. Die Liga trägt, um den ansonsten 34 Spieltagen aus dem Weg zu gehen, erst eine einfache Runde aus und teilt sich dann: Die besten sechs Mannschaften ermitteln in Hin- und Rückspielen den Meister und einzigen Aufsteiger; sie fangen bei Null an.

Die übrigen zwölf Teams spielen in einer weiteren Einfachrunde um den Klassenerhalt, sie nehmen dabei die Ergebnisse mit, die sie bis dahin jeweils gegen ihre Playdown-Konkurrenten erzielt haben, nicht aber die Resultate gegen die Teilnehmer an den Playoffs. Auf diese Weise sind Hin- und Rückspiel in der Wertung, und damit kann der direkte Vergleich bei Punktgleichheit herangezogen werden.

Kritik vom TuS Bad Arolsen an Playdown-Regelung

Ungerecht, nannte Harald Schmidt, Obmann des TuS Bad Arolsen, diese Regelung. Seiner Auffassung nach haben damit die Mannschaften, die sich eher in der Abstiegsrunde wiederfinden werden, wenig Motivation, sich gegen die ersten sechs Teams richtig ins Zeug zu legen, „weil die Punkte sowieso weg sind“.

Henkelmann versprach, die Arolser Kritik dem Regionalbeauftragten Matthias Schmelz vorzutragen. Was er noch am selben Abend tat, wie Schmelz bestätigte. Der Niestetaler hat die Frage, warum die Punkte nur gegen die direkten Konkurrenten mitgenommen werden, an den Verband weitergeleitet; eine Antwort stand gestern noch aus.

Festgelegt ist der Modus im Paragraphen 30a der Spielordnung („alternatives Spielmodell“), der für die Saison 2021/22 vom Verbandsvorstand laut Henkelmann neu gefasst und einstimmig beschlossen worden ist. Es fehlt noch das formale Okay; der HFV holt es bis Freitag Mittag im Umlaufverfahren ein. Ebenfalls auf diesem Wege sollen die Vorstandsmitglieder „Grünes Licht“ für die Verfahrensweise geben, nach der bei einem neuerlichen Corona-Abbruch die Saison gewertet werden soll.

Ab wann die Runde gewertet wird

Bei den Sitzungen von Verbands- und Gruppenligen war die formal noch nicht fixe Regelung schon verkündet worden. Danach müssen 75 Prozent der Teams einer Liga die Hälfte ihrer Spiele absolviert haben, damit die Saison gewertet wird. Das heißt für die Kreisoberliga: Die Spielzeit zählt, sobald 14 Mannschaften (eigentlich 13,5, aber es wird immer aufgerundet) jeweils 14 Partien gespielt haben.

In der Kreisliga A müssen entsprechend elf der vierzehn Mannschaften jeweils 13 Spiele vorweisen. Für die Kreisliga B lautet die Vorgabe: neun Teams mit je elf Begegnungen. Von den in eine Nord- und eine Südgruppe geteilten 18 C-Ligisten müssen pro Staffel sieben jeweils acht Partien erreichen, um die zwei Aufsteiger zu küren.

Laut Henkelmann muss die KOL ihre Einfachrunde in diesem Kalenderjahr schaffen. Sie startet als einzige Waldecker Klasse bereits am 7./8. August, hat zwei Mittwochs-Spieltage und feste Termine bis zum 14. November im Plan stehen. Anschließend wird nachgeholt; Henkelmann ließ durchblicken, dass er notfalls auch Spiele auf Kunstrasen verlegen würde.

„Corona weiter ernst nehmen“

Der Ehringer appellierte an die Vereine, die wegen der Pandemie entwickelten Hygienekonzepte weiter umzusetzen und gerade in der „dritten Halbzeit“ am und im Klubheim nach den Spielen auf Abstand und Schutz zu achten. „Wir müssen Corona weiter ernst nehmen, wir sind noch nicht über den berühmten Berg“, sagte der Fußballchef, auch weil die Infektionszahlen gerade wieder in die verkehrte Richtung gingen.

Was sonst noch bei der Sommersitzung auf die Tagesordnung kam im Überblick:

Eintritt für Frauen

Der Kreisfußballausschuss erwärmt sich für das Thema. In den Waldecker Ligen zahlen Frauen, anders als in Verbands- und Gruppenliga 1, zwar in der neuen Saison noch keinen Eintritt. Kreisfußballwart Gottfried Henkelmann befürwortet eine einheitliches Vorgehen für alle Klassen von der KOL bis zur C-Liga und möchte vor einem Beschluss gern den Kreisdialog mit dem Verbandspräsidium im Oktober abwarten. Dafür wird aber bei den Endspielen im Waldecker Pokal am 28. August in Anraff ein einheitliches Eintrittsgeld von vier Euro erhoben – bisher zahlten nur die Männer, und zwar fünf Euro. Henkelmann begrüßte, dass das hessische Corona-Kabinett mittlerweile im Freien bis zu 1500 Zuschauer bei Einhaltung bestimmter Regelungen erlaube.

Zehn-Minuten-Strafe

Dass und wie die Zeitstrafe kommt (für alle Klassen von Kreisober- bis C-Liga), darüber hat die WLZ ausführlich berichtet. Am Dienstag ergänzte Schiedsrichterobmann Matthias Henkelmann einen Punkt: Bestrafungen von Betreuern, Trainern, ausgewechselten und Ersatzspielern. Gegen diese Gruppe kann der Unparteiische nach Verwarnung bei weiteren Vergehen nur noch die Rote Karte zücken. „Das macht die ganze Sache ein bisschen tricky“, sagte der KSO und forderte also die Beteiligten zur Zurückhaltung auf.

Fair-Play-Paten

Seit bald fünf Jahren besteht das Netzwerk Fair Play Hessen, das unter anderem die Vereine einlädt, Partner zu werden und damit bestimmte Fair-Play-Regeln anzuerkennen. Aus Waldeck machen acht Klubs mit – nur, befand Kreisfußballwart Gottfried Henkelmann in Vöhl. Er rief zu einer breiten Beteiligung an der Initiative auf („das ist mir wichtig“) und setzte einen Anreiz: Unter allen Vereine, die sich bis Ende Juli anmelden, will er fünf Fußbälle verlosen.

Corona-Pausen

Zwischen Vorspiel und Hauptspiel muss auch in der neuen Saison genügend zeitlicher Abstand bleiben, damit sich die Fußballer in den Kabinen und Duschräumen aus dem Weg gehen können – jedenfalls in den Klubheimen, die keine vier Kabinen haben. In aller Regel beginnen die Reserven deshalb sonntags um 13 Uhr (Gruppenliga-Reserven 12.45 Uhr), die ersten Mannschaften um 15.15 Uhr .

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