Kapitän der SG Goddelsheim/Münden im Interview

Mirco Grosche: „Halbgas gibt es bei uns nicht“

Goddelsheim/M. - Wabern, 05/18Mirco Grosche (Goddelsheim, rechts) gegen Jakob Splietorp (Wabern), links Christoph Bergmann (Wabern).Foto: Artur Worobiow
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Nicht nur die Haltungsnoten stimmen: Mirco Grosche in Aktion, der Gegner heißt TSV Wabern.

Goddelsheim – Mirco Grosche ist eine zentrale Figur im Spiel der SG Goddelsheim/Münden. Am Samstag spielt sein Team Schicksal für die FSG Buchenberg/Ederbringhausen. "Wir wollen gewinnen, wie immer", sagt er im Interview.

Der 22-Jährige ist Kapitän, Spielmacher und Torschütze Nummer zwei bei den Lichtenfelsern. Der Goddelsheimer ist angehender Finanzbeamter.

Herr Grosche, Goddelsheim/Münden geht sorgenfrei ins letzte Saisonspiel, spielt aber Schicksal für die FSG Buchenberg. Ist Ihrer Mannschaft diese Rolle egal?

Wir wissen, was auf dem Spiel steht. Es geht ja nicht nur um Buchenberg, auch Korbach und Volkmarsen könnten vom Ergebnis des Derbys abhängig sein. Egal ist es uns nicht. Wir sagen aber auch nicht, den einen gönnen wir den Klassenerhalt mehr als den anderen.

Das Derby gegen Buchenberg/Ederbringhausen auch in der nächsten Saison zu haben ist doch sicher attraktiver als, zum Beispiel, ein Spiel gegen den FC Homberg, der auch noch absteigen kann. Wie gehen Sie also in die Partie?

So wie jede Woche: Wir wollen gewinnen, gut spielen. Halbgas oder, umgekehrt, Jetzt erst recht machen wir nicht. Natürlich: Spiele gegen Buchenberg sind deutlich angenehmer als etwa gegen Homberg – zum einen wegen der Entfernung, zum anderen wegen der Zuschauer. Beim Hinspiel in Münden gab es, glaube ich, einen Zuschauerrekord.

Goddelsheim/Münden hat aber noch eine Rechnung mit der FSG offen: Sie hat Ihrer Mannschaft vor zwei Jahren mit einem 4:2-Sieg die Meisterschaft in der Kreisoberliga verdorben.

Von denen, die dabei waren und am Samstag dabei sind, hat das Spiel keiner vergessen. Fairerweise muss man sagen, dass Buchenberg ja vorher auch Mengeringhausen geschlagen hatte (der TuSpo wurde dann vor Goddelsheim/Münden Meister, die SG gewann die Aufstiegsrunde; Anm. der Redaktion). Trotzdem sind gewisse Revanchegelüste da, alles andere wäre komisch.

Sie befanden sich vor einem Jahr in ähnlicher Situation wie die Kollegen der FSG: Goddelsheim/Münden spielte am letzten Spieltag gegen Felsberg um den Klassenerhalt. Sind Sie vor solchen K.o.-Spielen besonders nervös?

Ich spüre eine positive Aufregung. Es gibt keine Angst oder große Nervosität, ich freue mich auf solche Spiele, sie machen Spaß. Das gilt für die ganze Mannschaft. Im letzten Jahr bei unserem 5:0 gegen Felsberg hat man gemerkt, dass da jeder Bock drauf hatte.

Hinter Ihrer Mannschaft liegt eine wechselhafte Saison: starker Start, dann wieder Abstiegskampf, jetzt ist Platz vier möglich. Warum war das so?

Wir sind ja besser gestartet, als wir uns selber erhofft hatten. Ich weiß nicht, ob sich dann so ein Gefühl von Selbstverständlichkeit eingeschlichen hat nach dem Motto: Die schlagen wir jetzt auch. Die Serie, als wir dann im Herbst kaum noch gepunktet haben, kam dann zum rechten Zeitpunkt. Da sind alle wachgerüttelt worden, und in der Wintervorbereitung ist allen klargeworden, dass wir noch lange nicht gerettet sind.

Ihre Mannschaft wird mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit bester Waldecker Gruppenligist werden. Ist dieses Abschneiden von Belang?

Ja klar, wenn man die Tabelle nimmt und sieht, man hat alle anderen Waldecker Teams hinter sich gelassen, das macht einen schon stolz. Ein Waldecker Team spielt aber noch über uns.

Goddelsheim/Münden ist aktuell die Nummer zwei in Waldeck hinter Willingen. Hätten Sie Lust, mit dem SCW mal in der Verbandsliga zu spielen?

Ja klar. Ich kenne vermutlich auch keinen, der sagt, die höhere Liga will ich nicht. Aber der Aufstieg ist für uns erst mal absolut kein Thema. Wir müssen sehen, dass wir wieder gut in die nächste Saison starten. Klar, nach oben ist vieles möglich. Auf der anderen Seite wissen wir, wie schnell es nach unten gehen kann. Und leichter wird die neue Saison nicht. Schwalmstadt könnte runterkommen, auch Eintracht Baunatal muss wohl in unsere Gruppe, und Mengeringhausen ist aufgestiegen.

Ein Blick in die nächste Saison: Bleibt Ihre Mannschaft zusammen?

Abgänge gibt es, so weit ich weiß, keine. Es bleibt alles so bestehen. Mit unserer ersten Mannschaft sind wir sehr gut aufgestellt und durch den Aufstieg unserer „Zweiten“ in die A-Liga haben wir außerdem ein super Grundgerüst dahinter. Außerdem sind beide Mannschaften noch recht jung.

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