Auch FSG Ittertal II und TSV Odershausen II stellen um auf Norweger Modell

Vier Teams zu neunt: Kreisliga C jetzt noch skandinavischer

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Zwei Teams, die norwegisch spielen: Die SG Hesperinghausen seit Saisonbeginn, die FSG Ittertal ab Sonntag. Hier ein Zweikampf der ersten Mannschaft der beiden in der A-Liga: Max Fischhaupt (Ittertal, links) gegen Elias Glahn.

Korbach – Bis Ende Mai waren sie noch Teilzeit- oder Kurzarbeiter. Seit der neuen Saison fahren die Fußballer in der untersten Kreisliga die längsten Schichten. Sprich: Mit 16 Mannschaften ist die C-Klasse die zahlenmäßig größte heimische Liga, nachdem aus zwei Staffeln eine geworden ist.

Fehlende Masse war im Frühjahr der Grund für den Kreisfußballausschuss die Gründe, die Klasse eingleisig anzulegen, zumal eine Kooperation mit dem Kreis Frankenberg zumindest vorerst scheiterte.

Für zwei Gruppen wären es zu wenige Teams gewesen. Nun fehlt es einigen Mannschaften an Spielermasse, was zur Folge hat, das mit Beginn der Rückrunde an diesem Wochenende vier Mannschaften mit Neunerteams antreten, also nach dem so genannten Norweger Modell. Das teilte Klassenleiter Dirk Emmert mit.

Seit zwei Jahren ist dies in Waldeck möglich. Vergangenene Saison nutzte die zweite Mannschaft der SG Neukirchen/Sachsenberg die Möglichkeit, nach einigen Verletzungen musste die Mannschaft in der Rückserie der Saison 2018/2019 aber abgemeldet werden.

Problem: Einfach zu viele Spiele

In der laufenden Spielzeit sind die Reserven der SG Waldeck/Netze und der SG Hesperinghausen/Neudorf/Helmighausen mit Neuner-Mannschaften unterwegs. Dazu kommen ab sofort die FSG Ittertal/Marienhagen II und der TSV Odershausen II; schon am Sonntag brauchen ihre Gegner zwei Spieler weniger aufs Feld schicken. Mit Waldeck/Netze II gegen Odershausen II kommt es passenderweise gleich zu einem „Norweger-Duell“.

Allein die schrumpfende Zahl an Spielern allein ist es nicht, die zum Anstieg der Neunterteams geführt hat. Vor allem ist es auch die „Hürde“ von 30 statt zuvor 18 Saisonspielen. „Keiner unserer Spieler aus der zweiten mannschaft kommt ins Training, das ist reines Hobbykicken. Aber diese Spieler wollen nicht jeden Sonntag auf dem Platz stehen“, berichtet Uwe Maier, Trainer der FSG Ittertal. 

Und Axel Finger von den Odershäusern stößt ins gleiche Horn: „Wie bei vielen Vereinen ist es personell oft eng. Und denjenigen, die immer mal ausgeholfen haben, wird es nun zu viel bei der großen Liga. Mit den kleinen Staffeln war der Spielbetrieb leichter zu organisieren“, sagt der TSV-Vorsitzende.

Emmert sieht mehr Segen als Fluch

Den Kollegen bei Waldeck/Netze und der SG Rotes Land wird es ähnlich ergehen. Allesamt wollen sie aber die Saison auf jeden Fall durchziehen. „Ohne die Möglichkeit, nach dem Norweger Modell zu spielen, hätten wir die mannschaft wahrscheinlich zurückgezogen“, meint Finger. In Dorfitter ist man ebenfalls froh um diese alternative Spielmöglichkeit.

Klassenleiter Dirk Emmert sieht die Entwicklung sowohl positiv als auch negativ. „Positiv, weil die Vereine die Chancen des Spielmodelles sehen und auch nutzen; negativ, weil es gleichzeitig bedeutet, dass die Spielerdecke der Vereine dünner wird. Das ist jedoch ein generelles Problem“, meint der Neukirchener. Das Norweger Modell sei für ihn „eine tolle Chance, den Spielbetrieb aufrecht zu halten und um Zeit zu gewinnen, um neue Spieler zu animieren.  (schä)

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