Fußballkreis stellt sechs Teams

Eine will vorn mitspielen: Waldecker Junioren-Mannschaften starten in Gruppenligasaison

Sie rennen wieder dem Ball hinterher: Sechs heimische Juniorenteams sind ab Samstag in der Gruppenliga am Start – auch Joseph Ehino Momodu (Zweiter v. links, im Spiel gegen Wolfhagen 2020) mit der JSG Friedrichstein bei der D-Jugend.
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Sie rennen wieder dem Ball hinterher: Sechs heimische Juniorenteams sind ab Samstag in der Gruppenliga am Start – auch Joseph Ehino Momodu (Zweiter v. links, im Spiel gegen Wolfhagen 2020) mit der JSG Friedrichstein bei der D-Jugend.

Sie durften als erste wieder auf den Platz, nun scharren sie mit den Hufen: die heimischen Juniorenkicker. Ende der Ferien = Anfang der neuen Saison, so auch in der Gruppenliga, die am Wochenende loslegt.

Die Lage hat sich aus Waldecker Sicht ein wenig verändert: Statt sieben wie vor einem Jahr stellt der hiesige Fußballkreis für die Saison 2021/22 insgesamt sechs Mannschaften, jeweils zwei davon bei den C- und D-Junioren.

Selbstverständlich ist das trotz des Wegfalls von Auf- und Absteigern nicht. So sind zum Beispiel das C-Jugendteam des TSV Korbach und die Mengeringhäuser D-Jugend nicht mehr mit von der Partie, beide sind für die jeweilige Kreisliga gemeldet.

Da es in allen Altersklassen freiwillige Verzichte gab, freuen sich Teams wie der TSV Korbach darauf, deren Plätze einzunehmen. Der TSV hatte sich mit der D-Jugend erfolgreich um einen Platz beworben; ohne den Verzicht anderer hätte es Entscheidungsspiele geben müssen.

Gut zurechtkommen und drin bleiben steht bei allen auf der Fahne – denn die neue Saison ist nach scheinbar endloser Pause für viele eine Reise ins Ungewisse, zumal man die Gegner ohnehin meist kaum einschätzen kann. Gespielt wird in den 10 bzw. 12 Teams starken Ligen jeweils eine „normale“ Saison mit Hin- und Rückrunde.

Junioren-Gruppenliga: Die Lage bei den sechs Waldecker Teams

A-Jugend
Diese Gruppenliga-Truppe des TSV Korbach kann man wahrlich eine Einheit nennen: Seit vielen Jahren kennen sich die Korbacher Nachwuchskicker und ihre Trainer Volker Schnatz und Dirk Schieferdecker genau – es passt offensichtlich. Und mit Denny Petersen, der allerdings berufsbedingt erst später einsteigt, erhalten die Coaches noch Unterstützung.

Auch in der vorigen Saison spielten die Kreisstädter, die erst am Freitag, 10. September ins Geschehen eingreifen, in der Gruppenliga. Sind sie diesmal noch stärker? Trainer Schnatz sieht sein Team ohne weiteres als Kandidat für ganz oben. „Wir wollen vorne mitspielen.“

Gründe zu diesem Optimismus gibt es. Ein Blick auf den Kader zeigt, dass die fast identische Truppe zuletzt in der B-Jugend-Verbandsliga spielte. Zudem sind die älteren Spieler schon auf dem Sprung zu den Senioren, Bjarne Deselaers, etwa kann sogar schon behaupten, sein erstes Waldecker Pokalfinale bei den Senioren gespielt zu haben.

Die Älteren trainieren und spielen schon mit „den Großen“, aber zweimal pro Woche trainieren sie allein im Jugendrahmen. Abstellungen zu den Senioren muss der 19 Spieler starke Kader verkraften. Die richtige Dosis an Einsätzen für beide Mannschaften wird bei den „Wechslern“ wichtig sein. „Da der jüngere Jahrgang ein sehr starker ist, macht es kein Unterschied, wenn von den älteren mal jemand fehlt“, ist Volker Schnatz guten Mutes.

Der Trainer lobt: „Trotz Urlaub und Ferien sind alle trainingsfleißig und auf einem guten Fitnesslevel. Die Tests gegen die JSG Eder und Verbandsligist Wolfhagen wurden verdient gewonnen.“

Einer der Korbacher A-Junioren mit Verbandsligaerfahrung: Agon Gashi (vorn) rückte von den B-Junioren auf.

B-Jugend
Auch die JSG Twistesee hat sich nach der nicht gewerteten vorigen Saison entschieden, weiter in der Gruppenliga zu spielen. „Das war eine Entscheidung aller beteiligten Vereine. Die Jugend soll vorankommen und Gruppenliga spielen“, sagt Uwe Gottmann, einer der drei Trainer neben Mario Eichler und Carsten Krause.

Der Kern ihrer Mannschaft kommt aus der vormaligen C-Jugend des TuSpo Mengeringhausen, die schon gute Gruppenliga-Erfahrung gemacht hat. Dementsprechend zählen etwa zwei Drittel der Spieler zum jüngeren Jahrgang des Kaders, dem außerdem Spieler des TuS Bad Arolsen und des VfR Volkmarsen angehören.

„Das wird ein Gewöhnungsprozess für die Jüngeren“, erwartet Gottmann einige Bewährungsproben für die vielen „Jungspunde“. Gleichwohl ist er sich sicher, eine talentiert und hungrige Mannschaft zu haben. Dreimal pro Woche trainiert der B1-Kader, Schwerpunkte sind dabei Umschaltspiel, Pressing, Weiterentwicklung der Abwehrkette und entsprechende Raumaufteilung. Nach ersten Eindrücken aus Testspielen ist man auf einem guten Weg, meint Gottmann.

Der B1-Kader der im Sommer 2020 in Nordwaldeck neu gebildeten JSG Twistesee rekrutiert sich aus einer 41-Spieler-Gruppe, die in drei Mannschaften aufgeteilt wird. Ziel der JSG, die wechselweise in Bad Arolsen, Volkmarsen und Mengeringhausen trainiert und spielt, ist es, zunächst alle zu integrieren und zu einer Mannschaft zu formen. Damit soll dann ein guter gesicherten Mittelfeldplatz herausspringen.

Umstellung auf Großfeld als Herausforderung

C-Jugend
Das Trainer-Trio ist das gleiche geblieben beim TuSpo Mengeringhausen, nur hat jetzt Michael Briehl „den Hut auf“. Er legt aber Wert darauf, ein Team zu sein mit Bernd Büchsenschütz-Göbeler und Michael Hofmann. Der lizenzierte Trainer Briehl hat schon in der D-Jugend unterstützt, sodass er alle Spieler gut kennt. im Kader, der 21 Jugendliche umfasst.

Nur ein Drittel der Spieler gehört dem älteren Jahrgang an – schon daran ist schon zu erkennen, wo die Problematik liegt: „Wir müssen die Umstellung auf Großfeld hinbekommen, das ist ein Schwerpunkt im Training“, so Briehl. Außerdem werde am entsprechenden System gefeilt. „Wir haben gute Fußballer in unseren Reihen, aber wenn es robust zugeht, wird es schwierig, weil wir im Schnitt körperlich unterlegen sind. Wir versuchen das spielerisch zu lösen“, sagt Briehl.

Der Coach kann die Liga noch nicht einschätzen, will aber am Ende über dem Strich stehen. Ganz wichtig ist ihm der Zusammenhalt und die Entwicklung: „Ich kann immer nur 15 Leute einsetzen, aber im Laufe der Saison werden alle in der Gruppenliga eingesetzt. Ansonsten bekommen sie Einsätze in der zweiten Mannschaft. Für uns sind alle gleich wichtig“.

Von der D-Jugend aufgerückt: Lion Hofmann (links) freut sich auf die Saison mit dem TuSpo Mengeringhausen.

Bei der JSG Edersee soll das Projekt Gruppenliga nach der abgebrochenen „Corona-Saison“ fortgeführt werden. „Das Ziel ist der Klassenerhalt“, sagt Andree Kalabis, der mit Noel Backhaus und Salva Chiarello ein Trainer-Trio bildet, unterstützt von Bernd Marpe.

24 C-Jugendliche, darunter fünf Mädchen, gehören der Gruppe an, die zu je 50 Prozent auf beiden Jahrgänge besteht. Eigentlich zu viel für eine Mannschaft, aber zu wenig für zwei. „Trotzdem sind alle fleißig und gehen die Sache mit viel Spaß an. Die, die nicht Gruppenliga spielen können, entwickeln sich aber in Trainingseinheiten“, so Kalabis.

Die Leistungsträger aus der vorigen Saison sind noch alle an Bord, nur ganz wenige Spieler haben dem Fußball den Rücken gekehrt. Verstärkt wird die Edersee-SG durch zehn Spieler der JSG Lichtenfels, die mit Zweitspielrecht auflaufen.

Am Trainings- und Spielort Ederbringhausen fand auch ein Trainingslager statt. „Das Verhältnis mit den Eltern ist sehr harmonisch, alle stehen voll hinter der Sache. Ob es zum Klassenerhalt reicht, wird sich zeigen“, hofft Kalabis, dass das im Testspiel oft noch hapernde Zusammenspiel rasch besser wird.

D-Junioren-Duo ist zuversichtlich

D-Jugend
Immer wieder ärgert man sich bei der JSG Friedrichstein über Talente, die zu Kasseler Vereinen wechseln. Deshalb ist das übergeordnete Ziel der Badestädter, künftig möglichst vielen Kindern die Möglichkeit geben, Gruppenliga zu spielen, um ihnen mehr Gründe fürs Bleiben zu bieten. Mit der D-Jugend hat der TVF sehr gute Möglichkeiten, das umzusetzen.

26 Spieler bilden erste und zweite Mannschaft. Wer Gruppenliga spielen darf, entscheidet sich in den letzten Trainingseinheiten und Testspielen. Das Trainertrio um Alexander Gette freut sich über einen „super Zusammenhalt“, und nach der langen Pause seien alle mittlerweile auf einem guten Fitnessstand, so Gette. Alle Testspiele hat Friedrichstein gewonnen. „Technisch haben die Jungs schon viel drauf, das gilt es zu verfeinern. Außerdem stehen Verbesserung des Kurzpass-Spiels auf dem Trainingsplan sowie das Einschleifen des Spielsystems“, so Gette.

Ziel ist es, so schnell wie möglich, den Klassenerhalt zu sichern und danach so hoch wie möglich zu klettern. „Und wir hoffen, dass wir die Saison zu Ende spielen können“, blickt Gette voraus. Vor allem aber sollten die Spieler lernen und sich weiterentwickeln und Spaß am Fußball haben – „das ist unser Motto.“

TSV Korbach mit 44er-Großkader

Beim TSV Korbach schart Siggi Grawitschky – nach wie vor „Head of D-Jugend“ – nicht nur ein großes Trainerteam um sich, sondern auch reichlich D-Jugendliche. 44 Kinder sind in den Jahrgängen 2009/10 derzeit aktiv beim TSV – es gilt nun, die besten 15 bis 16 herauszufinden, denn in etwa so viele sollen höherklassig spielen – wobei der Kader durchlässig ist – für das Abenteuer Gruppenliga. Für diese Liga haben sich die Kreisstädter, die zuletzt in der Kreisliga kickten, in der neuen Saison entschieden.

Die Trainingseinheiten beginnen jeweils gemeinsam, ehe sie dann in Leistungsgruppen aufgeteilt werden. Pass-Spiel, Umschaltspiel, Systemverhalten und all die Dinge, die im „Goldenen Lernalter“ vermittelt werden sollen, werden und wurden unter anderem in einem Trainingslager geübt. Ein Sieg gegen Hessen Kassel II und eine knappe Niederlage gegen FC Ederbergland sind die ersten Nach-Corona-Ergebnisse.

„Ich glaube, dass wir in der Gruppenliga bestehen können. Wir wollen der nachfolgenden, starken E-Jugend eine Perspektive bieten“, sagt Grawitschky, der Hessen Kassel und Baunatal favorisiert sieht. Wichtig ist ihm, dass alle bei der Stange bleiben: „Wir wollen alle weiterentwickeln und mitnehmen.“ (dv) 

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