Auch SV Gembeck steigt freiwillig ab

Freienhagen/ Sachsenhausen geht in die Kreisoberliga

Fußball-Zweikampf: Martin Reimer (Freienhagen/Sachsenhauen) wird vom Baunataler Ole Koch weggedrückt.
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Platz da: Martin Reimer (Freienhagen/Sachsenhauen) wird vom Baunataler Ole Koch weggedrückt. Ein Wiedersehen in der neuen Saison gibt es nach dem Rückzug der SV nicht.

Zwei Liga-Schlusslichter der annullierten Saison 2020/21 haben sich im Fußballkreis Waldeck zum freiwilligen Abstieg und Start in der tieferen Klasse entschlossen.

Korbach - Die SV Freienhagen/Sachsenhausen verlässt die Gruppenliga, der SV Gembeck die Kreisliga B. Der Verzicht überrascht weder hier noch da. Ob weitere Mannschaften folgen ist offen. Sie müssen sich nach verlängerter Frist bis 6. Juni erklären.

Die Spielvereinigung: „Wir standen schon im letzten Jahr vor der Frage“, sagte Herbert Mitze, Vorsitzender des TSV Freienhagen, für die SV. Aufgestiegen als Vizemeister der Kreisoberliga, lag die Mannschaft bei Abbruch der Gruppenliga-Saison 2019/20 auf einem Abstiegsplatz, durfte aber wie alle bleiben. In der für nichtig erklärten aktuellen Runde holte die Spielvereinigung aus zehn Partien nur einen Punkt und war Letzter – jetzt zogen alle gemeinsam die Reißleine.

„Aus der Tabelle kann jeder lesen, dass wir bei einer Fortsetzung der Saison höchstwahrscheinlich abgestiegen wären“, sagte Mitze. Für den Rückzug in die Kreisoberliga (den im Vorjahr auch der VfR Volkmarsen wählte) hätten sowohl die Vorstände beider Vereine als auch, bei einem virtuellen Treffen, die Mannschaft klar votiert. „Es gab nur ganz wenige Spieler, die gerne in der Gruppenliga geblieben wären“, so Mitze.

SV will den Kader verjüngen

Zu den sportlichen Gründen kommen personelle hinzu. Die SV steht vor einem Umbruch. Ältere Spieler wollen kürzer treten, aus der A-Jugend wird in diesem und nächsten Sommer eine Reihe von jungen Spielern erwartet, die in den Seniorenkader integriert werden sollen. „Das ist in der KOL deutlich einfacher“, sagte Mitze, auch wenn die Liga ziemlich stark werden düfte.

Die SV ändert laut Mitze zudem ihre Personapolitik ganz grundsätzlich: „Wir wollen weder mehr auf eigene Spieler setzen.“ Als Abgänger stehe bisher Stürmer Eugen Ruf fest. Das Trainerteam verändert sich ebenfalls: Angelo Micino hört auf, Andreas Josefiak macht weiter – mit Abwehrspieler Nicolas Havel (30) als zweitem Mann an seiner Seite. In der neuen Saison soll der Umbruch bewältigt mehr. Die Vorgabe, gleich an der Spitze mitzuspielen, gibt es, so Mitze, nicht.

Gembecker Team stand auf der Kippe

Der SV Gembeck: Acht Spiele, kein Zähler – so lautet die Saisonbilanz beim Schlusslicht der B-Liga. Die Gründe hatte Vorsitzender Friedhelm Bunte schon in der Liga-Betrachtung im März dargelegt: Verlust guter Spieler, Verletzung von Leistungsträgern nach zu kurzer Vorbereitung, ein gesundheitlich gehandicapter Trainer Thomas Salokat,. „So hatten wir in Summe eine „Saison zum Vergessen“, schreibt Bunte.

Der Vorsitzender findet zwar, dass die Mannschaft, war sie halbwegs in Bestbesetzung, gut mithielt. Doch im zweiten Lockdown ab Ende Oktober schrumpfte der ohnehin enge Kader weiter: Spieler hätten sich aus beruflichen, gesundheitlichen und persönlichen Gründen abgemeldet oder für eine neue Saison nur noch sporadische Einsätze angekündigt. Das Minus beziffert Bunte auf 40 Prozent, „sodass wir zunächst sogar überlegt haben, den SV Gembeck komplett vom Spielbetrieb abzumelden“.

So weit ist es nicht gekommen: Am 13. April entschieden sich die Verantwortlichen des Vereins und Aktive gemeinsam, „es mit einem „Rumpfkader“ und fünf, sechs Aushilfen in der C-Liga zu probieren“, so teilte Bunte mit. Die Gembecker hoffen bis dahin, doch noch neue Spieler für sich zu gewinnen. Bunte bekannte sich klar zur Arbeit des Trainers. „Die Chemie passt und Thomas wird nach ersten Gesprächen das Team auch in die C-Liga begleiten, was wir sehr begrüßen.“ (mn)

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