3:1 im Finale vor rund 1000 Zuschauern gegen die SG Eppe/Nieder-Schleidern 

Pokalsieger TSV Berndorf schreibt Vereinsgeschichte 

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Endlich den Pott: Die Fußballer des TSV Berndorf feiern den Endspielsieg, den Pokal hält Kapitän Martin Bangert in den Händen.

Sachsenberg. Bierfontänen, Jubelgesänge,  Gewinnershirts in weiß und ein Heiratsantrag: Die Fußballer des TSV Berndorf haben mit vielen Emotionen und doch auch vorbereitet den ersten Sieg für ihren Verein im Waldecker Pokal gefeiert.

3:1 (3:0) gewann der Favorit in Sachsenberg das Endspiel gegen die SG Eppe/Nieder-Schleidern.  Die rund tausend Zuschauer (580 zahlende), denen der TSV Sachsenberg zu seinem 90-jährigen Bestehen ein guter Gastgeber war, erlebten einen letztlich verdienten Erfolg des Kreisoberligisten. 

Den dicken Siegerpott, den Kapitän Martin Bangert von Landrat Reinhard Kubat und Kreisfußballwart Peter Bauschmann entgegennahm, zierte in knapp 70 Jahren Pokalhistorie der TSV noch nie. "Jetzt können wir uns zum ersten Mal  auf dem Pokal eingravieren lassen", sagte Rainer Schramme nach seiner (vorerst?) letzten Partie als Berndorfer Trainer sehr zufrieden und bekannte: "Ich bin unheimlich stolz auf die Truppe."

Emde: Verweigerter Elfer als Schlüsselszene; Schramme: Zu Recht gewonnen

Für Schramme gab es am Resultat nichts zu deuteln: "Der TSV Berndorf ist zu Recht Waldecker Pokalsieger geworden." Kollege Björn Emde meldete nicht in diesem Punkt Zweifel an und gratulierte dem Gegner nach dem Abpfiff sofort fair. Der Trainer der SG aber sah seine Mannschaft doch möglicherweise entscheidend benachteiligt.

Emde ging es um diese Szene in der 11. Spielminute. TSV-Torwart Timo Beumker brachte beim Versuch den Ball zu greifen Andre Kröger im Strafraum zu Fall. Schiedsrichter Carsten Sunkovsky ließ weiterlaufen, was die Epper und Schleiderner kaum wahrhaben mochten. "Ein klarer Elfer; dass er nicht gegeben wird, war wirklich eine Schlüsselszene", sagte Emde. Zumal der Unparteiische auf der anderen Seite sehr wohl den Strafstoß gegeben habe.

Schramme wiegelte ab. „Ich weiß nicht“, sagte er und verwies auf die insgesamt besseren Chancen seiner Spieler. Das 1:0 für den TSV war fünf Minuten vorher durch Sascha Kreis gefallen, nachdem Malte Widder einen prima Pass zu Daniel Standke gebracht und der seinem Sturmpartner den Ball quer und perfekt vorgelegt hatte.

Frühes Tor beruhigt die Nerven

 “Das frühe Tor war so ein bisschen der Dosenöffner, da konnten wir unsere Nerven beruhigen und zu unserem Spiel finden“, sagte Schramme. Das 2:0 bewirkte ein Übriges. Der von Mike Pelz bediente Standke erzielte es mit einem Heber(21.); bei beiden Treffern sah die Innenverteidigung der SG unglücklich aus.

Berndorf war in der ersten Halbzeit immer einen Tick schneller am Ball, konterte gefährlich und stand in der Abwehr richtig gut. Erst in der Nachspielzeit der ersten Hälfte hatte die SG ihre erste gute Chance, doch Jannik Reising traf den Ball nach dem Freistoß von Julian Thomas nicht richtig.

Das 3:0 für Berndorf hatte Julian Jäger vom Punkt erzielt (38.). Nils Vahland hatte den heranstürmenden Mathias Westmeier, der selbst ein Tor per Kopf um Haaresbreite verpasst hatte (15.) zu Fall gebracht. „Eine 50:50-Entscheidung“, fand Björn Emde.

Nach Wiederbeginn beide Teams gleichwertig

Nach der Pause begegneten sich die beiden Finalisten durchweg auf Augenhöhe.„Ich bin stolz auf die Jungs, sie haben nach dem 0:3 nie aufgesteckt und immer weitergemacht. Das war prima“, meinte SG-Trainer Emde und auch Schramme erkannte an: „Eppe hat hier eine guten Kampf geleistet.“

Das 3:1 durch einen Kopfball von Marco Rupprath auf Freistoß von Elmar Figge war der verdiente Lohn der Mühen. Mehr ließ Berndorf aber nicht zu, statt dessen hätten Kreis (56.), Westmeier (78.), Christian Metz-Pieper (85.) oder Julian Jäger, gegen den Keeper Nikolai Mühlhausen gut parierte (88.) gegen die offene SG-Deckung nachlegen können.

Erst der Pokalsieg, dann der Antrag

Und der Heiratsantrag? Den gab’s vor versammeltem Publikum von TSV-Betreuer Klaus „Butzi“ Öhl an Birgit Westmeier. Öhl hatte wiederholt betont, bei einem Berndorfer Pokalsieg werde er seine Freundin heiraten. Jetzt können sie das Aufgebot bestellen.

Zu den Bildern zum Finale und zum Spiel um Platz drei.

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