Klares Votum bei Spielern, Vorstand, Trainern

TuSpo Mengeringhausen II wagt den Aufstieg

Fußballfans schwenken beim Waldecker Pokalfinale 2019 grün-weiße Schals vor einem Transparent mit der Aufschrift TuSpo (Mengeringhausen)
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Würden feiern, wenn sie dürften: Fans des TuSpo Mengeringhausen. Der KOL-Aufstieg vollzieht sich still.

Der TuSpo Mengeringhausen wagt es: Die zweite Mannschaft geht als Corona-Vizemeister der Kreisliga A Waldeck hoch in die Kreisoberliga.

„Drei Viertel aller Beteiligten plus x waren nach Abwägung von Chancen und Risiken dafür“, sagt der Geschäftsführer der Fußball-Abteilung des TuSpo, Thomas Mertens. Die Mengeringhäuser hatten länger mit sich gerungen. Vor fünf Jahren kickte die „Zweite“ noch in der Kreisliga C, rauschte dann aber durch in die A-Liga, in der sie 2016/17 auf Anhieb Dritter wurde. In die aktuelle Abbruch-Saison war die Gruppenliga-Reserve vorsichtig gestartet, nachdem sie ihre besten drei Torschützen verloren hatte.

Doch sehr viel Durchschlagskraft ging nicht verloren. Mit 48 Treffern (27 Gegentore) ist der TuSpo II Nummer zwei im Liga-Ranking, die Tore verteilen sich breiter, auf insgesamt 17 Schützen. Der Aufstieg war zwar nie das Ziel – jetzt nehmen ihn die Mengeringhäuser mit 32 Punkten bei zehn Siegen, zwei Unentschieden und vier Niederlagen mit.

TuSpo-Reserve: Wenigstens einmal Training die Woche

Vorstand, Trainer- und Betreuerteam sowie die infrage kommenden Spieler hätten mit breiter Mehrheit für die KOL votiert, sagt Mertens. Entscheidend waren die Aktiven. Er hatte ihnen in einer Reihe von Einzelgesprächen auf den Zahn gefühlt. „Es ist eine große Bereitschaft da, mehr zu machen als in der A-Liga“, sagt Mertens, der auch als Betreuer der Mannschaft fungiert.

„Wir müssen abwarten, wie viele Lippenbekenntnisse dabei sind, sind aber nach den Gesprächen recht positiv gestimmt“, sagt Mertens. Er setzt auf eine Trainingsbeteiligung von „50 Prozent plus x“. Anfang Juli wollen die Trainer Andre Gutmann und Oliver Hintschich in die Vorbereitung starten, auch wegen Corona dürfte am Anfang Quälen zur Steigerung von Fitness und Athletik angesagt sein.

Mertens berichtet auch von kritischen Stimmen. Einzelne aus der Reserve trauen sich die Kreisoberliga schlicht sportlich nicht zu. Der Kader des Vereins aber ist groß genug, um die zwei Teams in Gruppen- und Kreisoberliga gut zu bestücken. Fast 40 Spieler traten in dieser Runde allein für die „Zweite“ an.

Eine Größe für die Reserve sind die Spieler, die nicht zur Stammformation, aber zum Aufgebot in der Gruppenliga gehören. Sie äußerten sich Mertens gegenüber positiv zum Aufstieg, weil das Niveau in der KOL sie mehr fordert und fördert.

Auch wirtschaftliche Argumente für den Aufstieg

Umgekehrt warten auf die Stammspieler der „Zweiten“ womöglich häufigere Frust-Erfahrungen als bisher. Die TuSpo-Reserve hat in den vergangenen Jahren regelmäßig häufiger gewonnen als verloren. Mertens spricht deshalb vom „Charaktertest“.

Neben dem Votum der Spieler hat der TuSpo auch andere gute Argumente für den Aufstieg parat. „Der Fußball-Standort Mengeringhausen wird gestärkt“, sagt Mertens. Wirtschaftliche Überlegungen spielten ebenfalls eine Rolle. Sie hoffen an der Hagenstraße durch die KOL auf mehr Zuschauer. „Wir können vielleicht eine Wurst und ein Bier mehr verkaufen“, so Mertens.

Der erste Neuzugang steht laut Mertens auch fest: Mittelfeldspieler Nebi Baftijari kehrt nach einem Jahr beim Nachbarn TuS Bad Arolsen zum TuSpo zurück.

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