Bei 2:3-Heimniederlage fallen alle fünf Tore in Halbzeit zwei   

Willingen bleibt gegen Eschwege Ausgleich versagt  

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Pechvogel: Eric Kroll (links), den hier der Eschweger Stephan Montag im Vorwärtsdrang bremst, traf für den SC Willingen nur den Pfosten.

Willingen. Das Upland-Stadion will erst noch werden, was das Hoppecketalstadion mal war: ein Gelände für Punkte des SC Willingen.  Mit dem 2:3 (0:0) gegen die  SV Eschwege summieren sich die Heimpleiten des Upländer Verbandsligisten schon auf vier - so viele wie in der ganzen letzten Saison.

Man weiß nicht so recht, ob man die Niederlage unglücklich nennen soll. Rafal Klajnsmit hatte da eine klare Meinung. "Unser Sieg war verdient. Die Jungs haben das gut gemacht", fand der Trainer des Siegerteams. 

Sein Kollege Ulrich Drilling hatte eine etwas differenzierte  Ansicht: "Das Unentschieden war hinterher noch möglich und wäre nicht ganz unverdient gewesen", sagte der SCW-Coach.

Eric Kroll: Pfosten statt Ausgleich

Drillings Wort galt vor allem jener Szene in der 82. Minute. Die  Willinger, nach der Gelb-Roten Karte gegen Marius Jung wegen wiederholten Foulspiels eben gerade in Überzahl gekommen, lagen mit 2:3 zurück, da hatte Jan-Henrik Vogel eine prima Idee. Er spielte einen Freistoß flach und quer auf Eric Kroll, und der zog sofort ab. Der Ball klatschte an den Pfosten.

Es war der kreativste Moment im Willinger Angriffsspiel der Schlussphase. Ansonsten fiel ihnen nicht so viel ein, obschon sie den Strafraum der Eschwege bis in die sechste Minute der Nachspielzeit regelrecht belagerten. 

Offensive zu sehr geschwächt

Das vergebliche Anrennen hatte mit der recht sicheren SVE-Abwehr zu tun, gewiss. Nur eine einzige Torchance aus dem Spiel heraus generierte die  Heimelf überhaupt, als  Max Ullbrich eine Flanke von Vogel mit dem Kopf erwischte (60.). 

Es hatte aber auch damit zu tun, dass Stürmer  Florian Heine mit seiner schweren Prellung nur auf der Bank sitzen konnte, dazu Christoph Keindl sowie Sebastian  Butz und Christian Kuhnhenne ebenfalls fehlten. "Wir haben es versucht, aber es hat nicht gereicht", sagte Drilling mit Blick auf die Personalien.

Fast 60 Minute lang war die Begegnung eine aus der Kategorie 0:0-Spiel. Die besseren Vorstöße hatten die Gäste inszeniert, doch Torwart Yannick Wilke musste nur zweimal Präsenz zeigen: gegen Jan Kaufmann nach einem verunglücken Rückpass von Philipp Ullbrich (7.) und beim Schuss von Mathias Gambetta (24.). 

Ein ganz plötzlicher Doppelschlag

Die Upländer setzten ganz auf Standards. Ein halbes Dutzend Freistöße schickten sie vor der Pause Richtung SVE-Kasten, einmal landete der Ball sogar im Tor, doch Steffen Butterweck stand bei seinem Kopfball auf Freistoß von Matthias Bott im Abseits (42.).

Richtig Fahrt nahm die Begegnung ab der 57. Minute auf. Wie aus dem Nichts hieß es plötzlich 0:1, als Gambetta nach Kaufmanns Zuspiel zwei Abwehrspieler narrte und sein Schuss abgefälscht im Netz landete. Nicht mal eine Minute später das 0:2, Gambetta traf diesmal aus spitzem Winkel von links, wieder auf Zuspiel von Kaufmann.

Schnelle Antworten der Willinger

"Der Doppelschlag durfte nicht passieren. Den ersten lass ich mir ja noch gefallen, aber in der Minute danach waren wir nicht wach", ärgerte sich Drilling. Immerhin kam sein Team schnell zum Anschluss, als ein Standard klappte, weil Raphael Mütze Vogels Freistoß per Kopf verwertete (61.). Doch keine zehn Minuten später erlaubte die SCW-Abwehr Kaufmann freie Bahn - 1:3 mit einem halbhohen Schuss (70.).

Wieder fiel die Reaktion des SCW zählbar aus. Vogel zog ebenfalls ab, sein abgefälschter Ball bedeutete das 2:3 (74.). Und das Signal zum finalen Dauerdruck. Dem das Happyend fehlte.     

       

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