Heimischer Verbandsligist lässt Chancen liegen und leistet sich schwere Abwehrschnitzer

SC Willingen verteilt beim 1:2 in Dörnberg zu viele Geschenke

Wer setzt sich durch? Dörnbergs Melih Binguel (links) wird von den Willingern Matthias Bott und Christian Kuhnhenne (verdeckt) bedrängt. Hinten Schiri Wissam Awada. Foto: Michl

Dörnberg. Für Uli Drilling gab es nur ein Wort: „Unglaublich.“ Anders konnte und wollte der Trainer des SC Willingen die 1:2 (1:0)-Niederlage in der Fußball-Verbandsliga Nord beim FSV Dörnberg nicht kommentieren.

„Unglaublich, dass wir nach der zweiten Halbzeit mit leeren Händen dastehen.“ Seine Spieler haben einfach zu große Geschenke verteilt.

Los ging die Partie im Bergstadion mit der Chance für die Gastgeber, als Rechtsverteidiger Eric Kroll einen langen Ball auf Dennis Dauber unterlief, aber Yannick Wilke den Schuss aus spitzen Winkel im kurzen Eck parierte (11.). Bis zur ersten nennenswerten Gelegenheit der Upländer dauerte es eine halbe Stunde. Len Hartmann verlängerte einen Diagonalpass von Christoph Keindl unglücklich auf Florian Heine, aber mit dessen 15-Meter-Drehschuss hatte FSV-Keeper Marius Schaub keine Mühe (31.).

Vogel-Tanz zur Pausenführung

Zwei Minuten später setzte sich Max Ullbrich über die rechte Seite durch, aber für seine flache Hereingabe fand er keinen Abnehmer. „Uns haben in der ersten Halbzeit ein paar Prozent gefehlt“, war Drilling nicht zufrieden. Jubeln durfte aber doch noch in der zweiten Nachspielminute, als Jan-Hendrik Vogel zum Tänzchen bat. Bedient von Heine, spielte er dicht an der Strafraumkante zunächst Fabrice Hansch schwindelig, ehe auch Melih und Serhat Bingül seinen satten Linksschuss ins Glück nicht verhindern konnten.

Fast hätten die Dörnberger aber noch zurückgeschlagen, nach einer Rechtsflanke stand Florian Müller am Elfmeterpunkt völlig blank, aber er traf das Spielgerät nicht richtig und damit war es keine Prüfung für Wilke.

„Nach der Pause waren wir richtig gut“, fand Drilling, „wir hätten nur ein zweites oder drittes Tor nachlegen müssen“. Die größte Gelegenheit bot sich in der 57. Minute, als Schaub einen zentralen 25-Meter-Freistoß von Vogel nach vorne abprallen ließ, aber der aufgerückte Innenverteidiger Steffen Butterweck den Ball aus sieben Metern über den am Boden liegenden Keeper in die Wolken setzte. Drilling: „Das war in meinen Augen die entscheidende Szene.“

Aussetzer von Yannick Wilke

Die Drangphase der Gäste hielt auch danach an, aber Heine wurde im letzten Moment geblockt (59.) und Ullbrich nach seinem Solo auf die Grundlinie abgedrängt (63.). Deshalb wurde es zwei Minuten später auf der anderen Seite richtig bitter. Melih Bingül setzte für die offensiv in der Phase überhaupt nicht stattfindenden Dörnberger einen hohen Bogenlampen-Freistoß etwas hinter der Mittellinie ab und der ansonsten sichere Wilke wischte sich gegen die Sonne blickend mit einer Hand das Spielgerät ins eigene Netz.

Dennis Dauber verpasste es nachzulegen (67.), ehe zwei Minuten später Heine über die linke Seite kommend mit seinem linken Fuß am lange stehen bleibenden Schaub scheiterte. „Uns ist es einfach nicht gelungen, in diesen Szenen einen Abnehmer in der Mitte zu finden, obwohl Leute da waren“, ärgerte sich Drilling.

Gänzlich ein gebrauchter Nachmittag wurde es in der 82. Minute. Nach einem langen Abschlag von Schaub verschätzte sich Linksverteidiger Christian Pohlmann, Florian Müller bediente Dennis Dauber und der hatte das nötige Glück: Aus spitzem Winkel tunnelte er Wilke und vom hinteren Innenpfosten prallte der Ball über die Linie. Als dann der zentrale Freistoß von Vogel auf die Querlatte tickte und von da ins Aus, da war die „unglaubliche“ dritte Willinger Niederlage im fünften Spiel besiegelt. (mit apz)

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