Fußball-Verbandsligist besiegt CSC 03 überdeutlich mit 5:1

Willingen zeigt den größeren Willen

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Störenfried: Jan Henrik Vogel (Willingen, rechts) möchte Gianluca Maresca (Kassel) den Ball vom Fuß spitzeln. Hinten wittert Florian Heine (Willingen) einen Ballgewinn.

Willingen. Der Mix hat gepasst. Kompromisslose lange Bälle, dazu immer wieder eingestreute Spielkultur bescherte dem SC Willingen drei weitere wichtige Zähler im Abstiegskampf der Fußball-Verbandsliga Nord. Gleichwohl fiel das 5:1 (2:0) gegen den Rangvierten CSC 03 Kassel um zwei Tore zu hoch aus.

Vom Anpfiff weg unterliefen beide Seiten auf der gut bespielbaren Rattlarer Alm reichlich Stockfehler. Als die Willinger erstmals im gegnerischen Strafraum auftauchten, da klingelte es gleich. Florian Heine nahm den weiten Abwehrschlag von Raphael Mütze auf, narrte Gianluca Maresca und wurde von Lars Frerking gefoult. Matthias Bott traf vom Elfmeterpunkt gegen Tobias Klöppner (6.).

In der 34. Minute sah sich der 40-jährige, aus Mengeringhausen stammende Keeper, erneut Bott elf Meter gegenüber. Heine hatte nach einem Konter auf Christoph Keindl zurückgelegt und dessen Schuss aus zwölf Metern wehrte Jan Iksal auf der Torlinie mit Körper und Hand ab. „Rot“ für den Verteidiger von Schiedsrichter Marco Cremer (Finnentrop) und das 2:0, erneut traf Bott vom Punkt .

Casella wenig gefordert

Die Führung war nicht nur wegen der Chancen für Heine (22.) und Michel (33.) verdient. Kassel trat nur bei dem 25-Meter-Freistoß von Maresca an die Querlatte, bei dem Torwart Alessandro Casella noch die Fingerspitzen dran hatte, offensiv in Erscheinung (23.). Mehr passierte zunächst nicht, beide Seiten waren, wie man so schön sagt, redlich bemüht. Mehr nicht.

Trainer Hubertus Albers war dennoch zufrieden, „vier Tage nach der Niederlage in Neuhof war das ok“. In der Tat, seine Abwehr stand, auch weil jeder sofort bemüht war, die Fehler des anderen auszugleichen. Und vorne sorgten Niklas Michel und Heine bei jeder Gelegenheit für mächtig Betrieb. „Wir haben die beiden Angreifer nicht in den Griff bekommen“, erklärte Lothar Alexi. „Mal schauen, was in der zweiten Hälfte in Unterzahl noch geht“, hatte der erfahrene CSC-Coach die Punkte noch nicht abgeschrieben.

Heine hätte vor allem in der 56. Minute schnell für Ruhe sorgen können, aber sein 18-Meter-Geschoss entschärfte Klöppner. In der Folge war auch nicht zu merken, dass Kassel nur zu zehnt war. „Schenkt die Bälle nicht so schnell her“, schimpfte Albers an der Linie.

Erst nach einer Stunde bekamen die Platzherren wieder mehr Zugriff, gleichwohl boten beide Seiten weiter nur fußballerische Schmalkost. „Das war kein gutes Spiel“, meinte auch Alexi. Sein Team kam dabei offensiv weiter nicht gegen die konzentriert und lautstark arbeitende SCW-Abwehr zum Zuge. Casella wurde erstmals in der 75. Minute geprüft - und der Wilke-Vertreter bestand gegen Thomas Müller mit Bravour.

Im falschen Film

„Ich bin hier irgendwie im falschen Film“, schmunzelte Alexi praktisch im Gegenzug, als David Simoneit eine Flanke von Heine unhaltbar zum 0:3 über den Schlappen rutschen ließ (76.). Heine hätte die Führung ausbauen können (79,/85.), ehe Müller einen Freistoß von Florian Steinhauer aus abseitsverdächtiger Position einköpfte (88.). Es blieb der Ehrentreffer, denn Eric Kroll (89.) und Vogel (90.) antworteten sofort gnadenlos. „Die Willinger haben das auf dem kleinen Platz geschickt gemacht“, lobte Alexi, „acht Mann standen tief und vorne haben die Stürmer, unterstützt von Vogel, gewirbelt“. Albers hakte den Sieg schnell ab. „Der größere Wille hat sich durchgesetzt.“ Der ist schon am Samstag gegen Schwalmstadt wieder gefragt.

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