Zweimalige Führung durch Florian Heine und Raphael Mütze reicht nicht zum kompletten Auswärtscoup

SC Willingen beim 2:2 ganz dicht vor Sieg beim Spitzenreiter

Köpfte das Willinger 2:1, das bis zur Schlussminute Bestand hatte: Abwehrchef Raphael Mütze (links, gegen den Rothwestener Igor Losic). Fo to: aw/Archiv

Willingen/Steinbach. Der SC Willingen hat eine Antwort auf die letzten beiden Verbandsliga-Niederlagen gefunden. Beim 2:2 (1:1) bei Spitzenreiter SV Steinbach kassierten die Upländer den Ausgleich erst in der 90. Minute.

Trainer Uli Drilling wusste deshab auch nicht so recht, ob er sich freuen oder ärgern sollte. „Aufgrund der Tabellensituation haben wir einen Punkt gewonnen, aber dem Spielverlauf nach haben wir eher zwei verloren.“

Dabei musste der Medebacher auf Max Ullbrich (muskuläre Probleme) und Kapitän Christoph Keindl (Knie) verzichten. Dafür rückte Philipp Ullbrich auf die linke Außenbahn und Niklas Michel nach auskuriertem Kniescheibenbruch in die Spitze. Eher noch größer waren die Personalsorgen bei den Platzherren. Coach Petr Paliatka musste erneut selbst mitwirken, dazu standen Routinier Alex Terentew und Youngster Jan Ullrich, der in Kaufungen beide Treffer erzielt hatte, in der Startelf.

Heine trifft aus spitzem Winkel

Die Willinger begannen wie eigentlich immer gegen vermeintlich stärkere Teams sehr diszipliniert. Aus einer sicheren Defensive heraus wurde immer wieder mutig der Weg nach vorne gesucht. Das zahlte sich bereits in der elften Minute aus. Florian Heine wurde über die linke Seite aus freilich abseitsverdächtiger Position geschickt. Vor der Grundlinie tanzte er seinen Gegenspieler aus und überwand Christian Beikirch aus spitzem Winkel.

Drei Minuten später spielte Jan-Henrik Vogel eine Ecke kurz mit Matthias Bott und dessen Flanke setzte Michel freistehend aus 14 Metern drüber. Auf der Gegenseite ließen die Gäste nicht viel zu. In der 20. Minute parierte Yannick Wilke einen zentralen 18-Meter-Drehschuss von Mateo Duvnjak glänzend. Beim Ausgleich fast von der gleichen Stelle war der Torwart aber machtlos, als Petr Kvaca eine Flanke verarbeitete und trocken einschoss (31.).

Der Tabellenführer bekam das Geschehen nach und nach besser unter Kontrolle, doch fast wären die Willinger mit einer Führung in die Kabine gegangen. Aber Heines Flanke über den Keeper klärte Paliatka einen Meter vor der Linie vor dem freien Michel (41.).

Im zweiten Durchgang nutzten die Gäste jede Gelegenheit zum schnellen Umschalten. Und dazu gab es durch weiter konzentrierte Abwehrarbeit und Ausnutzen Steinbacher Fehler reichlich Gelegenheiten. Aber Vogels Freistoß (62.) klärte Beikirch ebenso zur Ecke wie Heines Versuch nach Diagonalpass von Eric Kroll (65.). Besser machte es Raphael Mütze, der Abwehrchef köpfte einen von Bott auf den langen Pfosten gezogenen Freistoß zum 1:2 ein (66.). Die Platzherren selbst wurden nur durch Nikola Milenkovski aus der Distanz gefährlich (74.).

Jan-Henrik Vogel der Pechvogel

Fünf Minuten vor dem Ende hätte Vogel alles klar machen können, aber den Diagonalball von Jan-Niklas Albers setzte er knapp am langen Pfosten vorbei. Und dann wurde der SCW-Spielmacher endgültig zum Pechvogel, als er in der Schlussminute Steffen Trabert foulte und Kvaca den Strafstoß zum 2:2 verwandelte. Zu allem Überfluss klatschte ein Freistoß von Bott in der zweiten Nachspielminute an Freund und Feind vorbei nur an den Pfosten. „Wir sind dabei das Glück zu erzwingen“, lobte Drilling seine Elf trotz des späten Gegentreffers. „Wir hatten den Tabellenführer am Rande der Niederlage – darauf können wir aufbauen.“ Am Mittwoch geht es zum Schlusslicht 1. FC Schwalmstadt. (apz)

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