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Verbandsliga: Willingen kämpft Johannesberg nieder

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Von: Manfred Niemeier

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Der dreifache Willinger Torschütze Florian Heine (links) hat es hier mit Johannesbergs Kapitän Niklas Odenwald (zu tun), hinten beoabchtet Jan Henrik Vogel, in der Mitte Sardi Bardhushi.
Zwei Hauptdarsteller in weiß: Der dreifache Willinger Torschütze Florian Heine (links) hat es hier mit Johannesbergs Kapitän Niklas Odenwald (zu tun), hinten beoabchtet Jan Henrik Vogel, in der Mitte Sardi Bardhushi. © Artur Worobiow

Zum Start ein Remis, drei Punkte im ersten Heimspiel: „Wir sind mit vier Punkten zum Auftakt voll und ganz zufrieden“, jubelte Dardan Kodra, Trainer des SC Willingen, nach dem 4:2 (1:0) über die SG Johannesberg.

Willingen - Als in einen letzten Sprint hinein der Schlusspfiff ertönte, da ließ sich Jan-Henrik Vogel am gegnerischen Strafraum völlig ausgepumpt, aber glücklich zu Boden fallen. Der Kapitän hatte den SCW zum „Dreier“ geführt – und damit irgendwie auch seinen Junggesellenabschied vom Tag vorher veredelt.

„Zum Glück haben wir gewonnen“, sagte der 32-Jährige, der von Düsseldorf direkt ans Uplandstadion gereist war. Die nur wenigen Stunden Schlaf waren dem Fußballer in diesem umkämpften Verbandsliga-Spiel nicht anzumerken. Florian Heine, einen anderen Beteiligten, schien der Ausflug auf die Kö sogar beflügelt zu haben. „Der Wahnsinn“, meinte Trainer Dardan Kodra, „da ist er bis sechs Uhr morgens unterwegs und macht drei Tore.“

Ohne die Ruhe und Impulse des erkrankten Matthias Bott hatten die Gastgeber zunächst Schaden abwenden müssen. „Wir hatten Schwierigkeiten eine gewisse Sicherheit in unser Spiel zu kriegen“, sagte Kodra. Etwas glücklich ging der SCW ohne Gegentor aus der Anfangsphase. Die größten Gelegenheiten der Gäste verpassten Gustavo Ferreira da Silva, der an Florian Bouma hängen blieb (19.), und der quirlige Kapitän Niklas Odenwald, dessen Freistoß aufs kurze Eck der Keeper ebenfalls entschärfte (24.).

Bis zur Pause eine glückliche Führung für Willingen

Die Willinger Taktik war, den Gegner das Spiel gestalten zu lassen, um dann schnell in die freien Räume vorzustoßen. Dann wurde aus der Fünfer- eine Dreierkette, weil Max Till Saure und Jonah Schilling über Außen zusätzlich Betrieb machten. Nach den ersten „Nadelstichen“ (Kodra) bekamen die Gäste bei einer Doppelchance für Schilling und Vogel den Ball nicht geklärt – Heine hämmerte ihn von halblinks mit links in die Maschen (37.).

Die bis zur Pause glückliche Führung verdiente sich der SCW nach Wiederbeginn – und machte bald das 2:0. Fynn Butterweck und Schilling im Nachschuss verpassten es (52.), die anschließende kurze Ecke legte Vogel für Heine ab, der an der Strafraumkante entlang nach innen zog und en Ball unhaltbar im langen Eck versenkte.

„Wir haben ihn einfach nicht verteidigen können“, erklärte SG-Trainer Anton Balz, „selbst diese kurzen Eckbälle haben wir angesprochen, ich kann es noch auf dem Plakat in der Kabine zeigen.“ Johannesberg fehlten acht Stammspieler, „für uns war trotzdem mehr drin“, fand Balz: „In der turbulenten zweiten Halbzeit hätte jeder als Sieger vom Platz gehen können.“

Ein Sieg auch über den inneren Schweinehund

Johannesberg war dran, als Bouma sich beim Herauslaufen verschätzte und Ferreira da Silva ins verwaiste Tor köpfte (57.). „Ich habe den Ball falsch eingeschätzt“, sagte der 21-Jährige selbstkritisch, „ich hätte eigentlich gar nicht rauskommen müssen.“ Vorwürfe gab es nicht, vielmehr köpfte Schilling („die hatten mich am langen Pfosten nicht auf dem Schirm“) drei Minuten später einen Freistoß von Butterweck (schied später mit Knöchelverletzung aus) zum 3:1 ein. Aber weitere 180 Sekunden später waren die Osthessen wieder dran, als Tim Marquardt nach Ecke aus dem Hinterhalt flach einnetzte.

Die Wende? Die SGJ kam nur noch zu einer Großchance durch Sardi Bardhushi (77.), weil die Hausherren trotz der Hitze aufopferungsvoll verteidigten. „Der innere Schweinehund musste besiegt werden“, schmunzelte Vogel.

Das hätte auch Heine sagen können. Er erschlich sich an der Mittellinie den Ball, schickte Sebastian Müller in die Schnittstelle, und als der am glänzend reagierenden Torwart Nemanja Jevericic scheiterte, da knallte der im Vollsprint nachgerückte Torjäger den Ball selbst in die Maschen.

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