SC Willingen gewinnt mit Kampfgeist, Glück und Dogans Tor 1:0 in Lichtenau

Willingen siegt in Lichtenau: „Diese drei Punkte sind geil“

Torschütze des Abends: Yasin Dogan (links) traf für den SC Willingen in Lichtenau (Archivfoto)..
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Torschütze des Abends: Yasin Dogan (links) traf für den SC Willingen in Lichtenau (Archivfoto)..

Rainer Schramme war aus dem Häuschen. „Diese drei Punkte sind geil“, jubelte der Trainer des SC Willingen nach dem Überraschungscoup des heimischen Fußball-Verbandsligisten am Abend.

Hessisch Lichtenau –Mit 1:0 (1:0) stoppten die Upländer den Titelkandidaten Lichtenauer FV – vier Tage nach dem deprimierenden 0:5 gegen den SV Weidenhausen. Der Erfolg entsprang einer Mischung aus Teamgeist, Kampfkraft – und auch Glück. Während der zweiten Halbzeit drückten die Gastgeber permanent auf den Ausgleich, vergaben aber auch beste Möglichkeiten. „So grausam kann Fußball sein“, sagte ihr Trainer Rafal Klajnszmit.

Schramme wusste, dass sein Team auf Kunstrasen in Hessisch Lichtenau auch ein Hans im Glück gewesen war. Zum Fußball gehöre eben dazu, aus Chancen auch Tore zu machen, sagte er lakonisch. Wichtig war ihm: „Wir waren heute wieder der SC Willingen.“ Die Mannschaft sei aggressiv aufgetreten und habe die Zweikämpfe angenommen. Auch die jungen Spieler hätten wieder ein Gefühl dafür bekommen, wie man spielen müsse, um erfolgreich zu sein.

Ganz unbeschwert waren die Upländer nach der letzten Heimpleite nicht in die Partie gegangen. Nachdem sie aber die anfängliche Druckphase der Lichtenauer, die aggressiv und mit Tempo gestartet waren, überstanden hatten, legten sie ihre Nervosität ab und hielten dagegen. Wie angekündigt, stand Jan-Henrik Vogel im Zentrum, auf der linken Abwehrseite vertrat Tobias Schumann den verletzten Jerome Löber.

Die Spieldominanz besaß der LFV, sonderlich gefährlich wurde der Neuling aber bis zur Pause nicht. Der SCW stand tief und verteidigte gut. Die einzige etwas prickelnde Situation im Willinger Strafraum in der 14. Spielminute: Am langen Pfosten nahm Dennis Salioski den Ball volley und jagte ihn, bedrängt von einem Abwehrspieler, weit drüber. Auch die erste vollendete Angriffsaktion des SCW endete mit Florian Heines Schuss deutlich über der Querlatte (19.).

Drei Minuten später die Führung der Gäste nach einem schönen Angriff: Sebastian Müller ließ über links einen Gegenspieler aussteigen, passte von der Grundlinie nach innen, wo Yasin Dogan nur noch den Fuß hinhalten musste. Dogan war es auch, der in der 41. Minute im Strafraum zu Fall gebracht war, die Willinger warteten vergeblich auf den Pfiff. Zwei Minuten später ging Müller im Strafraum in den Zweikampf, sein Gegenspieler stoppte ihn mit einem Kullerball an den Pfosten.

Nach der Pause leisteten die Gäste Abwehrarbeit pur: Vor allem der eingewechselte Mathias Gambetta machte jede Menge Betrieb. Sein erster fulminanter Versuch endete an einem Abwehrbein (58.), sein zweiter aus acht Metern mit Karacho neben dem Tor – was niemand fassen konnte, denn Gambetta stand völlig frei (65.). Elf Minuten später kam er wieder in Position, SCW-Keeper Yannick Wilke parierte stark mit den Fäusten.

Noch spektakulärer Wilkes letzte Tat: Er lenkte Marius Jungs Schuss aus zehn Meter an den Pfosten, von wo der Ball ins Toraus flog (86.). „Es war gut, dass wir einen überragenden Torhüter in unseren Reihen hatten“, lobte Schramme. Klajnszmit zeigte sich als fairer Verlierer: „Willingen hat das Beste daraus gemacht, sie standen sehr tief und haben einmal erfolgreich gekontert.“

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