SC Willingen stürzt mit verdientem 1:0 den Verbandsliga-Tabellenführer SG Barockstadt II

Florian Heine macht den Unterschied

Stark verteidigt: Jan-Niklas Albers (links) und Innenverteidiger Steffen Butterweck kümmern sich gemeinsam um Ronaldo Zenuni von der SG Barockstadt II. Foto: rg

Lehnerz. Die Whatsapp war schnell geschickt. Kaum hatte der SC Willingen mit 1:0 (1:0) beim bisherigen Verbandsliga-Primus SG Barockstadt Fulda-Lehnerz II gewonnen, da wurde Trainer Uli Drilling der Urlaub noch ein bisschen mehr versüßt.

Groß war die Freude bei seinem Vertreter Rainer Schramme. „Da fährt man zum Tabellenführer und gewinnt dort verdient“, war das für den Co-Trainer deshalb auch eine „sehr emotionale Sache“. Er hatte die Mannschaft die gewohnt kompakte Ordnung mitgegeben, dazu hörte auch „die Räume im Mittelfeld eng zu halten“.

Entsprechend hatten die Gastgeber in Lehnerz gefühlte 70 Prozent Ballbesitz und bestimmten vom Anpfiff weg das Geschehen, aber die Upländer hielten auch dem in den ersten zehn, 15 Minuten gehobenen Druck des Tabellenführers stand. Nur bei einem Schussversuch aus spitzem Winkel war Yannick Wilke per Fußabwehr gefordert.

Defensive ohne Wackler

Danach dauerte es bis zur 39. Minute, ehe die Barockstädter halbwegs gefährlich wurden. Nach Jan-Henrik Wolfs Distanzversuch kommt der Ball zu Florian Münkel, aber dessen Querpass verzieht der Torjäger.

Da führten die Willinger freilich schon, denn in der 27. Minute hatte Florian Heine seinen Auftritt. Auf der rechten Seite von Eric Kroll bedient, versetzte er seinen Gegenpart und schlenzte an der Strafraumkante den Ball mit links hinten ins obere Eck; Torwart Aykut Bayar war völlig machtlos. „In der Situation hat Florian den Unterschied gemacht“, lobte Schramme den Außenstürmer. Ansonsten wurde der SCW auch nicht gefährlich, das meiste spielte sich zwischen den Strafräumen ab. So blieb es bei einigen Versuchen von Jan-Henrik Vogel und Heine aus größerer Distanz.

Im zweiten Durchgang verpassten es die Upländer für Ruhe zu sorgen, die Chancen dazu waren reichlich vorhanden. Schon in der 47. Minute scheiterte Max Ullbrich nach Pass von Vogel an Bayar, kurz danach verpasste die SCW-Spitze hauchdünn am Fünfmeterraum eine scharfe Hereingabe von Heine. Und auch beim Schuss von Vogel nach Doppelpass mit Heine war der SG-Keeper auf dem Posten (51.).

Danach spielte sich das Geschehen längere Zeit zwischen den Strafräumen ab, dabei konzentrierten sich die Gäste darauf den knappen Vorsprung abzusichern. Der kam nur ein einziges Mal in Gefahr, als Benjamin Fuß flankte und Wolf am langen Pfosten fand; dessen Kopfball wischte der ansonsten nicht geprüfte Yannick Wilke mit der Hand über die Latte zur Ecke (75.).

Bierchen mit Kumpel Lohsse

Drei Minuten später verpasste der eingewechselte Sebastian Butz nach Steilvorlage von Philipp Ullbrich die Vorentscheidung; Bayar klärte zur Ecke. Patrick Wissemann, der für Max Ullbrich gekommen war, zielte danach frei am 16-Meter-Raum ebenso drüber (90.) wie Heine (91.). „Wir haben einige Konter für das zweite Tor liegen gelassen“, atmete Schramme auf, „aber da will ich jetzt mal lächelnd drüber wegsehen“.

Während sich sein Chef Uli Drilling an der Whatsapp erfreute, machte sich Schramme auf den Weg zu SG-Trainer Marco Lohsse. „Ich werde wohl das ein oder andere Bier ausgeben müssen“, wollte er schnell die 90 Minuten ruhende Freundschaft wieder kitten. (apz/ni)

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