Zwischenbilanz nach der Hinrunde in der Verbandsliga

Trainer Drilling: Für SC Willingen war mehr möglich

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Gedränge auf der Willinger Bank: Jan Theiß (von links) fällt aus, Christian Kuhnhenne und Florian Heine sind fraglich. Einsatzbereit ist Niklas Michel, aber Finn Kesper fehlt studienbedingt. Ersatzkeeper Michael Schirk brennt derweil auf den nächste Einsatz.

WillingenFußball-Verbandsligist SC Willingen geht mir Personalsorgen ins Heimspiel gegen Eintracht Baunatal. Die Hinrunde haben die Upländer ordentlich bewältigt. Cheftrainer Uli Drilling zieht jedoch ein zwiespältiges Zwischenfazit.

Drilling erkennt Licht und Schatten. Immerhin: Auf dem Konto stehen zwei Punkte mehr als vor einem Jahr. 

In der Tabelle weist Willingen außerdem schon 17 Partien vor. Das hat damit zu tun, dass das Heimspiel gegen den FC Eichenzell schon am 25. August stattfand - es gehört eigentlich in die Rückrunde 

Und das sagt der Cheftrainer der Uplander unter acht Stichworten von Umfeld bis Ausblick:

Das Umfeld

„Alles top“, sagt der 52-jährige Medebacher. Dazu zählt er die perfekten Bedingungen im neuen Stadion ebenso wie die Kommunikation mit den Verantwortlichen. Exemplarisch erwähnt er die Teammanager Erwin Wilke und Andreas Penzenstadler („die kümmern sich um alles“) oder den Spieler Patrick Wissemann, der sich als Physiotherapeut nicht nur um die Erstversorgung auf dem Platz kümmert.

Das Innenleben

Die Zusammenarbeit mit Co-Trainer Rainer Schramme, sagt Drilling, funktioniert reibungslos. „Fußballerisch, was sehr wichtig ist, funken wir auf einer Wellenlänge.“ Das Verhältnis zur Mannschaft beschreibt er als „gut, von daher kann man sagen, dass die Chemie stimmt“. Wenn ich im Innenverhältnis mit der Mannschaft auf etwas stoße, was mir nicht gefällt, dann spreche ich das in der Regel intern an.

Erstes Fazit nach fünf Monaten: SCW-Trainer Uli Drilling. 

Die Ausbeute

Mit 24 Punkten stehen zwei mehr auf der Habenseite als zur gleichen Zeit im Vorjahr, da war es ebenfalls Platz zehn. „Wir sind zwar bislang im Soll, was unser Ziel angeht, eine sorgenfreie Saison zu spielen. Trotzdem muss man sich auch die Punkte anschauen, die wir nicht geholt haben.“ So ging der SCW bis auf Kaufungen gegen die derzeit fünf letzten Teams der Tabelle leer aus. „In den Tenor mit unnötig verlorenen Spielen wird sicherlich die komplette Liga einstimmen“, weiß Drilling, „trotzdem war für uns noch mehr möglich“.

Die Baustellen

Nach der Hinrunde der Vorsaison hatten die Willinger die viertbeste Abwehr (22 Gegentore), jetzt ist es nur die zehntbeste. „Ohne Frage sind 29 Gegentore in der Summe zu viel“, ist Drilling aber dennoch der Meinung, „dass wir über eine gute Defensivabteilung verfügen“. Als Beispiel nennt er das 1:0 beim Tabellenführer SG Barockstadt II. „Was wir abstellen müssen ist, dass wir bei Rückständen zu früh zu viel anbieten und dann weitere Gegentore kassieren.“ Zudem müsse weiter an der Chancenerarbeitung und -verwertung gearbeitet werden.

Das Negative

„Sportlich bleibt natürlich das 1:5 in Schwalmstadt haften“, erinnert sich der SCW-Coach. Und die Heimbilanz gefällt nicht, den vier Siegen stehen auch vier Niederlagen gegenüber. „Die ,Festung Uplandstadion’, wie früher das Hoppecketalstadion, muss sich erst noch entwickeln, was sicher ein längerer Prozess ist.“

Das Erfreulichste

Drilling: „Es freut mich, wie unsere Mannschaftskapitäne Christoph Keindl, Steffen Butterweck und Max Ullbrich hier vorweggehen und Verantwortung übernehmen und so die junge Garde führen.“

Der Kader

Der SCW ist mit einem 22er-Kader gestartet. „Leider konnte Rene Huneck noch kein Spiel bestreiten“, erklärt der Medebacher, „die Situation bleibt unklar, ich wünsche Rene natürlich das Beste“. Christian Pohlmann, der mit seiner Rolle als Ergänzungsspieler unzufrieden ist, liebäugelt mit einem Wechsel zur SG Goddelsheim/Münden in der Winterpause. Finn Kesper und Fabian Grebe stehen studiumsbedingt nur noch eingeschränkt zur Verfügung. „Von daher halten wir die Augen auf und es kann gut sein, dass sich personell im Winter auch auf der Habenseite etwas tut.“

Der Ausblick

Drilling: „Es kommen jetzt bis zum Winter vier Spiele, aus denen wir in der Hinrunde null Punkte geholt haben. Eine 3 sollte bei den Punkten zum Weihnachtsfest schon vorne stehen.“

Und das Spiel gegen Baunatal?

Die Bedeutung der zweitem Partie der Rückrunde lässt sich leicht an Zahlen fest machen – und zwar für beide Seiten. Der SC Willingen, an diesem Samstag um 15.30 Uhr der Gastgeber, hat nur noch vier Punkte Vorsprung auf die Abstiegsränge, Eintracht Baunatal fehlen vier Zähler zum ersten sicheren Platz in der Verbandsliga Nord.

Zuletzt quittierte der SCW eine 2:3-Heimniederlage gegen Eschwege. Geschuldet war sie auch den Personalproblemen. „Wir sind von Verletzungen bislang weitgehend verschont geblieben“, so Drilling, „jetzt treten sie gehäuft auf, vor allem in der Offensive“.

Und das wird sich am Wochenende nicht wesentlich ändern. Zwar ist Sebastian Butz (Knie) wieder ins Training eingestiegen, dafür hat Max Ullbrich gegen Eschwege einen Schlag auf den Oberschenkel bekommen. Er hat zunächst nur Fahrrad gefahren, ebenso wie auch der zuletzt fehlende Florian Heine (Pferdekuss). Wieder im Lauftraining ist Christian Kuhnhenne (umgeknickt), aber erneut ausfallen wird Kapitän Christoph Keindl mit einer hartnäckigen Virusinfektion.

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