Upländer quittieren mit 2:4 die erste Heimniederlage 

OSC Vellmar stoppt den Lauf des SC Willingen

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Plötzlich steht es 0:2: Sebastian Wagener und Serkan Aytemür feiern den Vellmarer Torschützen Christian Brinkmann. Am Boden kniet der geschlagene SCW-Keeper Michael Schirk, rechts Max Ullbrich.

Schwalefeld - Der OSC Vellmar hat den Lauf des SC Willingen gestoppt. Mit 4:2 (2:1) entführte der bisherige Zehnte der Verbandsliga die Punkte aus dem Upland-Stadion - die erste Heimniederlage dieser Saison der Upländer. 

Wie  zuletzt in Ehrenberg liefen die Willinger einem 0:2-Rückstand nach, und den Geist dieser erfolgreich gedrehten Partie beschworen sie irgendwann auch an diesem Samstag. Selbst nachdem sie mit drei Toren in Rückstand geraten waren: locker ließen sie nicht. Aber der Druckaufbau gegen die gut sortierten Vellmarer produzierte halt wenig Zwingendes. 

"Letzte Woche hatten wir das Glück, heute eben nicht, weil der Gegner auch besser war", sagte Trainer Rainer Schramme lakonisch. Er und sein Kollege Hubertus Albers waren nicht überrascht, wie stark sich die Gäste, nach bisher schwankenden Leistungen, in dem auf Kunstrasen ausgetragenen Nordhessen-Duell besonders in der Offensiv präsentierten. "Wenn sie Spielfreude haben, dann wird es schwer. Und man hat gesehen, heute hatten sie Lust", so Schramme.

Glogic und Mitspieler attackieren früh

"Man kann zufrieden sein mit dem Auftritt", meinte folgerichtig OSC-Trainer Roland Borrmann. "Die Basics sind ja da, wenn dann das Spielerische klappt...."  

Es klappte. Und wie. Besonders Spielmacher Enes Glogic und Torjäger Serkan Aytemür brachten richtig Bock mit ins Upland. Sie inszenierten nicht nur schnelle Vorstöße, sondern attackierten gemeinsam mit Tolga Yantut auch die Gastgeber schon früh in deren Hälfte.

Erst Lattentreffer, dann Gegentor

 Das Willinger Aufbauspiel entwickelte sich aber nicht nur deshalb wenig gefährlich. Auch die Pässe fanden häufiger als sonst nicht ihre Adressaten. Vor allem (aber nicht nur)  Innenverteidiger Christoph Keindl, kämpferisch ein Vorbild, haderte wiederholt mit seinen Zuspielen. Schließlich kamen auch die beiden Außen Florian Heine und Max Ullbrich gegen die recht sichere OSC-Defensive selten zum Zuge.

Am Anfang hatte der SCW außerdem Pech. Bei der ersten prima Aktion in der 8. Spielminute knallte Christian Kuhnhenne den Ball an die Latte. Statt 1:0 hieß es kurz darauf 0:1. Nach einem schnell ausgeführten Freistoß konnte  Glogic über rechts flanken und am langen Pfosten stand Aytemür allein gegen Keeper Michael Schirk, um locker zu vollenden. 

Schramme: Ein bisschen gepnnt

Beim nächsten guten Vellmarer Angriff rettete Keindl erst noch zur Ecke, den dann von Yantut nach innen gebrachten Ball köpfte Christian Brinkmann aus kurzer Distanz ein (25.). "Da haben wir ein bisschen gepennt", meinte Schramme zu dem Doppelschlag.

Seine Chancen nach Ecken bekam auch der SCW. Zweimal köpfte Heine die von Jan-Henrik Vogel an den langen Pfosten getretenen Bälle ans Außennetz (18., 35.). Die erste Aktion von Sebastian Butz nach langem Schlag von Tobias Schumann konnte OSC-Keeper Tobias Schlöffel mit Glück klären. In der Nachspielzeit der ersten Hälfte überwand ihn die Nummer 14 des SCW mit einem präzisen Schuss aus 20 Metern zum Anschluss.

Zwei Konter treffen SCW entscheidend

 Nach der Pause starteten die Willinger vielversprechend. Butz wurde im letzten Moment geblockt, der folgende Eckball von Vogel wurde zur Prüfung für Schlöffel (47.)  und Vogels Weitschuss noch in derselben Szene flog nicht weit drüber.

Ernüchterung vier Minuten später: Der mitgelaufene Verteidiger Janik Ziegler vollendete einen Konter zum 1:3, nachdem Glogic erst an Schirk und dann am Pfosten gescheitert war. Der nächste Treffer entsprang wieder einem Konter, Glogic ließ die Hereingabe von Maik Siebert durch und Aytemür vollendete mit Karacho aus dem Lauf (63.).

Gegen Ende noch ein Überzahl-Spiel

 Man kann den Willingern nicht vorwerfen, sie hätten sich entmutigen lassen. Sie versuchten die Aufholjagd, und für einen Moment schien sie möglich, als der gerade eingewechselte Sebastian Müller aus dem Hinterhalt traf, nachdem Ziegler  den von Matthias Bott schön an Keeper Schlöffel vorbeigelegten Ball vor der Linie weggeschlagen hatte (71.) 

Die SCW-Trainer stellten auf drei Stürmer um, aber bis auf Butz' Schuss knapp vorbei (80.) besaß die Heimelf keine gute Chance zum Anschluss. Selbst nicht, als die Gäste wegen der Gelb-Roten Karte gegen Glogic (87.) wegen Ballweggschlagens für fünf, sechs Minuten in Unterzahl waren - es waren die Gelben Karten Nummer 12 und 13 der Partie, in der es durchaus zur Sache ging. 

"Ich mache meiner Mannschaft nicht den Riesenvorwurf,  Vellmar hat eine gute Leistung abgeliefert", hielt sich Schramme mit Kritik zurück. Und die erste Heimniederlage?  "Wir nehmen's wie Männer."

OSC-Coach Borrmann war vor allem froh, dass seine Abwehr recht gut gehalten hatte; die Vellmarer Offensive gehört ohnehin zu den besseren der Liga. "Wir sind noch zu schwankend im Defensivbereich", sagte er. "Wenn wir es jetzt noch schaffen, ein Spiel entspannter runter zu spielen, arbeiten wir uns Stück für Stück nach oben: Das Potenzial hat die Mannschaft."

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