Strittige Schiedsrichter-Entscheidung kocht Emotionen bei TSG Sandershausen hoch

Bott sichert per Elfmeter "schmutzigen" Willinger Arbeitssieg

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In der 92. Minute ganz cool vom Elfmeterpunkt: Matthias Bott.

Willingen – Für Trainer Rainer Schramme war es „ein schmutziger Arbeitssieg“. Auch weil das 1:0-Siegtor für den SC Willingen in der Verbandsliga-Partie gegen die TSG Sandershausen erst in der Nachspielzeit per Elfmeter gelang, Tumulte anschließend inklusive.

Die Strafe, die der gute Schiedsrichter Thorsten Eick in der zweiten Nachspielminute verhängte, war hart, aus Sicht der Gäste natürlich zu hart. Der Polizist aus Alsfeld hatte trotz der Proteste der Willinger Spieler weiterspielen lassen, ahndete dann aber nach Intervention des rund 50 Meter entfernt stehenden Linienrichters ein Handspiel von Artur Jablonski. Matthias Bott übernahm die Verantwortung, traf flach ins Eck und bescherte den Upländern zumindest für 24 Stunden Tabellenplatz drei.

 „Das war kein absichtliches Handspiel“, fand Bernd Hüter die Entscheidung „unfassbar“. Zumal Eick und dessen näherstehender Assistent selbst nichts gesehen hatten. Der Ball ging zweifelsfrei an den nach oben gestreckten Arm, veränderte dadurch seine Richtung, aber Jablonski hatte das Spielgerät nicht kommen sehen. „Es war keine klare Situation und die 90. Minute, er hätte einfach nur die Ecke geben sollen“, haderte der TSG-Trainer, „da hat ihm jegliches Fingerspitzengefühl gefehlt“. Entsprechend lautstark waren die Proteste rund um die Sandershäuser Auswechselbank und Hüter („ich habe mich natürlich aufgeregt, ihn nicht beleidigt“) handelte sich dabei die gelb/rote Karte ein. Schramme selbst hatte die strittige Szene nicht genau gesehen.

Sandershausen verschießt früh Foulelfmeter

„Wenn das Spiel 0:0 ausgeht, dann ist das auch in Ordnung“, meinte der SCW-Coach nur, „aber wir haben unsere letzte Chance, wie auch immer sie zustande gekommen ist, genutzt“. Ein torloses Remis hätte auch Hüter nach den von beiden Seiten bescheidenen fußballerischen Darbietung genommen, „das wäre absolut verdient gewesen“.

Dabei hätten die Niestetaler selbst früh in Führung gehen können, aber der von Felix Bredow geschossene Strafstoß prallte vom linken an den rechten Innenpfosten und von da zurück ins Feld (12.). Vorausgegangen war ein Foul des herausstürmenden Keepers Yannick Wilke gegen Eyüp-Emre Akman, nachdem der sich gegen Raphael Mütze durchgesetzt hatte. Die Szene war sinnbildlich für die Schwierigkeiten der Willinger im Spielaufbau gegen einen sehr hoch anlaufenden Gegner.

Spiel durch das Zentrum vernachlässigt

 „Wir haben dabei zu wenig durchs Zentrum gespielt“, monierte Schramme bereits in der Halbzeit. Das Chancenplus lag durch Jan-Henrik Vogel (3., 14., 43.), Florian Heine (15., 37.) und Sebastian Butz (22., 43.) dennoch bei den Platzherren, während für die Gäste Akman frei durch am glänzend reagierenden Wilke scheiterte (40.).

Den bekannt robust zu Werke gehenden Sandershäusern gehörte die erste Viertelstunde nach dem Wechsel. „Wir haben aber nicht viel zugelassen“, mussten Schramme und sein Nebenmann Hubertus Albers nur den Kopfball von Bruno Luis (69.) und die große Möglichkeit von Magnus Künkler, die Wilke aus dem Winkel wischte (74.) notieren. Nach gut einer Stunde wurden die Gäste mehr und mehr hinten reingedrückt, aber die Upländer wurden erst spät durch Matthias Bott (80.), Sebastian Müller (81.) und Christoph Keindl (89.) wieder gefährlich.

Rudelbildung und Verfolgungsjagd nach Abpfiff

 „Unser Spiel in die Spitze war zu kompliziert und dadurch zu ungenau“, erklärte Schramme das mühevolle Anrennen. Das wurde dann doch noch durch Botts Elfmetertor belohnt. Als der danach hart bedrängte Eick schon vor Ablauf der vier angezeigten Nachspielminuten abpfiff, da kochten die Emotionen über. Rudelbildung mit Spielern und Betreuern, die Ordner hatten alle Hände voll zu tun. Der Sandershäuser Stürmer Tobias Rühlmann tat sich dabei unrühmlich hervor, startete eine Verfolgungsjagd auf Willinger Spieler bis vor die Kabinentür. Spätestens da war es für die Hüter-Elf eine schmutzige Niederlage.

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