Vorbereitung im Zeichen der Chance  zum Aufstieg

Willinger Fußballer: Konzentriert das sportliche Hoch genießen

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Anstehen zum Jubeln: Zu erkennen sind von den Willinger Spielern Michael Bott (ganz links), Raphael Mütze, Jan Niklas Albers, Eric Teipel und Max Ullbrich (10). Davor Nils Hofmeyer, Kapitän der SG Hombressen/Udenhausen. 

Die Fußballer des SC Willingen klopfen nach 25 Jahren wieder ans Tor zur Hessenliga. Nicht zaghaft, sondern durchaus selbstbewusst. „Die Jungs sind mit Ehrgeiz und Elan dabei“, erzählt Rainer Schramme von der laufenden Vorbereitung.

Willingen– Gleichwohl wissen beim Tabellenzweiten der Verbandsliga Nord alle, dass der Weg nach oben beschwerlich und ohne Ankunftsgarantie ist. Sie sehen das recht entspannt. Der Trainer, dessen Vertrag im Sommer ausläuft, aber in Kürze verlängert werden dürfte, sagt: „Wir müssen nicht aufsteigen.“ Eine Rückschau und der Ausblick.

Zahlen und Fakten

Den Blick auf die Tabelle können die Willinger in der Winterpause genießen: Tabellenzweiter mit 43 Punkten, vier hinter dem Hünfelder SV, einen Zähler vor der SG Johannesberg und zwei vor dem SV Flieden.

Ebenfalls Rang zwei belegen sie in der Heimtabelle, neun Siegen steht nur das 2:4 gegen den OSC Vellmar gegenüber. Auswärts gab es drei Niederlagen (in Bad Soden, Hünfeld und Johannesberg), ein Remis in Flieden (1:1), aber auch fünf „Dreier“ zu feiern. Das Torverhältnis von 49:28 bedeutet jeweils den fünftbesten Wert für Abwehr und Angriff.

Positives und Negatives

„Wir haben uns auf gutem fußballerischem Niveau stabilisiert“, beschreibt Trainer Schramme die Reifung seiner Mannschaft. „Dabei haben wir auch Spiele für uns entschieden, die knapp und schwierig waren.“ Etwa das 3:2 bei Türkgücü Kassel nach 2:0-Führung und zwischenzeitlichem Ausgleich. Dazu gehöre natürlich das nötige Glück, „aber das muss man sich auch erst mal erarbeiten“.

An Negativen fällt Schramme verständlicherweise wenig ein. „Die Chancenverwertung ist bei uns immer ein Thema“, aber das sei aktuell natürlich „Jammern auf hohem Niveau“.

Die Vorbereitung

Auch während der Winterpause haben sich Keindl, Heine und Co. einmal die Woche zum lockeren Kick in der Halle oder auf Kunstrasen getroffen. Seit Ende Januar geben sie im Training wieder richtig Gas, viermal pro Woche bitten Schramme und Hubertus Albers zu den Übungseinheiten; Testspiele kommen hinzu. Den Feinschliff holt sich der Kader wieder in einem dreitägigen Trainingslager (mit Unterstützung des SCW-Sponsors), und zwar vom 14. bis 16. Februar in Wiesbaden-Niedernhausen.

Die Testspiele

Im Test nach der ersten Trainingswoche gab es ein ungefährdetes 6:0 gegen den Gruppenliga-Dritten SG Brunslar/Wolfershausen. Am Donnerstag gastierte der SCW bei DJK Mastbruch und spielte 3:3. Die weiteren Termine – Sonntag, 16. Februar, 11 Uhr: SV Niederseelbach (A, Trainingslager); Freitag, 21. Februar: RW Erlinghausen (A).

Das Personal

Dem recht kleinen Kader machten langfristige Verletzungen nicht zu schaffen, mit einer Ausnahme: den Kreuzbandriss von Nachwuchsmann Max-Till Saure. „Wir sind gut hingekommen“, findet Albers, „zumal die A-Jugendlichen mittrainieren und auch schon Einsätze hatten.“ Mit Tim Albrecht vom SV Brilon kommt deshalb im Winter nur ein Neuer hinzu. „Er ist ein Perspektivspieler“, sagt Schramme, „wir werden ihn entsprechend aufbauen.“ Der knapp 20-jährige ist im defensiven Mittelfeld und der Innenverteidigung einsetzbar.

Ansonsten sind alle Mann an Bord. Auch Niklas Michel steht nach langer Leidenszeit und erfolgreicher Knöchel-OP wieder im Training. Er will sich wieder als Alternative im Angriff anbieten.

Der Ausblick

Alle beteuern, dass der Sprung in die Hessenliga kein Muss ist. „Aber die aktuelle Situation ist natürlich sehr schön, und wir genießen sie“, sagt Schramme. Ob der Genuss anhält, sich gar steigert oder mindert, dürfte nach dem Auftakt in Hombressen und den folgenden Duellen mit den Topteams beim CSC 03 Kassel, gegen Hünfeld, in Weidenhausen, gegen Flieden und in Sand feststehen. „Wenn wir bis dahin unsere Position gefestigt haben“, so Schramme, „dann ist mehr drin.“ Auch Kollege Albers sieht gute Chancen: „Dafür müssen wir konzentriert bleiben und weiter so stabil und effektiv auftreten.“

Sollte der dritte Coup nach 1991 und 1995 gelingen, die Verantwortlichen würden sich nicht dagegen sperren. „Für jeden Spieler, für jede Mannschaft, für jeden Verein ist es doch toll aufzusteigen“, erklärt Albers in seiner Rolle als Sportlicher Leiter. „Wenn es uns gelingt, dann nehmen wir die Herausforderung auch an.“ Er glaube, „dass wir die Hessenliga stemmen können“.

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