Wildunger berichtet, wie er das Ende des Hessenligisten erlebt hat

Dominik Schneider: Nach Lohfeldens Aus Wechsel zum KSV Hessen

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Vor dem Aus des FSC: Als starker Innenverteidiger hat Dominik Schneider in drei Jahren fast alle Spiele für den FSC Lohfelden absolviert. 

Lohfelden/Bad Wildungen – Stell Dir vor, du fährst in Urlaub; und wenn du zurück bist, ist dein Verein weg! So ähnlich ist es Dominik Schneider ergangen, als Fußballer des FSC Lohfelden.

Der Bad Wildunger spielt seit 2016 beim Hessenligisten und machte sich eigentlich keine Gedanken über die kommende Saison. Aber der Verein, seit 2011 in der Hessenliga, hat bekanntlich seine Mannschaft abgemeldet.

Erhebliche finanzielle Einbußen hat Lohfelden zu beklagen. Ein wichtiger Sponsor hat sich zurückgezogen – keine Chance mehr auf höherklassigen Fußball im Nordhessenstadion. Selbst in der Gruppenliga hätte der Club nach eigenen Angaben keine taugliche Truppe zusammenbekommen.

Inzwischen haben sich einige ältere und frühere FSC-Kicker gefunden, und der Club hat ein Team für die Kreisliga A gemeldet (WLZ berichtete), damit die Tradition nicht ausstirbt. Dominik Schneider nutzt das wenig. Sein Anspruch sei es nach wie vor, in der Hessenliga zu spielen, sagt der 23-Jährige im Gespräch mit der WLZ.

Stammspieler von Anfang an

Dass er das kann, hat er nach seinem Wechsel von der SG Bad Wildungen vor drei Jahren auf Anhieb bewiesen. Schneider war in jeder der drei Spielzeiten bisher Stammkraft in der Innenverteidigung, hat von 96 Spielen insgesamt nur sechs verpasst. Sein Zwei-Jahres-Vertrag läuft noch bis 2020.

Ein wenig sei das Problem bekannt gewesen im Team. „Wir hatten aber nicht damit gerechnet, dass es soweit kommt. Es war erstmal ein Schock, ich bin traurig, weil ich gerne dort gespielt habe und gerne weitergespielt hätte“, meint Schneider, dessen Vater sich als Betreuer beim FSC engagierte. „Einige Spieler hatten das Team verlassen, aber das war aus völlig unterschiedlichen Gründen und hatte mit der Entwicklung nichts zu tun.“

FSC: Weg vom Söldner-Club

Wie hat er den FSC in seiner Zeit kennengelernt? „Von außen war der Club als Söldnertruppe verschrieen. Aber das hat sich verändert, auch durch den sehr jungen Trainer Alfons Noja, den sportlichen Leiter Megdi Tafoski und den teils neuen Vorstand“, berichtet Schneider. Er habe viele Freunde hinzu gewonnen.

„Man hätte früher offen mit uns Spielern reden sollen“, moniert Schneider. Schuldzuweisungen gibt es von Seiten des Wildungers aber keine. „Ich weiß im Grunde auch bis heute nicht, woran es letztlich gelegen hat. Das war für mich zu undurchsichtig, als das ich mehr dazu sagen könnte. Aber die Personen, die es verbockt haben, werden es wissen“, sagt Schneider, dessen Bruder noch beim Heimatverein in der Gruppenliga aktiv ist.

"Hätte das Handy auslassen sollen"

Aktiv wurden mit Bekanntwerden des Lohfeldener Rückzuges auch diverse Freunde und „Manager“ anderer Vereine. Denn es stellte sich die Frage: Wie geht es weiter? „An dem Abend, als wir die Nachricht erfahren haben, hätte ich das Handy auslassen sollen. Die Reaktionen waren heftig, auch an den nächsten Tagen ging das noch weiter.

Wie geht’s weiter für Dominik Schneider. Für den 23-Jährigen stand fest: „Ich will weiter in der Hessenliga spielen.“ Blieben also nicht viele Alternativen, wenn er in Nordhessen bleiben will. 

Nach dem Aus des FSC geht es für Schneider bei Hessen Kassel weiter. Der KSV verpflichtete aus Lohfelden außerdem auch Keeper Maximilian Zunker (rechts). Foto: pr

Seit Dienstag steht fest: Schneider wird ein „Löwe“. Hessen Kassel gab die Verpflichtung des Wildungers bekannt, außerdem kommen aus Lohfelden Keeper Maximilien Zunker und Youngser Lukas Iksal zum KSV. 

„Ich freue mich über den Wechsel zum KSV und kann es kaum erwarten für die Löwen aufzulaufen“, kommentiert Dominik Schneider seine Vertragsunterzeichnung beim KSV Hessen Kassel.

Was wird aus den Bandowskis?

Zwei weitere Waldecker vom FSC Lohfelden müssen sich anderweitig orientieren. Angreifer Tjarde Bandowski, 2018 aus Baunatal zum FSC gewechselt, hat sich dem FSV Bergshausen angeschlossen. 

Beim Kreisoberligist ist Andreas Fehr, der bis zu seinem Rückzug auch Lohfelden unterstützt hatte, einer der Sponsoren. 

Bandowski muss berufsbedingt kürzer treten, spielt daher nicht mehr in einer so hohen Liga. Der neue Verein seines Bruder Malte steht noch nicht fest. (schä)

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