Fußballerinnen feiern Gruppenliga-Titel – nur eine Saisonniederlage

SG Landau/Wolfhagen Meister: Wegen Abitur kein Aufstieg

Der Gruppenliga-Meister der SG Landau/Wolfhagen (hinten von links): Hagen Marquardt (Trainer), Hartmut Schröder, Nele Walter, Hannah Schaaf, Anna Bause, Karoline Schwechel, Caroline Euler, Dorina Fülling, Michelle Herold, Betreuer Erich Herbold; (vorn von links): Vanessa Fischer, Isabell Fingerhut, Sarah Schütz, Franziska Heldt, Natalie Stumpf, Nina Leyhe, Anna Schäfer; liegend: Marlina WachsEs fehlen: Ann-Kristin Herbold, Nicole Näser, Sabrina Wandrei, Hanna Rode, Lara Elspass, Elodie Keim, Sabine Menkel, Lisa Elspass. Foto: Werner Spitzkopf

Landau. Was haben die Fußballerinnen der SG Landau/Wolfhagen und die Profikicker vom FC Bayern München gemeinsam?

Beide sind Meister ohne Aufstieg. Einen Unterschied zwischen diesen beiden Teams gibt es doch noch. Die Bayern können nicht höher, die Landauerinnen wollen nicht höher.

Die Spielerinnen von Trainer Hagen Marquardt dürften als Gruppenliga-Erster in der kommenden Saison eine Klasse höher den Ball laufen lassen, aber sie haben abgelehnt, obwohl sie in 18 Spielen nur eine Niederlage und drei Unentschieden hinnehmen mussten.

Der Grund liegt in der Ungewissheit. Bei vielen Mannschaften in ähnlicher Situation folgt nun der bekennende Satz: Wir wissen nicht, ob wir den Aufstieg finanziell stemmen können. Geld ist nicht das Problem der Landauerinnen, sondern Bildungswege. „Wir haben einige Stammspielerinnen dabei, die gerade ihr Abitur machen und niemand weiß, ob sie im Oktober noch da sein werden oder nicht“, sagt Abteilungsleiter Hartmut Schröder.

Lob für Trainer Marquardt

Da mache es keinen Sinn höhere Ziele anzustreben. „Wir wissen aus unserem Abstiegsjahr aus der Verbandsliga, wie bitter es sich für eine Mannschaft anfühlt, wenn sie eine Niederlage nach der anderen kassiert.“

Die Mannschaft selbst habe sich gegen den Aufstieg entschieden, betont Schröder und lobt die Spielerinnen für ihre realistische Sichtweise. „Die Mannschaft ist für die Verbandsliga möglicherweise auch noch etwas zu jung, zu unreif.“ Die Leistungsschwankungen seien noch zu groß. Schröder nennt aber einen, den er auf jeden Fall als verbandsligatauglich einschätzt: Trainer Hagen Marquardt. „Er hat großen Anteil an dieser Meisterschaft.“

Falls der Kader zusammenbleibt, droht möglicherweise die sportliche Unterforderung, die auch den Mannschaftsgeist zerstören kann. Diese Befürchtung teilt Schröder nicht, er sehe nicht, dass sportliche Langweile drohe. „Ich glaube, dass es eine stärkere Gruppenliga geben wird als in der vergangenen Saison, denn es kommen gute Teams von oben runter und wir haben ein Derby mehr, gegen eine starke Flechtdorfer Mannschaft.“

Und was hat die Meistersaison dem Team gegeben? Wo hat es sich weiter entwickelt und wo nicht? „Wir hatten immer Probleme gegen Mannschaften, die sich hinten rein gestellt und sehr körperbetont und robust gespielt haben. Das behagt unseren Mädels noch nicht so, dafür sind sie noch nicht clever genug.“ Die Traineranweisung „schneller spielen“, um sich dem zu entziehen, könnten sie noch nicht gut umsetzen. In solchen Situationen merke man dieser Mannschaft deutlich ihre Jugend an. Die meisten Spielerinnen seien erst 18 und 19 Jahre alt. Eine gute Entwicklung habe hingegen die Mannschaft im spielerischen Bereich genommen, lobt der Abteilungsleiter. „An einem guten Tag, kann sie einen wunderbaren Fußball spielen, Ball und Gegner laufen lassen. Doch dann gibt es leider immer wieder Tage, an denen man alles gesagt, aber auf dem Platz denkt, sie haben wieder nicht zugehört, weil sie genau das Gegenteil machen.

Suche nach Stürmerin

Ein weiterer Grund warum die Landauerinnen nicht aufsteigen wollen, ist auf den ersten Blick nur schwer zu erkennen: Sie haben ein Sturmproblem. Dabei bieten sie den drittbesten Angriff der Liga an.

Doch ein Blick auf die Torschützenliste offenbart das Problem: Dort steht mit Sarah Schütz nur eine Spielerin, die zweistellig traf (15 Treffer), dahinter folgt Dorina Fülling mit neun erzielten Toren.

„Wenn die beiden immer da wären, hätten wir keine Sorgen in der Offensive, aber leider sind sie beruflich oft verhindert“, sagt Schröder. „Wir bemühen uns, um eine weitere Stürmerin für die kommende Saison.“

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