Tagung zur neuen Saison im Fußballkreis

Die Richtzahlen bleiben, der Digitalpass kommt

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Durfte bleiben, weil es die Richtzahl gab: Die SG Wellen/Wega, hier mit Matthias Schlächter, war eigentlich schon aus der A-Liga abgestiegen.

Usseln – Die letzten Entscheidungen erst  Wochen nach Schluss der Punktrunde, jeweils vier Aufsteiger aus Kreisliga A und B – und doch: „Die Richtzahlen haben sich bewährt“, findet Kreisfußballwart Peter Bauschmann.

Deshalb greifen sie in Waldeck auch in der neuen Saison, wie Bauschmanns Stellvertreter Gottfried Henkelmann bei der Sommersitzung des Fußballkreises am Dienstag in Usseln verkündete. Die Kreisoberliga sowie A- und B-Liga werden für die Saison 2020/21 abermals auf jeweils die Klassengröße 15 festgeschrieben. Rückkehr zur Normalität markiert die Festlegung auf nur je einen Direktaufsteiger; nicht mehr als drei (aber mindestens einen) Absteiger wird es jeweils geben.

Der Kreisfußballausschuss war nie ein Freund der Fixierung von Staffelgrößen, weil sie die Unsicherheit wegen Bleiben und Gehen über das Saisonende hinaus verlängern kann. Für die bevorstehende Serie hat sie ihm eine Kreisoberliga mit 15 Teams garantiert. Ohne Richtzahl wären es – nach dem nachträglichen Gruppenliga-Aufstieg der SV Freienhagen/Sachsenhausen – nur 14 Mannschaften geworden. Zu wenig, nachdem die 13er-Liga der vergangenen Runde von den Vereinen allenfalls schwer murrend hingenommen worden war.

Stühlerücken bei den Klassenleiterm

Bauschmann übergibt nun Ligen, die, wie er sagte, gut so sind. Denn es war eine Übergabe in Usseln: Waldecks Fußballchef wird beim Kreisfußballtag im März 2020 in Volkmarsen nicht wieder kandidieren, mit Beginn der neuen Runde (Start: 2. bis 4. August) gibt er schon mal die Leitung der KOL ab – auch weil die Spielzeit über den kommenden März hinausgeht. Der Korbacher leitet weiter den Kreispokal und bleibt als stellvertretender Regionalbeauftragter der Vertreter von Horst Riemenschneider in beiden Gruppenligen.

„Es war eine ideale Saison für einen Klassenleiter, es war eine ideale Saison, um aufzuhören“, sagte er im Blick zurück auf eine Serie, die nicht allein wegen ihrer bloß acht Spielausfälle kaum Anlass zu Beanstandungen bot. Die KOL übernimmt Gottfried Henkelmann, der nach wie vor dazu die Kreisliga A leitet.

Peter Bauschmann: Die Liga-Leitung abgegeben.

„Ihr habt es mir einfach gemacht“, sagte er in seiner Saisonbilanz, die noch auch die B-Liga umfasste. Diese managt künftig die bisher für beide Gruppen der Kreisliga C zuständige Gudrun Biederbick, die ebenfalls von einer „entspannten Saison“ berichtete. Ihr Nachfolger wiederum heißt Dirk Emmert (35). Der Vorsitzende des SV Neukirchen ist neu im Klassenleiter-Geschäft – und hat es gleich mit 16 Mannschaften in einer C-Liga-Staffel zu tun.

Zweimal acht keine Alternative

Die Eingleisigkeit, wegen der weiteren Fahrten nicht eben beliebt bei den Vereinen, sei nicht die „Traumlösung“ des Fußballausschusses gewesen, sagte Henkelmann, und „happig für die C-Ligisten“. Aber sie war, nachdem die angedachte Zusammenarbeit mit dem Fußballkreis Frankenberg sich zerschlagen hatte, wohl alternativlos.

Zwei Achter-Staffeln wären vom Verband nicht genehmigt worden, betonte jedenfalls Bauschmann. Er benannte einen weiteren Aspekt: Mit kleineren Gruppengrößen habe der Ausschuss stets Rücksicht auf personalschwache Reserven genommen. Aktuell treten fünf erste Mannschaften an. „Denen laufen doch die Spieler weg, wenn sie pro Halbserie nur sieben Spiele haben“, sagte Bauschmann.

Dirk Emmert: Neuer Klassenleiter der C-Liga

Im Rahmen blieben die Strafen. 77 Einzelrichter-Urteile wurden gegen die Senioren gefällt, der erkrankte Sportgerichts-Vorsitzende Ewald Wollert monierte laut seinem verlesenen Bericht allerdings die Zahl von fünf Strafen gegen Trainer in der KOL (bei 19 Urteilen) als zu hoch.

Schon fest steht, wo sich die Vertreter der Kreis- und Kreisoberligisten zu ihrer nächsten Sitzung voraussichtlich im Januar 2020 treffen: im Süden. Ausrichter der Wintertagung wird der SV Mehlen sein.

Vorreiter beim "Digi-Pass"

Jeder Fußballer kennt dieses Ritual bis zum Abwinken: Vor dem Spiel werden die Spielerpässe kontrolliert. Die Digitalisierung macht damit jetzt Schluss: Der Fußballkreis Waldeck ist einer der hessischen Pilotkreise, die mit Start der nächsten Saison den digitalen Spielerpass einführen. 

„Das Passwesen soll zeitgemäß werden“, sagte der stellvertretende Kreisfußballwart Gottfried Henkelmann bei der Vorstellung des Projekts  in Usseln. Die Waldecker Vereine sind aus Sicht Henkelmanns weniger Versuchskaninchen als Vorreiter – er rechnet fest damit, dass der Digi-Pass auf dem Verbandstag im Juni 2020 verpflichtend für alle eingeführt wird. 

Die eigentliche Fleißaufgabe für die Vereine besteht darin, Fotos ihrer sämtlichen Spieler im DFBnet hochzuladen und, um den Datenschutz zu gewährleisten, sie eine Einverständniserklärung unterschreiben zu lassen. „Wir sind voll und ganz von der Sache überzeugt“, sagte Henkelmann.

Große Hürden sieht er nicht, will den Verantwortlichen in den Klubs aber eine gewisse Zeit für die Hausaufgaben lassen. „Es wird nicht gleich Bestrafungen hageln“, versprach er. Dauerhaften Schlendrian wolle er gleichwohl nicht durchgehen lassen.

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