Auch Vereine für Zusammenarbeit bei Kreisliga C 

Fußballkreise Waldeck und Frankenberg: Ja zu gemeinsamer Liga

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Waldecker und Frankenberger Fußballer im Vergleich  gibt's bis jetzt nur im Turnier oder Testspiel. Hier begegnen sich Till Buckert (FSG Ederbringhausen) und der Röddenauer Tobias Grebe beim Kahl & Schlichterle-Cup. 

+++aktualisiert+++ Lelbach/Frankenberg – Die Beziehungen der Fußballkreise Waldeck und Frankenberg erreichen eine neue Phase. Zum ersten Mal peilen die Nachbarn eine gemeinsame Spielklasse für Senioren an.

In der Kreisliga C sollen ab der Saison 2019/20 Teams aus Süd und Nord gegeneinander antreten. Staffeleinteilung und -größe sind noch mit Fragezeichen versehen.

Eine Zusammenarbeit hatten die Kreisfußballwarte Peter Bauschmann und Friedhelm Weinreich verabredet, auch die Vereinsvertreter aus beiden Kreisen äußerten sich bei ihren jeweiligen Wintersitzungen am Mittwochabend in Lelbach und Frankenberg grundsätzlich positiv. Die Waldecker stellten detailliert eine C-Liga mit drei Gruppen vor, in Frankenberg fand das Modell einer zweigeteilten Klasse nach kontroverser Debatte eine Mehrheit.

In Waldeck nur noch eine Gruppe

„Wir möchten den Vereinen helfen“, betonte Bauschmann in Lelbach, Zwänge gibt es in beiden Kreisen. Und variable Größen. Vor allem in Waldeck. Wäre die laufende Saison jetzt zu Ende, gäbe es wohl nur noch 15 oder 16 C-Ligisten (aktuell 19 in zwei Gruppen) in der nächsten Spielzeit. Das ist die Folge vermehrten Aufstiegs, weil die Kreisoberliga auf 15 Teams aufgestockt werden soll.

Unterm Strich stünde in Waldeck allein nur noch eine C-Liga-Staffel – was der Kreisfußballausschuss nicht eben favorisiert, Vor allem wegen der weiten Fahrten. Die einfache Strecke von Hesperinghausen nach Wellen etwa beträgt 63 Kilometer, rechnete Bauschmann vor. „Kann man das in der C-Liga den Vereinen zumuten oder sollte man andere Wege finden?“, fragte er in die Runde.

Drei Staffeln als ein Modell

Das vom Kreisfußballwart vorgestellte Modell einer C-Liga Waldeck-Frankenberg umfasste drei Gruppen (Süd, Mitte, Nord). Ihm liegen 30 Teams zugrunde, davon 18 aus Waldeck – es war auf den Tabellenständen Anfang September aufgebaut.

Unter einem Dach spielen sollten acht Waldecker (SV Braunau, SG Wesetal II; TSV Odershausen II, SG Wellen/Wega II, SG Waldeck/Netze II, SG Neukirchen/Sachsenberg II, SG und Eintracht Edertal II) und zwei Frankenberger Vereine (TSV Halgehausen, SG Bunstruth/Haina II) in der Gruppe Mitte: Die Gruppen Nord und Süd würden homogen bleiben. Die jeweiligen Aufsteiger würden in ihre Heimat-B-Liga klettern.

Der Süden denkt anders

Die betroffenen C-Liga-Vereine reagierten in Lelbach bejahend. Widerspruch regte sich keiner. Bauschmann bezeichnete die Drei-Staffel-Idee ausdrücklich als ein „Gedankenmodell“. Wenn es etwa deutlich weniger als 30 C-Ligisten würden, könne man auch über zwei gemeinsame Gruppen nachdenken, sagte er: „Das ist eine Option.“ Sie ist seit dem Votum der Frankenberger Vereine am Mittwoch wahrscheinlicher geworden.

Bauschmann äußerte sich gestern auf Nachfrage grundsätzlich wohlwollend zu einer Lösung mit zwei Staffeln, ohne allerdings den Vorschlag aus dem Süden genau kennen. „Wenn Frankenberg das möchte, machen wir auch zwei Ligen“, sagte er und betonte: „Wir wollen auf jeden Fall zusammenarbeiten.“

Kreisfußballwart Peter Bauschmann.

Die Frankenberger Fußballvereine stehen einer Zusammenarbeit mit Waldeck zwar ebenfalls mehrheitlich positiv gegenüber und sprachen sich bei ihrer Wintersitzung auch für eine gemeinsame C-Liga aus. Das einstimmig favorisierte Modell auf Vorschlag von Johann Depner (TSV Haubern) sieht allerdings vor, die bisherige Frankenberger C-Liga einfach mit drei oder vier Waldecker Mannschaften aufzufüllen.

 „Wir wollen nicht unsere C-Liga kaputt machen. Die Kunst an der Geschichte ist, eine Entscheidung zu treffen, die für alle am günstigsten ist“, stellte Kreisfußballwart Friedhelm Weinreich vor den Vereinsvertretern im Sportheim des TSV fest. Doch weder das Modell mit drei Gruppen (nur eine Ja-Stimme) noch seine andere Variante mit zwei größeren Staffeln fand eine Mehrheit (keine Ja-Stimme). „Da sind wir ja nur noch unterwegs und schrubben Kilometer“, äußerte ein Vereinsvertreter. Auch Weinreich wies auf die Problematik der großen Entfernungen hin.

Frankenberg hat auch Kreisoberliga im Blick

Akzeptiert wurde schließlich „die Depner-Lösung, bei der drei oder vier Teams aus Waldeck zu uns kommen“, wie sie Weinreich zusammenfasste. Deutlich machte Weinreich auch, dass niemand aus dem Kreisfußballauschuss an der Eigenständigkeit Frankenbergs rütteln wolle.

„Der Fußballkreis Frankenberg bleibt selbstständig. Die A- und B-Klasse bleiben bestehen, nur in der C-Klasse wollen wir mit Waldeck zusammen spielen.“ In den Blick nimmt man im Süden aber auch die KOL. „Sicher noch nicht für die nächste Spielzeit, aber wir streben auch eine gemeinsame Kreisoberliga Waldeck-Frankenberg an“, sagte Weinreich. Nur zwei Gegenstimmen gab es für diesen Vorschlag.

Kreisfußballwart Friedhelm Weinreich.

Weinreich betonte, die Überlegungen Richtung Waldeck seien sicherlich sinnvoll „vor dem Hintergrund, dass beim Hessischen Fußball-Verband Modelle existierten“. Zudem gebe es ja schon lange einen gemeinsamen Landkreis und einen Sportkreis, so Weinreich, der hinzufügte: „Wir sind auf einem Weg, auf dem wir uns umorientieren müssen.“

Eine Kreisfusion ist auch in Waldeck kein Thema. Peter Bauschmann betonte ebenfalls die weitere Eigenständigkeit der Kreisligen B und A. Zur Zukunft der Kreisoberliga äußerte er sich nicht. 

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