Gruppenliga-Aufsteiger sieht noch gute Chancen auf Klassenerhalt

Winter-Check: Freienhagen/Sachsenhausen muss schneller dazulernen

+
Viel zu tun in der Abwehr hat Aufsteiger Freienhagen/Sachsenhausen – wie hier (v. li.) Christian Weishaupt, Marvin Schneider, Nikolas Havel und Simon Schwechel gegen Yannick Grenzebach und Fabian Tippel von der SG Brunslar.

Alle Aufsteiger aus dem Waldecker Land haben es schwer in der Gruppenliga. Diese in den vergangenen Jahren stets aufgetretene Hypothek trägt auch die SV Freienhagen/Sachsenhausen mit sich.

Freienhagen/Sachsenhausen – Der Liganeuling ist als Vorletzter in die Winterpause gegangen und kommt mit dem wichtigen Spiel beim ebenfalls abstiegsbedrohten TSV Mengsberg (7. März) wieder heraus.

„Das ist gleich richtungsweisend Verlieren wir das, wird es gleich düster um uns herum“, weiß das Trainertandem der über die Aufstiegsrunde nach oben gelangten SV. Timo Kiepe und Andreas Josefiak wollen daher in der sechswöchigen Vorbereitung die Grundlagen für mehr Lichtblicke legen.

Augenwischerei wird aber keine betrieben. „Wir müssen mehr machen als andere. Das zeigt der Blick auf die Tabelle, aber auch die Tatsache, dass unerfahrener und spielerisch schwächer sind als viele Konkurrenten. Das müssen wir übers Laufen und Kämpfen wettmachen“, sagt Kiepe, der mit der Vorbereitung „bedingt zufrieden“ ist. 

„Die, die da sind, hängen sich voll rein. Aber es gibt auch einige, die sich nur sporadisch blicken lassen.“ Freienhagen/Sachsenhausen braucht das Kollektiv, aber gerade im Training könnte es stärker sein, moniert Kiepe: „Es fehlt das gegenseitige Mitziehen nach dem Motto ‘Komm Junge, raff’ dich auf’.“

Viele Gegentore, zwei Neuzugänge

Was noch fehlt, weiß der SV-Coach auch: mehr Ruhe im Aufbauspiel, ligataugliches Abwehrverhalten vor allem; oft jedenfalls. 58 Gegentore (kein anderes Team hat mehr als 46) sprechen für sich bzw. gegen den Aufsteiger. Sie seien oft in zu leichten Ballverluste begründet. „Für eine Mannschaft, die eher auf der Defensive aufbaut, ist das fatal“, so Kiepe. Sein Team hat gemerkt: Dass es vom Gegner meist früh und hoch angelaufen wird, ist einer der Unterschiede zur Kreisoberliga, mit denen man besser klar kommen muss.

In der Offensive ist auch Luft nach oben, zumal Leistungsträger wie Nico Mannweiler eine Liga weiter oben nicht so zur Geltung kommen wie noch im Vorjahr. Gut also, dass sich für das SV-Trainergespann in den restlichen zwölf Spielen personelle Alternativen auftun: Stützen wie Marvin Schneider und Nico Müller, die meist nur angeschlagen die Hinrunde durchackerten, sind wieder fit. „Das gibt vielleicht noch einmal einen Schub“, hofft Kiepe.

Maik Amelung und Sascha Trost verstärken das Team als Neuzugänge, beide kommen vom Kreisoberligist FSG Weidelsburg. Trost (26) beschreibt Trainer Kiepe als Defensiv-Allrounder, Amelung (33) soll als klassischer „Knipser“ die Torquote erhöhen. „Ein Pfundskerl; er passt super bei uns rein.“

Kiepe: „Es ist noch alles möglich“

Im Tor können die SV-Trainer wieder aus dem Vollen schöpfen. Robin Heinemann hat seine Verletzung überwunden, A-Junior Julian Paul war alles andere als eine Notlösung. „Beide gehen auf Augenhöhe in die Restrunde“, so Kiepe, dessen Team sich unter anderem in Testspielen gegen den TSV/FC Korbach, den TSV Altenlotheim und am heutigen Samstag gegen den SV Balhorn (16 Uhr in Sachsenhausen) einspielen soll. 

Denn den Kampf um den Klassenerhalt betrachten die Sachsenhäuser und Freienhagener alles andere als aussichtslos. „In den direkten Duellen gegen abstiegsbedrohte Gegner wie Kirchberg/Lohne, Mengeringhausen und Bad Wildungen waren mehr Punkte für uns drin. Aber es ist noch alles möglich“, skizziert Kiepe die Lage. „Ich denke auch, dass wir die Klasse für diese Liga haben.

Und wenn es nicht gelingt, das Team aus Freienhagen und dem früher in der Gruppenliga bekannten Namen Sachsenhausen dort gleich zu etablieren? „Mit dem Gedanken, dass wir nicht drin bleiben, wollen wir uns jetzt nicht beschäftigen“; sagt Kiepe. „Druck haben wir aber keinen.“ (schä)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare