Lichtenfelser dürfen Platz sieben nicht unterbewerten

Viele Verteidiger, wenig Konstanz: Die Hinrunde der SG Goddelsheim/ Münden im Faktencheck

Offensiv war Verlass auf Goddelsheim/Münden: Trotz vieler Umstellungen hat die SG den drittbesten Angriff; auch dank Mirco Grosche (16 Treffer), der hier mit Florian Mitze (li.) und dem gut eingeschlagenen Neuzugang Michael Kuhnhenne jubelt.
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Offensiv war Verlass auf Goddelsheim/Münden: Trotz vieler Umstellungen hat die SG den drittbesten Angriff; auch dank Mirco Grosche (16 Treffer), der hier mit Florian Mitze (li.) und dem gut eingeschlagenen Neuzugang Michael Kuhnhenne jubelt.

Was hatten sie vor? Was ist daraus geworden? Nach 16 Spielen in der Fußball-Gruppenliga Kassel 1 ziehen wir eine erste Bilanz der Waldecker Mannschaften. Den Anfang macht die SG Goddelsheim/Münden.

Die beste heimische Mannschaft ist die SG Goddelsheim/Münden zur Winterpause in der Gruppenliga diesmal nach Altenlotheims Superserie nicht. Aber als Tabellensiebter bewegen sich die Lichtenfelser erneut mit Abstand zur Abstiegszone. Wobei: Wenn es zur Maximalzahl von fünf Absteigern käme, sind vier Punkte Polster wahrlich kein Ruhekissen. Warum steht die SG da, wo sie steht? Das zeigt der WLZ-Faktencheck.

Auf Platz sieben steht die SG da, wo sie hin will.
Trainer Jens Fresen würde das eigentlich unterschreiben, denn er hatte mit seinen Mannen am Ende der Vorbereitung einen einstelligen Platz als Ziel formuliert. Aber: Davon dürfe man sich nicht täuschen lassen, meint der Medebacher, dem das Anspruchsdenken bei den beiden Dorfvereinen manchmal zu niedrig ist. „Dann hast du das Gefühl, dass viele sagen: ‘Wenn wir die Klasse halten, ist doch alles gut.’ Aber man muss auch mal gucken, was mehr drin gewesen wäre.“ Warum diesmal nicht mehr drin war? „Wir haben nie so richtig Konstanz reingekriegt in unser Spiel“, sagt Fresen.

Die SG ist ein Aufbaugegner für „Kellerkinder“
Durchaus. Siehe fehlende Konstanz. Selten war Goddelsheim/Münden so stark gegen Gegner aus dem unteren Tabellendrittel wie beim 7:2 in Mengeringhausen. Aber oft so großzügig wie beim schmerzhaften 0:1 in Homberg, das Jens Fresen noch in Erinnerung ist. Der gute Start habe in den Köpfen vielleicht etwas ausgerichtet, mutmaßt der Coach. „Manchmal redest du im Vorfeld viel über ein Spiel, aber du merkst, dass es nichts bringt. Wie vor dem Homberg-Spiel.“

Goddelsheim/Münden: Trainer Fresen brauchte acht Verteidiger

„Gibst du nicht Vollgas, dann verlierst du“, hatte Fresen Ende Oktober gesagt; vor dem 3:0 gegen Kirchberg/Lohne. Es war der letzte Sieg im alten Jahr. Danach folgten ein 1:1 in Körle und Pleiten gegen Neuental und Bad Wildungen. Und die stehen weit unten. „Wir dürfen nicht hochnäsig sein, sondern müssen jede Woche hundert Prozent geben“, sagt Fresen heute.

Die Abgänge von Jonathan Vach und Fynn Butterweck haben sich bemerkbar gemacht.
Jein. Nach deren Wechsel „haben wir nach Möglichkeiten gesucht, wie wir durch die Abgänge vielleicht auch einen Benefit gewinnen können für unser Spiel und haben die Spielweise ein wenig angepasst“, verrät der SG-Coach. Vor allem in der Offensive agiere man nun flexibler.

Die Neuzugänge haben sich schnell eingefügt.
Schon bei der Vorstellung der Neuzugänge im Sommer war sich Jens Fresen sicher, die Abgänge gut aufgefangen zu haben. Vor allem Michael Kuhnhenne und Tim Fresen (Trainer-O-Ton: „Sie waren innerhalb kürzester Zeit integriert“) tun der Mannschaft gut, wenngleich sie in der defensiven Zentrale zu Hause sind und nicht in der Offensive wie Vach und Butterweck.

Ganze acht Spieler mussten bei der SG Goddelsheim/Münden aufgrund anhaltender Verletzungssorgen als Innenverteidiger spielen - auch Stürmer Daniel Butterweck (links), hier im Spiel gegen Edermünde.

Alle Spieler haben ihre Einsatzchancen bekommen.
So war das nicht gemeint, als der Trainer sagte: „Jeder ist bei uns wichtig. Es kommen alle zum Einsatz.“ Da dachte Fresen eher an Belastungssteuerung. Letztlich wurde seine Startelf aber nach fünf, sechs Spielen vom Verletzungsschicksal gesteuert, nachdem die SG immer wieder Ausfälle zu beklagen hatte. Die fehlende Konstanz führt der Übungsleiter auch darauf zurück, „dass vieles aus der Not heraus entstanden ist“.

Krassestes Beispiel für die Umstellungen: „Wir haben im Laufe der Zeit acht verschiedene Innenverteidiger gehabt in sämtlichen Konstellationen.“ Fresen erinnert sich, dass beispielsweise nicht nur Mittelfeldspieler wie Fabian Thomas mitunter Außenverteidiger spielen mussten, sondern zuletzt sogar Sturmtank Daniel Butterweck den „Vorstopper“ geben musste.

Corona hat die Lage in der Mannschaft beeinflusst.
„Wir können froh sein, dass wir vor der kritischen Jahreszeit erst mal fertig sind“, sagt Jens Fresen, der sich nicht vorstellen kann, dass die Saison noch abgebrochen wird. Ob die hohe Zahl an verletzten Spielern bei der SG eine Folge der langen Pause nach der Corona-Auszeit war, ist für ihn schwer zu sagen. „Nebenwirkungen“ hatte der Coach kaum zu verkraften im Team. „95 Prozent von uns waren schon geimpft, bevor die Vorbereitung richtig losging, kaum jemand musste mal in Quarantäne“, berichtet der Coach, der am 21. Januar mit dem Training für die Rückrunde beginnen will.

Das steht auf dem Wunschzettel des Trainers:
„Die Saison einfach mal ganz normal zu Ende spielen.“ (Dirk Schäfer)

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