Korbach, Volkmarsen, Buchenberg: Zumindest einer muss trauern

Abstiegsfinale der Gruppenliga: Drei Waldecker Teams im Zittermodus

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Ein Bild, das Bände spricht: Enttäuschung nach dem Abpfiff kennt oft verborgene Gesichter.

Alle Augen auf den Abstiegskampf: In Buchenberg, Korbach und Volkmarsen spielt die Hälfte der Waldecker Gruppenligisten am Samstag (17.30 Uhr) direkt ums Bleiben.

Höchstens zwei der drei zitternden heimischen Mannschaften können es schaffen. Die anderen drei spielen als Gegner Schicksal. 

Die Brennpunkte auf einen Blick.

Brennpunkt Korbach

Sieben Punkte hat der TSV/FC Korbach in drei Auswärtsspielen am Stück geholt und damit die Rote Zone der Gruppenliga verlassen. Erreicht ist noch nichts, aber mit einem Heimsieg gegen den FV Felsberg/Lohre/ Niedervorschütz kann die Mannschaft von Uwe Schäfer eine extreme Saison zu einem guten Ende bringen.

„Wir haben uns trotz des sehr schweren Auswärtsprogramms in die Pole-Position geschossen“, sagt der Trainer: „Jetzt wollen wir auch den Bonus mitnehmen und den Sieg einfahren.“ 

Ein „Dreier“ muss es wohl sein. Schäfer, der sich den Klassenerhalt, so er denn käme, zum Gutteil auf die Fahne schreiben könnte, will über fremde Hilfe jedenfalls gar nicht erst spekulieren. „Wir können uns auf keinen anderen verlassen.“ 

Personell steht es nicht zum Besten. Zwar wird das verdienstvolle Routinier-Trio aus den Osterhold-Brüdern und Matthias Rösner auch final auflaufen. Dafür bangt Schäfer aber ausgerechnet um Kevin Staniek (Oberschenkelprobleme) und Jonas Will, der eventuell privat verhindert ist.

Brennpunkt Volkmarsen

Seit dem späten Ausgleichstor zum 2:2 in Schwalmstadt hat der VfR Volkmarsen den Klassenerhalt nicht mehr selbst in der Hand. Selbst wenn ein Heimsieg gegen die gesicherte SG Bad Wildungen/Friedrichstein gelingt, entscheiden die Ergebnisse auf anderen Plätzen über Verbleib oder Abschied aus der Gruppenliga. 

Das ist keine grundsätzlich neue Erfahrung für die Mannschaft. Am letzten Spieltag der Saison 2016/17 schien der Abstieg nach dem 0:4 gegen den TSV/FC Korbach schon besiegelt, doch der TSV Altenlotheim löste seine Auswärtsaufgabe in Felsberg nicht und musste am Ende gehen. „Das 2:2 für Schwalmstadt hätte nicht sein müssen, zumal wir klar die spielbestimmende Mannschaft waren“, grämt sich Trainer Matthias Wiegand wegen der jüngst verlorenen Punkte.

Dennoch wollen die Volkmarser ihren Part erfüllen. „Klar ist, dass wir gewinnen wollen“, sagt Wiegand. Und rechnet mit einem Gegner, der die Runde anständig beenden will, nachdem die Badestädter zuletzt doch arg schwächelten. „Punkte herschenken, das gibt es nicht“, betont folgerichtig Wiegands Kollege Simon Lieber. Doch ob die Wildunger, die das Hinspiel mit 2:0 gewannen, wirklich fighten, als stünde für sie alles auf dem Spiel? „Das Problem ist, dass es bei uns nur um nichts mehr geht außer die drei Punkte“, weiß der SG-Coach. Er verlangt seinen Spielern dennoch ein „vernünftiges letztes Spiel“ ab, zumal die SG nach dem Heim-1:3 gegen Buchenberg vor ihren Fans wohl was gutzumachen hat. 

Beim VfR steht das gleiche Aufgebot wie zuletzt bereit – und ein Abschied bevor. Leon Winkelheide wechselt als Spieler zum Verbandsligisten SSV Sand und gönnt sich als Trainer eine Pause. Der 25-Jährige blickt auf sieben Jahre beim VfR zurück, er hatte maßgeblichem Anteil am Aufstieg in die Gruppenliga. Und soll mit einem Sieg verabschiedet werden.

Brennpunkt Buchenberg

Mario Amert fasst die Sache so zusammen: „Wir müssen unsere Hausaufgaben machen und drei Punkte holen, ansonsten brauchen wir gar nicht zu der Konkurrenz schauen.“ Sagt der Spielertrainer der FSG Buchenberg/Ederbringhausen, die vor dem finalen Derby gegen die SG Goddelsheim/Münden als Drittletzter die schwierigste Startposition der verbliebenen drei Abstiegskandidaten hat. 

Dass die Aufsteiger überhaupt noch im Geschäft sind, haben sie ihrem jüngsten 3:1-Sieg in Wildungen zu verdanken. „Das hat uns noch einmal einen Push gegeben, da sind wir über den Kampf gekommen und wurden für unseren Ehrgeiz belohnt. Im Gegensatz zu den anderen Spielen konnten wir da Nadelstiche sauber setzen“, sagt Amert. 

Er setzt in Buchenberg auf die Unterstützung der Zuschauer, sie hätten schon in Wildungen hinter der Mannschaft gestanden. Ob man bei der FSG über Geschenke aus Lichtenfels hofft? Laut sagen würde das vermutlich keiner. 

Amerts Kollege Andre Gutmann lässt sich auf solche Spekulationen auch gar nicht erst ein. „Der Fokus liegt bei uns ganz klar darauf, die Saison bestmöglich abzuschließen, um auch die Spannung für das bevorstehende Kreispokalfinale am Mittwoch in Willingen hochzuhalten“, sagt der Spielertrainer der Lichtenfelser. 

Auch Offernsivakteur Mirco Grosche von der SG Goddelsheim/Münden will kein Halbgas spielen, wie er im WLZ-Interview verrät.

Amert sagt, die Personallage seiner Mannschaft sei nicht besser als zuletzt. „Andy Eisenmann musste am Sonntag raus, sein Einsatz ist fraglich, und bei Jan Leyhe habe ich wenig Hoffnung, dass er spielen kann."

Brennpunkt Bergheim

Apropos Hoffnung. Ausgerechnet das abgestiegene Schlusslicht Edertal, das so oft schwächelte, soll zum Hoffnungsträger für die drei übrigen Waldecker Teams herhalten. 

Der Eintracht-Gegner aus Homberg hat dank eines kaum für möglich gehaltenen 2:0-Erfolgs über den seit Oktober ungeschlagenen FC Körle den Sprung über den Strich geschafft, ist beim Saisonfinale aber auf einen Sieg angewiesen. 

Spekulationen darüber, dass seine Mannschaft den Gästen für einen Beitrag zur Abschlussfeier ein wenig entgegen kommen könnte, weist Günter Klose zurück: „Ich habe mich in meinem 43 Jahren als Spieler und Trainer noch nie dazu überreden lassen, freiwillig zu verlieren, einen derartigen Versuch würde ich beim Verband melden“, beteuert der Eintracht-Trainer. 

Am Ehrgeiz der Mannschaft scheint Klose nicht zu zweifeln. „Wir kämpfen am Samstag dafür, dass eine Waldecker Mannschaft mehr in der Gruppenliga bleibt, wir ziehen Homberg mit herunter“, verspricht Klose alles zu tun, Korbach, Volkmarsen oder Ederbringhausen/Buchenberg Schützenhilfe zu leisten. (mn/ahi/dv)

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