Gruppenliga-Alltag beginnt in Großenritte

VfR Volkmarsen: Sehen, was vom Kopf her möglich ist

+
Wieder aufstehen und ins Laufen kommen: So lautet die Devise des VfR Volkmarsen für die Restrunde. Das Bild zeigt (von links): Jona Wießner, Jari Kuhaupt (beide Volkmarsen) im Duell gegen die Kirchberger Andre Itter und , Martin Geisser. 

Dem Fußball sagt man ja nach, er sei die schönste Nebensache der Welt sei. Ob er diese Kraft für Ablenkung wirklich besitzt, kann er in den nächsten Tagen, vielleicht sogar Wochen, in Volkmarsen beweisen.

Volkmarsen –Beim VfR wissen die Trainer Stefan Löber und Matthias Wiegand auch nicht, ob die Mannschaft nach der Amokfahrt am Rosenmontag am Sonntag (15 Uhr) schon wieder den Kopf für ein Fußballspiel frei haben wird. Der Tabellenletzte muss zum Auftakt der Restrunde bei Eintracht Baunatal auf Kunstrasen antreten.

„Wir sind Mengsberg und Ittertal sehr dankbar, dass sie der Absage in der letzten Woche zugestimmt haben, da war es für uns unmöglich an Fußball zu denken“, sagt Löber. Es sei zwar kein Spieler von dem Auto direkt angefahren worden, aber einige von ihnen seien Ersthelfer gewesen und jeder kenne Opfer aus dem Familien-, Freundes oder Bekanntenkreis, erzählt der Coach, der froh ist, dass der Täter kein Fußballer war. „Es ist so schon schwer genug, dieses Erlebnis zu verarbeiten, aber es wäre uns noch schwerer gefallen, wenn der Amokfahrer einer aus unseren Reihen gewesen wäre.“

Einfach keinen Kopf für Training

Das Spiel ohne Ball war für die beiden Trainer in der vergangenen Woche am wichtigsten. Sie baten die Spieler einen Tag nach der Tat zum Gottesdienst zu kommen. „Danach haben wir gemerkt, keiner von uns hat in den nächsten Tagen einen Kopf für Training“, erzählt Löber. Die Coaches setzten trotzdem am Freitag eine Übungsstunde an, weniger um Fußball zu spielen, sondern sie boten sich als Gesprächspartner für die Spieler an.

Die Mannschaft hat erst in dieser Woche an drei Tagen wieder trainiert. „Wir müssen wieder zurück zum Alltag finden“, betont Löber. Das Trainer-Duo war mit der Vorbereitungsphase eigentlich recht zufrieden gewesen, doch dieses negative Erlebnis am Rosenmontag macht es ihnen unmöglich, etwas über den momentanen Leistungstand des Teams zu sagen. „Ich denke, körperlich sind alle auf einem guten Level, aber man muss abwarten, was am Sonntag so vom Kopf her möglich ist.“

Trainer Löber: Nichts mehr zu verlieren

Nun kommt auf das VfR-Team mit der Eintracht aus Baunatal gleich ein Brocken zu. Sie hat sich in der Winterpause wie berichtet mit vier Spielern verstärkt. Kommt dieser Gegner zu früh? „Nein, das ist egal, wir haben sowieso nichts mehr zu verlieren und vermeintlich leichtere Gegner haben uns auch nicht gutgetan“, so Löber. Sein Team habe im Hinspiel gegen Baunatal, trotz des 1:3-Niederlage lange Zeit gut mitgehalten.

Damit dass den Volkmarsern am Sonntag noch besser gelingt, müssen sie ihre Chancenverwertung verbessern. Der VfR hat in den 17 Spielen nur 15 Tore erzielt. Die Trainer haben auf die Treffsicherheit in der Vorbereitung ein Augenmerk gelegt. Löber sieht seine Offensive auch nicht so schwach, wie es die Zahlen vermuten lassen. „Wir haben zwar nicht viele Tore geschossen, aber viele Chancen erarbeitet. Hier müssen wir ansetzen, wenn wir bisher zehn Chancen gebraucht haben für ein Tor, dann müssen wir künftig 15 herausarbeiten.“

Taktisch gefestigter

Der VfR ist zwar in jedem Spiel zum Siegen verdammt, wenn er den Klassenerhalt noch schaffen will. Das bedeutet für das Trainerduo aber nicht, dass die Mannschaft von der ersten Minute an eine Offensivkraft entwickeln muss. Taktisches abwarten sei weiterhin erlaubt, betont der Coach. Und hat dafür auch die Vorbereitung genutzt: „Wir sind in ein, zwei Punkten mittlerweile so gefestigt, dass wir genau wissen, wann wir wo was machen müssen.“

Personell sieht es gut aus im VfR Kader. Der Coach hofft, dass sich niemand mehr krank meldet.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare