Emotionaler Abschied beim Gruppenligisten - Laun übernimmt vorerst

SG Bad Wildungen/ Friedrichstein: Simon Lieber tritt als Trainer zurück

Oft machtlos an der Seitenlinie: Simon Lieber, Trainer der SG Bad Wildungen/Friedrichstein. Er hat sein Amt beim Gruppenligisten niedergelegt. Foto: malafo

Bad Wildungen – Zwei Siege in zwölf Spielen, Vorletzter der Gruppenliga. Es war klar, dass das nicht der Anspruch der SG Bad Wildungen/Friedrichstein ist. Und es überrascht nicht, dass die Misere personelle Konsequenze hat: Simon Lieber ist nicht mehr Trainer bei den Wildungern.

Mit 4:2 gewann die SG am vorletzten Wochenende beim TSV Mengsberg, der erste Sieg seit dem ersten Spieltag machte Hoffnung. Es folgte ein Heim-0:6 gegen Eintracht Baunatal, bei dem, so Carsten Laun „nahezu ohne Gegenwehr verloren wurde“. Danach habe Lieber dem SG-Vorstand seinen Rücktritt erklärt, so Laun, Co-Trainer und im SG-Vorstand für die sportlichen Belange verantwortlich.

Schmutzige Wäsche gewaschen wurde bei dieser Personalie nicht. Am Dienstag teilte Lieber in einer Spielersitzung den SG-Akteuren seine Entscheidung mit, begründete seine Entscheidung und verabschiedete sich emotional. „Er möchte einem neuen Trainer ausreichend Zeit geben, insbesondere auch in den verbleibenden Spielen bis zur Winterpause, neue positive Impulse zu setzen, um die sportliche Talfahrt zu beenden“, erklärte Michael Neuhaus vom SG-Vorstand. 

Darüber hinaus wollte Lieber keine Stellung nehmen. Er wünsche dem Verein aber sportlichen erfolg und Punkte, ließ der 29-Jährige wissen, der im Sommer 2017 zur SG kam.

"Potenzial zu selten abgerufen"

Wie Laun betont der Vorsitzende: „Simon ist überhaupt nichts vorzuwerfen; er hatte bis zu seinem eigenen Entschluss die volle Rückendeckung des Vorstandes.“ Der Vorstand habe eher die Spieler in der Pflicht gesehen. „Denn wir hatten trotz der vielen Verletzten immer eine gruppenligataugliche Mannschaft auf dem Platz. Abgerufen hat sie ihr Potenzial aber selten.“

Auch die Tabelle spricht für sich: Nur gegen Freienhagen/Sachsenhausen und Mengsberg hat die SG gewonnen, hinzu kommen zwei Unentschieden. Gab es in der Defensive auch schon in den beiden vorigen Spielzeiten Schwächen, so ist nun auch von der starken Offensive, die im Vorjahr den drittbesten Ligasturm stellte (65 Tore) nicht viel übrig geblieben.

Noch sechs schwere Spiele dieses Jahr

Erst neunmal trafen die Badestädter. Und leichter wird es wohl auch in den sechs Partien bis zur Winterpause nicht. Vier Kreisderbys stehen an, die übrigen Gegner stehen unter den besten sechs der Tabelle.

Da auch die Suche nach einem neuen Coach nicht leicht wird in dieser Phase, steht bis auf weitere Carsten Laun als Verantwortlicher an der Linie und übernimmt das Training. Waldemar Schubert hat dann bis auf weiteres die alleinige Verantwortung für die zweite Mannschaft in der Kreisoberliga.

Laun: „Die Mannschaft wird hoffentlich eine Reaktion zeigen, schließlich geht es am Sonntag zum wichtigen Derby nach Mengeringhausen.“ (schä/red)

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