Zwischenbilanz der Gruppenliga: SG nach Holperstart im Soll

Goddelsheim/ Münden: Trainer Fresen rechnet mit fünf Endspielen

Fußball: Max Steger (Goddelsheim/Münden, rechts) im Zweikampf mit Melsungens Andre Raabe; beobachtet von Philipp Rothe (l.) und Steffen Butterweck.
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Zugang verwehrt: Max Steger (Goddelsheim/Münden, rechts) im Zweikampf mit Melsungens Andre Raabe; beobachtet von Philipp Rothe (links) und Steffen Butterweck.

Garantiert wird Jens Fresen seine erste Trainerstation in Hessen nicht vergessen. Mit der SG Goddelsheim/Münden steht er in der „Corona-Saison“ aber gut da und müsste eine Wiederaufnahme nicht fürchten.

Goddelsheim/Münden. „Sonntags nach dem Spiel noch über Fußball zu sprechen, wäre uns momentan sicherlich lieber, als über eine unterbrochene Meisterschaftsrunde“. Zu Beginn des Gesprächs zur Zwischenbilanz macht Jens Fresen, Trainer des Gruppenligisten SG Goddelsheim/Münden, deutlich, dass nicht nur ihm der Amateurfußball fehlt. Doch beklagen will sich der Medebacher keineswegs: „Ich komme bis jetzt sehr gut durch die Pandemie, darf noch ganz normal arbeiten und bin bis heute ohne Infektion geblieben.“

Und der Fußball? Mit viel Elan und Feuereifer war der Übungsleiter bei den Lichtenfelsern an den Start gegangen. Bis nach elf Spieltagen die Saison unterbrochen wurde. Holprig war der Start zunächst, mit einem Punkt aus drei Spielen bei 13 Gegentreffern. Doch in den folgenden Wochen kam das Team besser in Tritt. Bis zum Abbruch nach dem 25. Oktober hatten die Lichtenfelser 15 Punkte gesammelt. Mit vier Siegen, drei Remis und vier Niederlagen (26:28 Tore) sind sie als Achter wie in den beiden vorausgegangenen Spielzeiten bester Waldecker Vertreter in der Gruppenliga.

„Bis auf ein paar Kleinigkeiten bin ich mit der Saison bisher zufrieden. Ein paar Plätze in Richtung des vorderen Drittels wären sicherlich auch möglich gewesen. Die Vorbereitung unter Corona- Bedingungen waren für einen neuen Trainer sicherlich auch nicht optimal, aber wir haben es ganz gut gemeistert“, so Fresens Zwischenbilanz.

Fresen: Verletzungspech verhinderte besseres Abschneiden

Was fehlte denn zum Erreichen eines besseres Tabellenplatzes? „Hauptmanko war sicherlich das große Verletzungspech in der Hinrunde. Angesichts der kurzen Vorbereitung und der vielen Spiele habe ich damit gerechnet, allerdings eher in Richtung Muskelverletzungen“, so Fresen. Vielmehr musste er aber Unglücke wie den gebrochenen Finger von Torhüter Manuel Mitze registrieren. „In Summe waren es einfach zu viele Ausfälle auf den unterschiedlichsten Positionen. Aber wir haben es geschafft, dies zu kompensieren“, meint der der 33-jährige Übungsleiter, inzwischen Inhaber der B-Lizenz. In Training und Spiel habe er gesehen, dass „die Jungs miteinander durchs Feuer gehen“.

Fresen nennt ein Beispiel: „Als Manuel sich den Finger gebrochen hat, hat Marius Hühner sofort alle Schichten getauscht, sodass er jedes Spiel mitwirken konnte – ohne das ich ihn dafür überhaupt fragen musste“, lobt der Coach den Keeper, der selbstlos in die Bresche sprang. „Solche Dinge sind bei uns selbstverständlich.“

Goddelsheim/Münden: Online-Training für die Geselligkeit

Die Verletzten hatten nun viel Zeit, wieder fit zu werden. Seit Ende Oktober ruhen Spielbetrieb und Training. Wie wird bei der SG Goddelsheim/Münden die Zwangspause überbrückt? „Wir machen momentan eine Challenge, bei der die Jungs verschiedenste Aufgaben erledigen müssen“, erklärt Trainer Fresen. Dazu gehören unter anderem dienstags ein Online-Training, organisiert durch den Mannschaftsrat, sowie ein Lauf mit mindestens 300 Höhenmetern.

Außerdem haben die Lichtenfelser eine Laufgruppe, in der jeder Spieler einen Screenshot mit der jeweiligen Aufgabe postet, die er absolviert hat. „Das dient aber weniger der Kontrolle, sondern eher dem Geselligen – damit man sich nicht aus den Augen verliert und sich zudem gegenseitig pusht. Die Jungs sind alt genug und müssen in dieser Zeit einfach Eigenverantwortung übernehmen“ so Fresen, der wie Co-Trainer Enrico Schmiedeler bereits für 2021/22 verlängert hat.

Wenn dann der Ball wieder rollt, will die Spielgemeinschaft laut Trainer „in erster Linie schnell so viele Punkte sammeln, dass ein Abstieg auch rechnerisch nicht mehr möglich ist. Alles andere sehen wir dann. Wir bereiten uns darauf vor, dass die Hinrunde zu Ende gespielt wird. Kommt es so, was wir derzeit alle glauben, werden es noch fünf Endspiele“, so Fresen.

In der Restrunde warten auf sein Team mit der SG Bad Wildungen/Friedrichstein und dem TuSpo Mengeringhausen noch zwei Derbys sowie drei Duelle gegen die Top-5-Teams Mengsberg, Wabern und Felsberg/Lohre/Niedervorschütz.  

Mit der SG bestes Waldecker Team: Trainer Jens Fresen.

Wir nehmen es wie es kommt.“ Jens Fresen gibt sich offen, was die Fortsetzung der Gruppenligasaison betrifft. „Das ist aber nur meine Meinung, da gehören auch immer noch meine Spieler und der Verein dazu“, ergänzt der Coach von Goddelsheim/Münden.

Er ist aber kein Träumer: „Sind wir mal ehrlich: Wenn wir noch die Hinrunde zu Ende spielen wollen, wird es wohl kaum möglich sein, eine fünfwöchige Vorbereitung zu machen. Somit werden es wohl die vom Verband zugesagten drei Wochen werden, was nach so einer langen fußballfreien Zeit sicherlich zu wenig ist“ hat der Medebacher eine klare Meinung.

Den Verlust aktiver Spieler durch den langen Lockdown fürchtet Fresen übrigens nicht. „Nicht in der Gruppenliga, eher in den Kreisligen oder bei den Junioren. Nach dem ersten Lockdown war bei uns eher das Gegenteil der Fall: Viele Spieler haben wieder angefangen, vor allem bei der zweiten Mannschaft. Da haben einige gemerkt, dass diese Gemeinschaft, der Zusammenhalt und gemeinsam für etwas zu arbeiten doch sehr reizvoll sind.“

im Sommer: Schmerzhafte Abgänge und ein Neuzugang

Für den erneuten Re-Start nach Lockdown zeichnet sich aber kein Zugewinn in Sachen Spielermaterial ab. Im Gegenteil: Christian Pohlmann hat den Verein aus beruflichen Gründen im Winter Richtung SG Adorf/Vasbeck verlassen.

Und dass die Lichtenfelser im Sommer zwei Granaten abgeben müssen, ist bekannt: Fynn Butterweck und Jonathan Vach hat sich der SC Willingen geschnappt. Ein erster Neuzugang für die kommende Saison steht aber schon fest: Michael Kuhnhenne, Bruder des in Willingen spielenden Christian Kuhnhenne, wechselt vom TuS Medebach zu den hessischen Nachbarn.

Für den Trainer ist es wichtig, dass die jetzige Saison keinen Einfluss auf die neue haben darf. „Ich meine damit, dass sich der Beginn der neuen Saison dadurch nicht weiter nach hinten schieben soll und es wieder so eine Vorbereitung mit vielen Pokalspielen gibt. (bb)

Szenen aus der „Corona-Saison“ der Fußball-Gruppenliga

Impressionen von den Spielen der Waldecker Mannschaften der Gruppenliga Kassel 1
Impressionen von den Spielen der Waldecker Mannschaften der Gruppenliga Kassel 1
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