Auch Info-Abend in Bad Arolsen bringt kaum Resonanz - Neun Teilnehmer haben gemeldet

Kehrtwende kurz vor der Absage: Schiri-Neulingslehrgang  findet statt

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Infoabend für angehende Schiedsrichterneulinge in Arolsen;Kreislehrwart Manuel Winkler

Bad Arolsen. Er stand auf der Kippe. Aber am Montagabend hat sich der Kreisschiedsrichter-Ausschuss entschlossen, den Lehrgang für Neulinge, er am 19. Januar beginnen sollte, doch nicht abzusagen.

Der Süden hat gut vorgelegt. 28 Teilnehmer haben sich zum Schiedsrichter-Neulingslehrgang im Fußballkreis Frankenberg angemeldet. Die Kollegen in Waldeck mussten staunen ob dieser stolzen Zahl. Im Nordkreis waren auch nach dem anschaulichen Info-Abend am vergangenen Freitag noch immer nicht die zehn Anmeldungen zustande gekommen, die ein Neulingslehrgang voraussetzt. Dennoch hat sich der Kreisschiedsrichter-Ausschuss gestern Abend entschlossen, den Lehrgang ab 19. Januar stattfinden zu lassen. 

„Wir haben acht Teilnehmer vorliegen. Eventuell kommt noch ein Neunter hinzu. Wir wollen den Lehrgang damit durchziehen – wenn Frankfurt mitspielt“, sagte Kreis-Obmann Matthias Henkelmann mit Verweis auf den Hessischen Fußballverband, der noch zustimmen muss. Eigentlich betrachtet der HFV Aufwand und Kosten als zu hoch bei einer solch geringen Teilnehmerzahl.

Ein Dutzend Interessierter 

Obwohl 17 Mannschaften Punkte abgezogen wurden in der aktuellen Saison, hatten offenbar nur wenige Erfolg im Bemühen, Mitglieder für den Schiri-Job zu begeistern. Diesen Versuch unternahm auch die Vereinigung nochmal, indem sie, unterstützt vom TSV Landau und dem TuS Bad Arolsen, zu einem Info-Abend ins Arolser Sportheim einlud. Ein Dutzend Interessierter war vor Ort, lässt man mal die Vorstandsmitglieder und diejenigen weg, die bereits als Referee aktiv sind. 

Der stellvertretende Kreis-Obmann Manuel Winkler (Landau) und der stellvertretende Lehrwart Pascal Otte (Bad Arolsen) erklärten auf kompakte Weise, wie der Einstieg in die Schiedsrichterei erfolgt, welche Voraussetzungen es gibt, welche Fähigkeiten man mitbringen muss und wie der Alltag der Unparteiischen, die Ausstiegschancen und die Vergütung aussehen. Was die Sache auflockerte war, dass beide persönliche Erfahrungen mit einfließen ließen, etwa bei den Fragen, wie das Zusammenspiel mit den Assistenten am besten praktiziert wird und wie man mit Offiziellen bzw. Trainern umgeht. 

Dabei wurde deutlich, dass zu den Anforderungen nicht nur Umgang mit Kritik und andere Dinge gehören, sondern auch so scheinbar banale Dinge wie die Bereitschaft, auch mehr als zwei, drei Spiele pro Saison zu leiten, die offenbar nicht bei jedem vorhanden ist. Die „Stärkung des Selbstbewusstseins“, so Otte, sei einer der großen Pluspunkte dieses Hobbys. 

Mitschiedsen an der Videoleinwand

Anhand von Videobeispielen erfuhren die Teilnehmer dann gleich am eigenen Leibe, wie schwer mitunter Entscheidungen sind, was man in einer Sekunden alles wahrzunehmen hat. Dass mancher Unparteiische sogar übersieht, dass Spieler den Ball im Strafraum fangen, nahm das Publikum amüsiert zur Kenntnis. „Man muss wie der Spieler 90 Minuten voll konzentriert sein“, erklärte Winkler, der mit Blick auf Teile der Zuhörer auch einen Wunsch äußerte: „Manchen Spielern würde es gut tun, wenn sie auch mal im Regelwerk lesen würden.“ 

Am Ende durften die Organisatoren mit dem Inhalt des Abends zufrieden sein, mit der Resonanz sicher nicht. Die Zahl der Anmeldungen für den Lehrgang stieg nur von fünf auf acht bzw. neun an. Zwei Vertreter Waldecker Vereine müssen aus Termingründen am Lehrgang im Kreis Frankenberg (ab 20. Januar) teilnehmen.

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