Am Ende fehlt die Erfahrung

Hessenpokal: Junges Willinger Team unterliegt Lichtenau 2:5

Sebastian Müller (SC Willingen) mit Ball.
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Seine zwei Tore waren in Lichtenau zu wenig: Sebastian Müller.

Ein zweites Mal hat sich der Lichtenauer FV vom SC Willinger nicht abkochen lassen. Mit 5:2 (1:1) nahm die Mannschaft von Rafal Klajnszmit am Abend in der zweiten Runde des Fußball-Hessenpokals Revanche für das 0:1 im Verbandsliga-Spiel und zog ins Achtelfinale ein.

Hessisch Lichtenau – „Lichtenau hat verdient gewonnen, aber ein bisschen zu hoch“, fand SCW-Trainer Dardan Kodra. Gut eine Stunde lang hatte sein Team bei Dauerregen auf Kunstrasen gut dagegen gehalten. „Wir waren phasenweise auf Augenhöhe.“ Den Unterschied habe am Ende die Unerfahrenheit gemacht, sagte Kodra. Der LVF spielte seine größere Routine aus und nutzte seine Chancen in der letzten halben Stunde konsequent.

Wie angekündigt, standen in Nick Bärenfänger, Jonah Schilling und Sören Vogel drei 19-Jährige neben dem erfahrenen Tobias Schumann in der Viererkette vor dem ebenfalls erst 19 Jahre alte Torhüter Florian Bouma. Sean Querl (18) spielte anstelle von Valdrin Kodra auf der Sechs, und im Mittelfeld stand Leon-Michel Peters (18) in der Startelf. Ihn löste im zweiten Abschnitt der A-Jugendliche Timon Tripke ab.

Die junge Elf (Altersdurchschnitt 22 Jahre) machte ihre Sache in der Halbzeit eins gut. Sie stand recht tief, machte die Räume zu und ließ dem Gegner wenig Chancen, obwohl der LFV mehr Spielanteile besaß.

Nur bei der ersten Torgelegenheit der Lichtenauer waren die Gäste unsortiert. Nach einer Flanke von der linken Seite stand Mathias Gambetta etwa elf Meter vor dem Tor frei und köpfte den Ball unhaltbar zum 1:0 ein (11.). Die Führung hielt ungefähr eine Minute. Sebastian Müller zog beim Willinger Gegenangriff aus 16 Metern ab, Torwart Alfred Biserkin wehrte nach halblinks aus seiner Sicht ab, wo Müller wieder an den Ball kam und ihn herrlich zum 1:1 ins lange Eck schlenzte.

Das Spiel blieb weitere aufregende Szenen bis zur Pause schuldig. Ausnahme: In der 29. Minute wehrte Bouma den Flachschuss von Alexandru Cucu zur Ecke ab.

Radenovic kommt und trifft dreimal

Auch nach der Pause hatten die Willinger den Gegner zunächst im Griff und bei Jan-Henrik Vogels Schuss aus 22 Metern auch die erste gute Szene. Dann wurde die junge Abwehr kalt erwischt, als der gerade eingewechselte Vasilije Radenovic nach einer Ecke den Ball aus 16 Metern zum 2:1 an den Innenpfosten jagte (63.). Sieben Minuten später erhöhte Radenovic, der über rechts viel Betrieb machte, nach einem Diagonalpass aus 14 Metern auf 3:1. Die Begegnung war entschieden.

Jetzt ging die Ordnung beim SCW ein wenig verloren, und nachdem Bouma den Schuss von Cucu hatte abprallen lassen, staubte Gambetta zum 4:1 ab (76.).

Müller setzte mit seinem zweiten Treffer ein Willinger Offensivzeichen (80.), doch legte Gambetta zwei Minuten später den Ball für Radenovic auf, der mit seiner dritten Bude zum Endstand traf. Trainer Kodra nahm die Pleite den jungen Spielern nicht krumm: „Sie haben noch viel Zeit sich zu entwickeln.“

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