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Kreisligen: Kehrt die Zeitstrafe zurück?

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zih123 Fußball-Hallenkreismeisterschaften 2014 in Schauenburg. Schiedsrichter Leon Kanwischer spricht gegen den Breunaer Michael Fischer (Nr. 7) eine Zeitstrafe aus
Steht womöglich vor einem Comeback:  die Zeitstrafe im Senioren-Fußball, hier verhängt bei einen Hallenturnier. © Reinhard Michl

Der Hessische Fußball-Verband (HFV) denkt über die Wiedereinführung einer Zehn-Minuten-Zeitstrafe für untere Ligen auf Kreisebene bis maximal zur Kreisoberliga nach.

Frankfurt – Gedacht ist an ein Pilotprojekt, das über zwei Jahre laufen soll. Derzeit wird der entsprechende Antrag von der Rechtsabteilung des DFB geprüft. Die Einführung der Zeitstrafe könnte dann am 6. Juni auf dem Verbandstag verabschiedet werden – und schon in der kommenden Saison 2020/2021 gelten.

Aus den ersten Gedankenspielen resultierte zunächst ein Auftrag an den Verbandsausschuss für Spielbetrieb und Fußballentwicklung: Er sollte beim DFB ausloten, ob die Hinausstellung auf Zeit in Spielen auf Kreisebene überhaupt Aussicht auf Genehmigung hätte. 

Vorstand: Zeitstrafe soll abkühlen

International ist sie seit 2017 bei den Amateuren wieder erlaubt. Im HFV-Vorstand hofft man, dass die Zeitstrafe wie es sie etwa im Handball oder Eishockey gibt, vor allem deeskalierend wirkt – nachdem es in den vergangenen Monaten wiederholt Angriffe auf Schiedsrichter gegeben hatte.

Der DFB-Spielausschuss diskutierte den Antraf aus Hessen im Januar 2020 und beschied ihn positiv. Auch Vertreter der Landesverbände aus Berlin und Bayern hätten Interesse an einer Einführung der Zeitstrafe gezeigt, heißt es beim HFV.

Aktuell wird der Antrag von der DFB-Rechtsabteilung bearbeitet. Danach erfolgt die abschließende Abstimmung zum Verbandstag.

Reuss: Noch keine beschlossene Sache

„In Medienberichten der vergangenen Tage wurde der Eindruck erweckt, als sei die Zehn-Minuten-Zeitstrafe bereits beschlossene Sache. Jedoch haben bisher lediglich Überlegungen zu diesem Thema stattgefunden“, erklärte HFV-Präsident Stefan Reuß. . Eventuelle Auswirkungen und Vorgehensweisen müssten noch in den Gremien des HFV besprochen und beschlossen werden. „Und natürlich muss diese Maßnahme vor ihrer Anwendung auf dem Verbandstag in Grünberg beschlossen werden.“

Im Strafenkatalog könnte die zeitlich begrenzte Verbannung vom Platz die Gelb-Rote Karte auf Kreisebene ablösen. Die Ampelkarte, die 1991 die Zeitstrafe abgelöst hatte, schließt den Sünder derzeit für die jeweils restliche Spielzeit aus; allein in der Hessen- und der Verbandsliga zieht sie ein Spiel Sperre nach sich.

Logischer als die Ersetzung der Ampelkarte durch die Zeitstrafe wäre allerdings, sie zusätzlich in die Sanktionsskala einzureihen. Am Anfang steht „Gelb“, beim nächsten Vergehen die Zeitstrafe, und fällt der Spieler ein drittes Mal auf, muss er für die Spieldauer gehen. Für grobe Regelverstöße gilt weiterhin die Rote Karte. (rg)

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