Verband will sich erst am 16. Mai festlegen

Wie geht's weiter mit dem Lokalfußball? Viele Entscheidungen vertagt

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Meisterjubel beim TuSpo Mengeringhausen im Mai 2019. Ob und wann in der laufenden Saison im heimischen Fußball die Meister feststehen, ist auch nach der Beratung des HFV am heutigen Samstag offen. 

Wie geht's weiter mit dem Amateurfußball in Hessen? Der Landesverband hat darüber am Samstagvormittag noch keine wichtige Entscheidung gefällt.

+++ Aktualisiert um 20:58 Uhr +++ Waldecks Fußballer müssen weiter warten, bis sie wissen, ob die laufende Spielrunde noch eine Fortsetzung findet oder nicht, ob und wie sie gewertet wird und vieles mehr. Kann sein, dass sie mitreden dürfen bei diesen Fragen - aber nur, wenn die Politik am kommenden Mittwoch keine brauchbaren Entscheidungen trifft.

Der Verbandsvorstand des Hessischen Fußball-Verbandes (HFV) hat am Samstagvormittag im Rahmen einer virtuellen Zusammenkunft diverse Szenarien zum Thema Spielbetrieb und deren Auswirkungen diskutiert - weil aber die Bundes- und Landesregierung erst am 6. Mai weitere Entscheidungen zum öffentlichen Leben bekannt geben will, ist Vieles erst einmal vertagt worden. 

Nach dem 6.Mai soll es laut HFV "abschließende Beratungen des Verbandsvorstandes" geben.  Eine abschließende Entscheidung des Verbandsvorstandes wird für den 16. Mai im Rahmen einer erneuten Videokonferenz vorbereitet. 

Bis dahin gilt: Der Spielbetrieb bleibt bis auf Weiteres ausgesetzt. Das schreibt der Verband in einer Pressemitteilung vom Nachmittag.

Vereine können evtl. mitreden

Wenn es am 6. Mai keine behördliche Entscheidung hinsichtlich einer weiteren Lockerung für den Sport und insbesondere den Fußball gibt, dann kommen auch die Vereine in den Fußballkreisen ins Spiel. Denn in diesem Fall soll ein Stimmungsbild unter den Mitgliedsvereinen eingeholt werden.

Dazu werden Kreiskonferenzen abgehalten, die von den Kreisfußballwarten geleitet und von mindestens einem Präsidiumsmitglied begleitet werden. Das Präsidium selbst führt am 9. Mai eine „Präsidiums-Sprechstunde“ online durch, zu der sich interessierte Vereine zuschalten können.

Der HFV teilte weiterhin mit: Voraussetzung für ein Auslaufen der Saison zum 30.06.2020 ist eine entsprechende Haftungsfreistellung für Präsidium und Verbandsvorstand durch den in Punkt 5 erwähnten Verbandstag.

Einheitliche Lösung für alle Kreise angestrebt

Die Regionalbeauftragten sollen sich, so die Pläne des Verbandes, mit den Kreisfußballwarten ihrer Region beraten, wie eine Wertung bei einem vorzeitigen Ende der Saison 2019/2020 vorgenommen werden sollte. Die Ergebnisse werden im Verbandsspielausschuss gebündelt. Ziel ist es, eine einheitliche Empfehlung für den gesamten Hessischen Fußball-Verband zu erarbeiten. "Nur eine einheitliche Wertung ist sportpolitisch gerecht", schreibt der HFV in der Bekanntmachung.

Als Grundlage der Diskussion und der Empfehlung des Präsidiums dienten die Ergebnisse der Arbeitsgruppe der HFV-Spielbetriebsausschüsse unter der Leitung von Silke Sinning (Frauen und Mädchen), Jürgen Radeck (Senioren) und Carsten Well (Junioren). Diese enthielten unter anderem einen Rahmenterminplan mit unterschiedlichen Startzeitpunkten für eine mögliche Fortführung der Meisterschafts- und Pokalspiele der Saison 2019/2020 für alle Bereiche. 

Auch alternative Spielmodelle, beispielsweise in Form von Halbserien zur Überbrückung von Leerlaufzeiten, wurden in Betracht gezogen. Zudem flossen auch die Aussagen von beauftragten Rechtsexperten für unterschiedliche Szenarien in die Besprechung ein.

Eine Rolle spielen muss dabei freilich auch die übergeordnete Spielebene. Wie es in der Regionalliga weiter geht, ist derzeit ebenfalls noch offen. 

Wie geht's weiter? Diese Länder haben bereits entschieden

Bisher haben bereits einige Fußball-Landesverbände Entscheidungen über den weiteren Spielbetrieb getroffen.

In Bayern ist es seit 23. April amtlich: Wenn es die Vorgaben der Behörden erlauben, wird die laufende Saison ab dem 1. September fortgesetzt. 68,13 Prozent (3197 teilnehmende Vereine) der bayerischen Klubs haben sich für den vom Verband vorgebrachten Vorschlag ausgesprochen.

Das Präsidium des Südwestdeutschen Fußball-Verbandes hat in einer Videokonferenz mit den Vereinen eine Empfehlung ausgesprochen, die Saison 2019/20 fortzusetzen. Bis zum 4. Mai haben die Klubs die Möglichkeit, eine Rückmeldung zur Empfehlung abzugeben.

Die Tendenz in den neben Hessen zum Süddeutschen Fußballverband zählenden Landesverbänden geht als in Richtung "Weitermachen". Muss Hessen dann mit Blick auf die gemeinsame Regionalliga mitziehen?

Auch Thüringen strebt eine Fortsetzung ab 1. September an. Im Fußball-Landesverband Brandenburgdagegen wird der Spielbetrieb nicht über den 30.06.2020 hinaus verlängert. Das ergab eine Umfrage unter den Vereinen.

Auch in Schleswig-Holstein wird die Amateursaison beendet.

In Westfalen führten diverse Videokonferenzen zu dem Ergebnis: Die Saison wird abgebrochen. Sie wird aber NICHT annulliert, sondern gewertet. Es wird KEINE Absteiger geben. 

Für die Wertung gibt es noch drei zu diskutierende Varianten: a) die Quotientenregel, b) die Wertung der Hinrundentabelle oder c) die Wertung der Tabelle vom 13. März (dem Tag des Abbruches).

Interessant: Der Vorstand des Niedersächsischen Fußballverbands sprach sich für die Fortsetzung der Saison ab September aus. Doch dann kam das Meinungsbild der Vereine, die klar für einen Abbruch der Saison votieren. Es besteht also weiterer Gesprächsbedarf, eine definitive Lösung wird spätestens bis Mitte Mai erwartet. (schä/red)

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