Korbacher sieht im Interview Wechsel nach Unterhaching als Neustart

Jannik Bandowski: "Ich will klarer Stammspieler werden"

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Zurück auf dem Platz: Jannik Bandowski (hier noch im Bochumer Trikot) will bei der SpVgg Unterhaching als Stammspieler Verantwortung übernehmen. 

Unterhaching/Korbach – Fußballer mögen Trainingslager oft nicht. Jannik Bandowski freut sich drauf wie Bolle. Ob er es glauben konnte: Er saß tatsächlich im Bus, als die SpVgg Unterhaching am Dienstag nach Schlanders aufbrach.

„Ich habe ja lange kein Trainingslager gehabt“, blickt der Korbacher zurück auf drei von Verletzungspech geprägten Jahren. Reha statt Saisonvorbereitung hieß es da jeweils im Sommer. 

Jetzt in Südtirol ist er dabei – als vollwertiger Teil seiner neuen Mannschaft; auch wenn er in den ersten Testspielen noch nicht auf dem Platz stand.

Bei seiner bisherigen, dem VfL Bochum wurde der 25-Jährige vor allem wegen der Verletzungsmisere nicht zum Stammspieler, konnte die zweite nicht als Sprungbrett in die erste Liga nutzen. 

Im Juni hat Bandowski die Zelte an der Castroper Straße abgebrochen und in München wieder aufgeschlagen, beim Zehnten der abgelaufenen Saison in der 3. Liga. Die Hachinger hatten sich 2002 einen Namen gemacht, als sie Leverkusen zu „Vizekusen“ und Bayern zum Meister machten.

Nur zehn Spiele in drei Jahren gemacht

Mit seinen erst 25 Jahren hatte Bandowski schon eine Menge Verletzungspech. Begonnen hat die Misere in der Wintervorbereitung auf die Rückrunde 2014. Der Abwehrspieler riss sich das Syndesmoseband und die Außenbänder im Sprunggelenk und fiel für den Rest der Saison aus. 

Im Frühjahr 2015 – an 1860 München ausgeliehen – erlitt Bandowski einen Ermüdungsbruch, der erneut eine lange Pause zur Folge hatte. Seit 2016 war er in Bochum unter Vertrag. 

Mai 2018: Kreuzbandriss. Bandowski kehrte erst am 31. Spieltag der Zweitligasaison 2018/19 wieder auf den Rasen zurück. insgesamt durfte er für den VfL nur zehn Mal ran.

Bandowskis Fernziel bleibt die Bundesliga. Nahziel ist der Saisonauftakt in der 3. Liga, der ist bereits am 20. Juli. Der Spielplan wurde gerade veröffentlicht: Das erste Spiel führt Bandowskis Hachinger auf den Betzenberg zum 1. FC Kaiserslautern. „Ein super cooles Spiel zum Start“, so seine Reaktion.

Reha statt linke Außenbahn: Aufbautraining prägte drei Jahre den Alltag von Jannik Bandowski. Foto: pr

 

Im WLZ-Interview, das Sie in voller Länger in der WLZ vom 5. Juli lesen, spricht Bandowski über seine Beweggründe für den Gang in die dritte Liga, über persönliche Ziele und über den Fußball zu Hause in Nordhessen.

Ihre Aktien in Bochum standen nicht mehr sonderlich gut. War ein Wechsel da logisch?

Natürlich hätte ich auch die Möglichkeit gehabt, in der zweiten Bundesliga zu bleiben. Angebote waren da. Es wäre aber wohl auf eine Rolle als „Back up“ hinausgelaufen. Das war aber nicht das, was ich wollte.

Was wollten Sie denn?

Ich wollte einen klaren Schnitt machen. Ich war drei Jahre in Bochum, davon gut zwei Jahre verletzt, deswegen wollte ich einfach etwas Neues versuchen; eine gute Grundlage legen, um endlich wieder länger fit zu bleiben und richtig angreifen zu können. Drei Monate spielen – drei Monate Pause: Darauf habe ich keinen Bock mehr.

Konnten Sie trotzdem etwas Positives mitnehmen aus Bochum?

Ich glaube, dass ich ein besserer Spieler geworden bin, auch wenn ich nicht viel auf dem Platz gestanden habe. Positiv waren die letzten Spiele der alten Saison, in denen ich noch einmal Einsatzzeit bekommen habe. Mit zwei Torvorlagen lief es dabei ja auch gut für mich und das hat mir Auftrieb gegeben.

Nun also der Schritt in die 3. Liga. Ist das nicht ein Rückschritt in der Karriere?

Ja, schon, das ist mir bewusst. Ich will und muss eine Basis legen, damit es für mich nochmal höher geht. Ich hoffe, dass mit das bei meinem neuen Verein gelingt.

Die Liga ist voll mit großen Vereinen wie Kaiserslautern, Braunschweig oder Magdeburg. Warum gerade Unterhaching?

Man hat sich sehr frühzeitig um mich bemüht, hat mir eine gute Perspektive aufgezeigt. Es waren sehr gute Gespräche, die mir ein super Gefühl vermittelt haben.

Welche Perspektive hat man Ihnen aufgezeigt?

Der Plan des Vereins ist, in den nächsten drei Jahren aufzusteigen. Das ist sicher realistisch, denn die dritte Liga ist aus meiner Sicht sehr ausgeglichen, dann kann der Erste gegen den Letzten 4:0 gewinnen, aber auch 0:4 verlieren.

Du musst gut in die Saison reinkommen und brutal konstant spielen. Karlsruhe zum Beispiel war in der vorigen Saison keine Übermannschaft, hat aber trotzdem den Aufstieg geschafft. Wir müssen sehen, wofür es nächste Saison bei uns reicht.

Welche Ziele verfolgen Sie in dieser Saison?

In Bochum hatte ich mir vorgenommen, möglichst viel zu spielen. Hier in Haching habe ich den Anspruch, klarer Stammspieler zu sein. Klar muss ich erstmal auf die nötige Grundfitness kommen und letzte Kleinigkeiten auskurieren. Aber dann muss ich mich vernünftig und schnell integrieren, damit ich mit den Jungs angreifen kann.

Was wäre für Sie wichtiger: die Saison durchzuspielen oder ein bestimmtes sportliches Ziel zu erreichen; egal, ob auf dem Feld oder auf der Bank?

Für mich persönlich ist klar, dass ich brutal viele Spiele machen will. Das hatte ich schon so viele Jahre nicht mehr. Aber ich betreibe Mannschaftssport, da ist es natürlich auch wichtig, für die Ziele des Teams zu spielen.

Plant ihr neuer Trainer Claus Schromm Sie weiter in der Abwehr oder als defensiven Flügelspieler ein?

Das hängt auch davon ab, welches System wir spielen; Dreier- oder Viererkette. In der Vorbereitung probieren wir beides aus, aber es ist noch zu früh, um zu sagen, in welche Richtung es geht. (schä)

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