„Jetzt greifen wir eben wieder an“

Höringhausens Nico Martin spricht über den verpassten Aufstieg und die Zukunft

Spielertrainer Robin Wissemann (links) von TSV Altenlotheim ist vor Torjäger Nico Martin (SG Höringhausen/Meineringhausen)
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Bild mit Symbolcharakter: Spielertrainer Robin Wissemann (links) von Meister und Aufsteiger TSV Altenlotheim ist vor Torjäger Nico Martin, der mit der SG Höringhausen/Meineringhausen in der Kreisoberliga Zweiter wurde, am Ball.

Mit erstaunlich großer Gelassenheit haben die zweitplatzierten Kreisoberligafußballer der SG Höringhausen/Meineringhausen den verpassten Aufstieg in die Gruppenliga aufgenommen. Das zeigt auch unser Interview mit Angreifer Nico Martin.

Welche Gedanken gehen Ihnen im Rückblick auf die vergangene Saison in der Kreisoberliga durch den Kopf, Herr Martin?
Dass wir uns unter unserem neuen Trainer Martin Wagner als Mannschaft ganz gut zusammengefunden haben. Wenn man sieht, dass Altenlotheim keine Niederlage hatte, wir aber auch nicht, ist es ein bisschen schade, dass wir nicht auch aufgestiegen sind.
Ihre Mannschaft hatte zehn Punkte weniger als Meister Altenlotheim, war aber auch gegenüber dem TSV, der ihr Team nach dem 2:2 im Hinspiel noch zu Hause erwartet hätte, in Rückstand. Glauben Sie, dass die SG die Altenlotheimer noch eingeholt hätte, wenn die Saison nicht abgebrochen worden wäre?
Wir hätten es auf jeden Fall schaffen können, aber es geht schon in Ordnung, dass Altenlotheim aufgestiegen ist.
War der Aufstieg in die Gruppenliga das Saisonziel ihres Teams?
Nein, auf keinen Fall, denn wir mussten uns durch den neuen Trainer erst einmal komplett einspielen und wollten ins obere Tabellendrittel kommen.
So dass Sie mit Tabellenplatz zwei mehr als erwartet erreicht haben?
Ja, ich denke auf jeden Fall ist das so.
Sie waren mit ihrem früher für Blau-Gelb Korbach und nun für Ittertal spielenden Kumpel Marcel Kesting am 13. März als Fan noch beim Europa League-Spiel von Bayer Leverkusen bei den Glasgow Rangers im Ibrox Stadium. Wie haben Sie mitbekommen, dass die Kreisoberligasaison erst unter- und später dann auch abgebrochen wurde?
Marcel hatte schon in Glasgow mitbekommen, dass wir nicht mehr trainieren und spielen durften. Danach gab es ständig neue Nachrichten über Corona und auch über unsere eventuelle Aufstiegsrunde. Ich habe mich aber auf keine Gerüchte verlassen und die endgültige Entscheidung des Verbandstages des Hessischen Fußballverbandes abgewartet.
Nachdem am Ende die Quotientenregel auch auf die für die Aufstiegsrunde zur Gruppenliga qualifizierten Mannschaften angewendet wurde, hat ihr Team als Zweiter (2,33 Punkte) hinter Wolfsanger (2,36) den Aufstieg nur äußerst knapp verpasst. Wie hat ihre Mannschaft diese Entscheidung denn aufgenommen?
Das war für uns kein Problem. Es ist so, wie es ist. Natürlich hätten wir noch aufsteigen können. Aber dennoch ist die Sache für uns so in Ordnung. Wir sind als Dino der Liga schon öfter am Gruppenligaaufstieg gescheitert, würden diesen natürlich lieber auch vor Fans schaffen. Jetzt greifen wir in der nächsten Saison eben wieder an.
Das erstaunt. Gibt es denn bei Ihnen und ihrer Mannschaft gar keinen Frust oder Wehmut über den so knapp verpassten Sprung in die Gruppenliga?
Nein, ich habe da nichts Gegenteiliges aus der Mannschaft gehört. Auch mein Bruder Sven empfindet es zum Beispiel überhaupt nicht als schlimm, dass wir nicht aufgestiegen sind.
Damit dürfte der Aufstieg nächste Saison die klare Zielsetzung sein, oder?
Darüber haben wir noch geredet, nachdem wir am Dienstag die Vorbereitung wieder aufgenommen haben. Wenn wir aufsteigen, dann ist es so, aber wir müssen nicht unbedingt aufsteigen. Wenn es klappt, klappt es, wenn nicht, dann nicht.
Wer ist für Sie neben ihrem Team der Aufstiegsfavorit in der nächsten Runde?
Schwer zu sagen. Neben uns zähle ich Adorf dazu. Die sind immer stark, die kann man auch auf dem Zettel haben.
Mit ihren 13 Treffer in 14 Spielen waren sie der fünftbeste Torschütze in der Kreisoberliga, nachdem sie in dieser in der Spielzeit 2017/2018 in 23 Partien 14 Treffer erzielt hatten. Wieso lief es für Sie zuletzt so gut?
Auch weil das Zusammenspiel bei uns viel besser geworden ist, da wir taktisch stärker geworden sind. Ich hoffe natürlich, dass es bei mir so gut weiterläuft und die Runde im September auch losgeht.
Haben Sie sich für die nächste Saison ein bestimmtes Ziel an Treffern vorgenommen?
Ja, eine zumindest zweistellige Anzahl auf jeden Fall.

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