Kreisjugendfußballtag: Der Edertaler und sein Team kandidieren erneut

Joachim Schmolt schiebt den Abschied auf

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In seinem Element: Kreisjugendfußballwart Joachim Schmolt als Moderator bei Pokalend spielen der Jugend. 

Eigentlich wollte Joachim Schmolt seinen Abschied einreichen. Sechs Amtszeiten als Waldecker Kreisjugendwart sollten genug sein. Nun werden es sehr wahrscheinlich sieben.

Buchenberg. „Irgendwie hat es mit der letzten Amtszeit noch nicht so funktioniert“, sagt der Mann aus Edertal schmunzelnd – und stellt sich am Freitag beim Kreisjugendfußballtag in Buchenberg noch einmal für vier Jahre zur Wahl.

„Ich habe länger überlegt. Aber da im Ausschuss alle weiter mitziehen wollen, fällt mir so eine Entscheidung natürlich leichter“, sagt der 50-Jährige. Seinem Votum pro Ehrenamts-Job liegen mehrere Faktoren zugrunde. Der wohl wichtigste: Die Suche nach einem jüngeren Nachfolger dauert an. Er sei aber guter Hoffnung, versichert Schmolt, der seit Januar 1997 im Amt ist: „Ich bin dabei, jemanden in diese Position einzuarbeiten.“ Wer das ist, verrät er nicht.

Lust Zukunft zu gestalten

Ein weiteres Motiv zum Weitermachen: Schmolt hat Lust, die Zukunft der Nachwuchsarbeit im Fußballkreis weiter mit zu gestalten. Die Vergangenheit war, wie überall, bestimmt vom Stemmen gegen den Verlust – an Vereinen, Mannschaften, Spielerinnen und Spielern. Seit der Saison 1997/98, der ersten seiner Amtszeit, hat Waldeck von 198 auf 113 Jugendteams abgebaut. Doch im Sommer verzeichneten Schmolt und die Seinen erstmals wieder ein Plus (von fünf Teams).

„Der Trend scheint sich umzukehren“, sagt Schmolt. Kühn gesprochen? Findet er nicht: „Wenn man sich Statistiken im Landkreis wie die Geburtenrate anschaut, könnten wir tatsächlich mehr Mannschaften haben.“ Schmolt und seine Mitstreiter können die Kinder nicht zum Fußball bringen, sondern nur appellieren, anstoßen, informieren. Und an Stellschrauben drehen. Das habe man auch getan, sagt Schmolt und nennt: Abschied von festen Spieltagen für die jeweiligen Altersklassen; Einführung des Norweger Modells; Etablierung von Qualifikationsrunden, um Ligen mit mehr leistungsähnlichen Teams zu bilden. „Wir haben in den letzten Jahren vieles flexibilisiert, was für den Jugendspielbetrieb wichtig ist.“

Kreistag am Freitag

Für den Kreistag am Freitag, der um 19 Uhr in der Gaststätte Eierdanz beginnt, kündigt Schmolt einen größeren Überblick über die Entwicklung der Mannschaftszahlen an. „Vielleicht sagt der ein oder andere Jugendleiter dann doch, ich sollte mal die Beine in die Hand nehmen und mich um den unteren Bereich kümmern.“ Da sind noch Kinder zu mobilisieren. Auch Qualifizierung wird in Buchenberg ein Thema sein. Schmolt will mehr Funktionsträger wie Jugendleiter in den Vereinen für das Thema Weiterbildung gewinnen, weiß aber auch: „Das ist schwierig, die machen eh schon so viel, aber ohne geht es auch nicht.“

Ein positives Fazit zieht er von der überkreislichen Zusammenarbeit. Gemeinsame Ligen mit Hofgeismar/Wolfhagen für A- und B-Junioren gehen im Sommer in ihre dritte Saison. Die weiteren Fahrten seien kein Problem, versichert Schmolt: „Die spielen ihre Spiele.“

Die Partnerschaft mit Frankenberg liegt dagegen auf Eis. „Ich hätte sie schon gern seit vier Jahren dabei, aber ich glaube, Frankenberg ziert sich noch ein bisschen“, sagt Schmolt. Er hoffe aber drauf, dass sich die Nachbarn im Süden doch noch nach der Region Kassel ausrichteten statt ihre Zukunft weiter in der Region Gießen/Marburg zu suchen.

Schmolt plädiert ausdrücklich dafür, nicht nur die Kreis-, sondern auch die Regionsgrenzen zu überwinden. „Man muss das Spielsystem so gestalten, dass es für die Kids funktioniert.“ Es gehe nicht um die Interessen von Funktionären, „die unbedingt eine A-Jugend-Kreisliga haben wollen“. mn

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