Kicken in Westfalen – duschen in Hessen: Freundschaftsspiel unter Corona-Richtlinien

Der Ball rollt wieder: Gladbachs U 19 besiegt heimisches Auswahlteam 3:1

Zwei Youngster im Zweikampf: Sean Querl (rechts) vom Auswahlteam gegen Luca Leon Nikolai (Mönchengladbach).
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Szene aus dem Freundschaftsspiel zwischen einer Waldeck-Hochsauerland-Auswahl und der U19 von Borussia Mönchengladbach am 15. Juli 2020 in Olsberg-Assinghausen: Sean Querl (rechts) vom Auswahlteam im Zweikampf mit Luca Leon Nikolai (Mönchengladbach).

Fußball nach, mit und trotz Corona: Im westfälischen Assinghausen haben einige Spieler aus dem Waldecker Land ihre ersten Schritte gemacht. Ein Auswahlteam bestritt ein Freundschaftsspiel gegen die U 19 von Borussia Mönchengladbach.

Das Spiel wurde aufgrund der dort mehr gelockerten Bestimmungen im benachbarten Bundesland NRW ausgetragen. Rund 200 Zuschauer waren dabei.

Die Zahlen: 3:1 (1:0) für die Bundesliga-A-Junioren der Borussen, denen man in einem Spiel auf gutem Niveau anmerkte, dass sie bereits seit 14 Tagen vernünftiges Training absolvieren. Fitter und flotter war der „Fohlen“-Nachwuchs lange Zeit, wie Dardan Kodra berichtete.

Der Co-Trainer des SC Willingen betreute die 18-köpfige Auswahl, die sich aus Spielern des SCW, aus Korbach sowie von sauerländischen Vereinen zusammensetzte. Die Hälfte waren U23-Spieler, die anderen etwas älter. Die Auswahl wurde meist in die Defensive gedrängt und kassierte nach gut zehn Minuten das 0:1 der Gladbacher. Die legten kurz nach der Pause das 2:0 nach. „Unser Spiel gegen den Ball wurde dann aber besser“, so Kodra, der zur Halbzeit sechsmal wechselte und zuvor schon einmal verletzungsbedingt tauschen musste.

Trainer des „Fohlen“-Nachwuchses: Sascha Eickel

Das Auswahlteam belohnte sich mit dem 1:2, das durch ein Gladbacher Eigentor fiel. Zwei, drei Chancen zum 2:2 gab es im Anschluss, doch die Konter wurden nicht sauber genug zu Ende gespielt. So holte sich die Borussia, die ebenfalls munter durchwechselte im zweiten Durchgang, in den Schlussminuten durch das dritte Tor den Sieg.

Soviel zum Verlauf dieses „Spieles unter halbwegs nornalen Umständen“, wie es Kodra nannte. Doch der Kick war mehr als nur ein erstes Testspiel. Er war auch ein Testlauf, ob und wie Fußball funktioniert, wenn er durch Verordnungen zur Eindämmung einer Pandemie begrenzt wird. „Wir waren glücklich, überhaupt mal wieder auf dem Platz zu stehen. Das galt sicher auch für die Zuschauer“, meinte Dardan Kodra.

Manche Umstände nahmen er und die Spieler in Kauf – zum Beispiel, dass man sich in Schwalefeld umziehen, dann die gut 17 Kilometer nach Assinghausen fahren und nach dem Spiel ins Upland zurückfahren musste, um dort zu duschen. Die Räumlichkeiten im Olsberger Stadtteil waren zu klein für die Zahl an Spielern. In Schwalefeld gibt es vier Umkleidekabinen.

„Auf dem Platz war’s wie immer“: Auswahl-Torhüter Yannick Wilke freute sich, wieder kicken zu dürfen.

Bei den Spielern war die Freude groß, mal wieder „richtigen“ Fußball spielen zu dürfen. „Es hat wahnsinnig Spaß gemacht mal wieder auf dem Platz zu stehen. Die lange Pause ohne Spielpraxis hat sich allerdings in den Bewegungsabläufen bemerkbar gemacht“, sagt Yannick Wilke. Und wie hat der Torhüter des SC Willingen, der im Kasten der Auswahl stand, das Spiel erlebt: „Während des Spiels ist es genau wie vorher. Allerdings muss man sich vor und nach dem Spiel an die Vorgaben gewöhnen – zum Beispiel keine Begrüßung per Handshake.“

Die Zuschauer verhielten sich im übrigen „sehr kooperativ und umsichtig, haben gut mitgedacht und mitgemacht“, wie Dardan Kodra anmerkt. Er fügt treffend an: „So kann es gehen; wenn jeder an die Mitmenschen denkt.“  schä

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