Interview mit Korbachs Mittelfeldspieler 

Leibfacher: Wir haben keinen Druck aufzusteigen

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Unterwegs auf der "10": Raphael Leibfacher (links), hier gegen Nils Schapeler von der SG lelbach/Rhena. 

Korbach – Der TSV/FC Korbach habe keinen Druck, sofort wieder in die Gruppenliga aufzusteigen. Das sagt Mittelfeldspieler Raphael Leibfacher vor dem Topspiel in der Kreisoberliga.

Die Mannschaft ist Dritter nach dem Ende der Hinrunde: Vielleicht ist es das, was man vom  ihr in etwa erwarten konnte. Die Spieler akzeptieren die Situation so weit, sagt der 28 Jahre alte zentrale Mittelfeldspieler, der sein Geld in der sozialpädagogischen Familienhilfe verdient. Das Spitzenspiel am Sonntag in Meineringhausen gegen sein Ex-Team will er trotzdem gewinnen.

Am Sonntag geht es für den TSV/FC ins Rückspiel gegen die SG „Hö/Mei“, für die Sie vergangene Saison gespielt haben. Spüren Sie ein besonderes Kribbeln?

Das ist schon ein besonderes Spiel, man trifft ja auf die Jungs, mit denen man ein Jahr zusammengespielt hat. Für mich war das eine neue Erfahrung, ich hatte bis dahin ja nur für Korbach gespielt. Klar, am Ende des Tages geht es auch am Sonntag nur um drei Punkte.

Wer hat die bessere Mannschaft?

Schwer zu sagen. Hö/Mei spielt bislang eine gute Runde, relativ stabil; nur die letzten Ergebnisse hatten sie sich vielleicht ein bisschen anders vorgestellt. Bei uns spielt die Tagesform eine Rolle, teilweise auch die Einstellung – also ob man als Spieler den Kampf annimmt oder nur spielerische Lösungen versucht. Im Moment sind wir außerdem ein bisschen verletzungsgeplagt.

Wer fehlt?

Gregor Mainusch ist verletzt, auch Steffen Emde, der wohl bis zur Winterpause nicht mehr spielt. Trotzdem: Wenn wir mit einer gewissen Leidenschaft ins Spiel gehen und jeder für den anderen kämpft, dann können wir gewinnen.

Macht sich die Korbacher Mannschaft angesichts von fünf Punkten auf Hö/Mei Rückstand Druck, oder sagt sie sich, wir müssen nicht aufsteigen?

Ich persönlich setze mich überhaupt nicht unter Druck, und ich glaube, der Rest der Mannschaft auch nicht. Wir sind uns alle bewusst, dass wir uns in einer Zeit des Übergangs befinden, in der man wieder etwas aufbauen muss. Natürlich würden wir einen Aufstieg mitnehmen. Aber wir haben ihn uns weder als Ziel gesetzt noch sehen wir uns in der Pflicht aufzusteigen

"Vielleicht ist es gut, wie es ist"

Aktuell befinden sich vier von fünf Waldecker Gruppenligisten im Abstiegskampf. Wäre es da überhaupt klug mit einer Mannschaft aufzusteigen, die vielleicht noch gar nicht die Reife hat?

Jedem von uns ist bewusst, dass der Kader nicht unbedingt viel mehr hergibt als Kreisoberliga. Der Schritt in die Gruppenliga ist groß. Auch deshalb machen wir uns ja keinen Druck. Wir haben gute Jungs in der A-Jugend, einige von ihnen, die man gut gebrauchen kann, werden nächstes Jahr 18 Jahre alt. Es wäre vielleicht gar nicht unvernünftig, wenn sie sich noch ein Jahr im Seniorenbereich akklimatisieren könnten, statt in der Gruppenliga vielleicht gegen den Abstieg spielen zu müssen.

Wie ist die Stimmung an der Hauer – sie war nach dem Abstieg im Mai ja weltuntergangs-mäßig?

Klar, erst mal waren alle geknickt, inclusive mir. Ich hatte natürlich gehofft, wieder Gruppenliga zu spielen, war mir aber bewusst, dass es auch in die andere Richtung gehen könnte. Ich denke, auch die anderen haben sich mit dem Abstieg abgefunden. Wir sind Dritter in der KOL und sehen, wie es den Waldeckern in der höheren Klasse geht – vielleicht ist es gut, wie es ist.

Chancenverwertung eine "Katastrophe"

Wie beurteilen Sie den Zusammenhalt im Kader? In den letzten Jahren war ja die teils unterirdische Trainingsbeteiligung immer ein Thema.

Von unterirdisch sind wir in dieser Saison weit weg. Besser sein könnte die Beteiligung zwar, aber sie ist in Ordnung.

Wie fällt Ihre persönliche Zwischenbilanz aus?

Weil ich in der Vorbereitung Urlaub hatte, musste ich erst mal einiges nachholen, durch personelle Engpässe aber auch gleich direkt einsteigen und voll durchspielen. Das war nicht unbedingt ratsam, in den ersten Wochen bin ich nach 60, 70 Minuten eines Spiels am Stock gegangen. Jetzt ist mein körperlicher Zustand besser, und ich bin recht zufrieden. Vielleicht hätte ich in dem einen oder anderen Spiel etwas mehr Verantwortung übernehmen können. Eine Katastrophe ist meineChancenverwertung, anscheinend habe ich im Moment nicht die gewisse Abgezocktheit, die dazugehört. 

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