Verschiedener Meinung über grundsätzliche Ausrichtung

TSV Korbach: Uwe Schäfer geht im Sommer

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Blick in eine Zukunft zunächst ohne Trainerjob: Uwe Schäfer verlässt im Sommer die Hauer. 

Trainer Uwe Schäfer und Fußball-Kreisoberligist TSV/FC Korbach werden sich nach dem Ende der laufenden Saison trennen. Das gab der Sportliche Leiter der Fußball-Abteilung des TSV, Norbert Henkler, bekannt.

Korbach– Zu Schäfers Nachfolge will sich der Verein „zeitnah“ äußern. Zur Trennung führten unterschiedliche Auffassungen über die grundsätzliche Ausrichtung der Sparte.

Er sei sich mit der Abteilung zwar über das Ziel einig gewesen, die Seniorenteams weiter zu stabilisieren und weiterzuentwickeln, sagte Schäfer. Man sei jedoch über den Weg dorthin unterschiedlicher Meinung gewesen und auf keinen gemeinsamen Nenner gekommen. Für Schäfer (53) war deshalb die Trennung der ehrliche Schritt.„Wir gehen nicht im Bösen auseinander“, sagte er.

Jugend oder Senioren im Fokus

Schäfers Credo: „Ich bin der Meinung, das Aushängeschild sollten die Senioren sein.“ Henkler dagegen betonte gegenüber der WLZ: „Wir setzen für die Zukunft konsequent auf die eigene Jugend.“ Als wichtigstes sportliches Ziel verfolge der TSV derzeit den Aufstieg der A-Jugend in die Gruppenliga – wo in dieser Saison bereits B- und C-Junioren spielen. Die Stärkung der Jugend sei "die Grundvorausetzung, dass wir längerfristig wieder auf gesunden Füßen stehen“, sagte Henkler.

Dazu gehört seinen Worten nach auch, dass die Junioren eng an den Seniorenkader angebunden sind und A-Jugendliche, die das 18. Lebensjahr vollendet haben, bereits bei den Senioren eingesetzt werden sollen.

Dissens im Detail wird auch an der Bemerkung Henklers deutlich, wegen der nachdrängenden Nachwuchsspieler, wozu auch die Jugendlichen der SSG Ense/Nordenbeck zählten, habe der TSV „im Moment das Glück, dass wir nicht bei den Vereinen draußen vorstellig werden müssen“. Wobei: Neuzugänge an die Hauer zu lotsen ist seinen Worten nach ohnehin oft schwierig. „Sollte aber jemand anklopfen, werden wir ihn nicht wegschicken.“

"Das absolute Maximum herausgeholt"

Schäfer war im Sommer vor zwei Jahren an die Hauer gekommen, um die „Erste“ des TSV/FC in der Gruppenliga zu trainieren. Am letzten Spieltag der Saison 2018/19 musste er den Abstieg quittieren, ein tiefer Einschnitt in der Geschichte des Großvereins. Dem Arolser, der zuvor den SC Willingen gecoacht hatte, machte niemand aus der Führungsriege zum Sündenbock, im Gegenteil.

„Uwe Schäfer hat den Verein in einer sehr schwierigen Phase übernommen und aus den ihm zur Verfügung gestellten Spielermaterial das absolute Maximum heraus geholt“, betonte Norbert Henkler in seiner Mitteilung. Er verwies auf den beispiellosen „Aderlass an Spielern“. Zwischen 2017 und 2019 habe der TSV/FC „nahezu zwei komplette Kader“ verloren.

In der Kreisoberliga rangieren die Kreisstädter vor dem Topspiel gegen Primus TSV Altenlotheim am Sonntag auf Platz drei. Es sei ein Verdient „des großen Engagements sowie der ehrlichen und verbindlichen Arbeit von Uwe Schäfer“, dass der Kader stabil gehalten worden sei, so Henkler. 

Schäfer will erst mal eine Pause einlegen

Der Abteilungsvorstand danke Schäfer „für seine sehr gute Arbeit und ist sich sicher, dass er die Mannschaft bis zum Saisonende weiter gut begleiten und formen wird“. Mit ihm wolle man Platz drei in der Liga halten. „Auch das Erreichen des Waldecker Pokalfinals wäre ein schöner Abschluss für seine nicht immer leichte Arbeit auf der Hauer in Korbach.“

Schäfer selbst will nach zwölf Jahren als Trainer des TuS Arolsen, des SC Willingen und jetzt in Korbach im Sommer erst mal eine Pause einlegen. Er werde kein neues Traineramt übernehmen, sagte er. Statt dessen sollen Familien und Freunde mehr von ihm haben.

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