Kapitän der SG Adorf/Vasbeck vor dem KOL-Topspiel 

Lizenberger: Wir haben das Zeug, Altenlotheim zu schlagen

+
Ist da, wo es brennt: Konstantin Lizenberger (links), hier gegen den Willinger Meron Habtay.   

Adorf - SG Adorf/Vasbeck gegen TSV Altenlotheim heißt die  Spitzenpaarung am 16. Spieltag der Kreisoberliga. Sein Team wolle den Primus stoppen, sagt SG-Kapitän Konstantin Lizenberger im Interview. 

Lizenberger ist ein Glücksfall für jeden Verein. Er spielt seine 16. Saison als Senior und – bis auf einen Zehn-Monats-Aufenthalt in Australien – immer bei Adorf/Vasbeck. „Ich liebe diesen Verein“, sagt der 33 Jahre alte Innenverteidiger. Lizenberger wohnt in Korbach und verdient sein Geld als Sozialarbeiter.

Adorf/Vasbeck ist nach 15. Spieltagen der KOL Tabellenvierter: Hatten Sie sich eine derart gute Rolle Ihrer Mannschaft als Aufsteiger vor der Saison vorgestellt?

Wir waren ja in der Kreisliga A relativ klar Meister. Ich hatte auf gar keinen Fall damit gerechnet, dass wir was mit dem Abstieg zu tun haben würden, sondern uns – ohne dass ich überheblich sein will – einen Platz unter den besten acht zugetraut. Dahinter steckt ein hartes Stück Arbeit: die Vorbereitung, gute Beteiligung am Training.

Viele Spieler im Training: Ist die SG da eine Ausnahme? Die Trainer anderer Teams beschweren sich oft darüber, dass fast keiner kommt.

Man hört das immer wieder, bei einigen Vereinen kriselt es. Wenn ich mir überlege, dass wir vor kurzem gegen den TSV/FC Korbach I und II mit unseren beiden Mannschaften gespielt haben; das wäre vor ein paar Jahren gar nicht möglich gewesen. Wir haben freitags 18, 20 Leute im Training, dienstags etwas weniger, weil die Studenten nicht da sind; an diesem Dienstag waren wir, glaube ich, 14. Das ist schon okay.

"Es macht viel aus, dass wir nicht zusammengewürfelt sind"

Wie bekommt Trainer Kristian Willeke das hin?

Das Training von ihm und Thomas Hille ist echt abwechslungsreich und macht Spaß. Besonders Kristian macht das supergut, immer was anderes. Dienstags wird auch mal geklotzt; aber das brauchen wir auch. Es gefällt allen, von jung bis alt. Ich denke, das ist auch ein Schlüssel für unser Abschneiden.

Der Zusammenhalt scheint auch sehr ausgeprägt zu sein.

Ich schätze an der SG sehr, dass hier viele meiner Freunde spielen. Der Teamgeist ist top, wir unternehmen zusammen viel. Es macht viel aus, dass wir nicht irgendwie zusammengewürfelt sind und keine Auswärtigen im Kader haben, die Kohle bekommen; das gibt's bei uns nicht. Außerdem haben wir eine gesunde Mischung aus älteren, erfahrenen und jungen, frischen Spielern. Nicht nur die jungen, sondern auch die älteren können von Kristian lernen – noch ein großer Pluspunkt.

Die SG spielt sehr konstant, hat erst zweimal verloren. In Meineringhausen und in Berndorf, der einzige Ausrutscher, wenn man so will.

Da haben wir uns selber nicht wiedererkannt. Wir sind in Führung gegangen, haben das Spiel dann vor sich hin plätschern lassen und schließlich zwei blöde Gegentore gekriegt. Vielleicht waren wir uns ein bisschen zu sicher. Es war der einzige Ausrutscher, ja, aber es gab auch Unentschieden, da haben wir eine 2:0-Führung verspielt, nämlich in Altenlotheim und gegen Edertal. Da fehlte ein bisschen die Erfahrung, einen Vorsprung über die Zeit zu bringen. Die Mannschaft war unsicher oder hat gezittert. Daran haben wir in den letzten Wochen aber gearbeitet.

Die SG tritt sehr kompakt auf, mehrere Spieler sind torgefährlich, sie ist nicht leicht auszurechnen. Spielt auch das eine Rolle für ihr gutes Abschneiden?

Auf jeden Fall. Das ist gut verteilt, und wenn einer ausfällt, können wir es gut kompensieren. Außerdem spielen wir seit letztem Jahr konstant Viererkette, das klappt immer besser. Ich spiele zum Beispiel mit Kai Klöser in der Innenverteidigung, vor drei Jahren haben wir noch im Angriff gespielt und viele Tore gemacht. Heißt also zwei erfahrene und daneben oft jüngere Spieler. Noch mal: Diese gute Durchmischung von jung und alt, das macht ganz viel aus.

Am Sonntag kommt der ungeschlagene TSV Altenlotheim nach Adorf. Was rechnen Sie sich aus?

Wir freuen uns mega auf das Spiel. In Altenlotheim, wo es immer schwer ist, haben wir denen schon einen Punkt abgeluchst. Ich bin fest überzeugt davon, dass wir in der Lage sind, jede Mannschaft der Liga zu schlagen, wenn wir das abrufen, was wir können. Deshalb glaube ich daran, dass wir die Möglichkeit haben, Altenlotheim die erste Niederlage beizubringen. Natürlich wollen wir auch gewinnen – um unsere Position zu halten oder vielleicht einen Platz zu klettern. Schon in Meineringhausen haben wir ja gut gespielt und hätten meiner Meinung nach ein Unentschieden verdient gehabt.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare